Veröffentlicht am 03.05.2017 15:39, aktualisiert am 03.05.2017 17:39

Luthers Spuren reichen bis nach Amelunxen

Margarete Luther (Foto: Repro: Hermann Multhaupt)
Margarete Luther (Foto: Repro: Hermann Multhaupt)
Margarete Luther (Foto: Repro: Hermann Multhaupt)

Denn in Amelunxen ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine Nachfahrin der großen Luther-Familie verheiratet gewesen: Anna Lutter, hier noch mit doppelt „t“ geschrieben, die mit einem Johannes Sander (1625-1688) verehelicht war, dessen Grabstein noch heute vor der Kirche St. Georg zu bewundern ist. Ihr Stammbaum geht auf Paul Luther (1533-1593) zurück, das fünfte Kind Martin Luthers und Katharina von Boras, der als Mediziner Leibarzt der sächsischen Herzöge war und eine weitverzweigte Nachkommenschaft hinterließ. Darüber hat die inzwischen verstorbene Birgit Steinmann in der Heimatchronik „Spurensuche – Aus der Vergangenheit und Gegenwart des Dorfes Amelunxen“ 1999 ausführlich berichtet. Auch der heimische Autor Hermann Multhaupt (Herstelle) greift diese Geschichte in seinem Buch „Margarete von Kunheim –Luthers jüngste Tochter“, noch einmal auf. Margarete war erst 12 Jahre alt, als der Vater starb. Sie pflegte die totkranke Mutter in Torgau und kam als Mündel in das Haus Philipp Melanchthons in Wittenberg. Dort lernte sie ihren späteren Mann, Georg von Kunheim, kennen, der ebenfalls verwaist war. Doch einer späteren Heirat widersetzten sich der Kurfürst und der Vormund Georgs, weil Margarete nicht adelig war. Melanchthon ist es zu verdanken, dass es schließlich eine Ausnahmegenehmigung gab. Margarete lebte mit ihrer Familie bei Mühlhausen in Ostpreußen. Dort starb sie, erst 36-jährig, bei der Geburt ihres neunten Kindes. Sie gilt ebenfalls als eine Stammmutter der großen Lutherfamilie und liegt in der Kirche von Mühlhausen begraben. Multhaupts Buch hat zahlreiche Farbabbildungen auf 140 Seiten, kostet 13.50 € und erschien im Eire-Verlag, Ringstr. 5, 33178 Borchen-Alfen, Tel. 0172-5263877

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