Veröffentlicht am 11.12.2022 21:07, aktualisiert am 14.12.2022 09:14

Islam-Ausstellung

Shakor Ahmad Nasir aus Blomberg erläuterte auf Wunsch die Ausstellung und stand für Gespräche zur Verfügung. (Foto: Barbara Siebrecht)
Shakor Ahmad Nasir aus Blomberg erläuterte auf Wunsch die Ausstellung und stand für Gespräche zur Verfügung. (Foto: Barbara Siebrecht)
Shakor Ahmad Nasir aus Blomberg erläuterte auf Wunsch die Ausstellung und stand für Gespräche zur Verfügung. (Foto: Barbara Siebrecht)

Im Saal Bever der Stadthalle war für einen Tag die Islam-Ausstellung zu Gast, die die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde (AMJ) in ganz Deutschland zeigt. Die Ausstellung informierte über die Entstehung des Islam, den Propheten Mohammed, den Koran und seine Quellen und weitere wichtige Glaubensgrundsätze.
Die AMJ ist eine islamische Gemeinde, die von Mirza Ghulam Ahmad in den 1880er Jahren in Indien gegründet wurde. In Beverungen und Umgebung gibt es keine aktiven AMJ-Mitglieder.

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland

In Deutschland stellt die AMJ nach eigenen Angaben mit ihren etwa 40.000 Mitgliedern eine der größten Gemeinden unter den organisierten Muslimen dar. Sie unterhält deutschlandweit über 50 Moscheen mit Minarett und Kuppel und etwa 225 lokale Gemeinden sowie einen TV-Sender und einen Verlag. Die Ahmadiyya-Gemeinde ist in Deutschland als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt, ist Partner des Landes Hessen für Islam-Unterricht an Grundschulen und unterhält das erste „Institut für islamische Theologie“ zum Zwecke der umfassenden Ausbildung von Imamen in Riedstadt. Sie nimmt an der vom Bundesinnenministerium einberufenen Deutschen Islam Konferenz teil und informiert Deutschlandweit mit ihrer Islam-Ausstellung über ihre Glaubensauffassung.

Zeitgemäße Auffassung des Islam

Aufgrund ihrer zeitgemäßen Interpretation des Islam wir die AMJ von vielen orthodoxen Muslimen abgelehnt. Die AMJ setzt sich für die Freiheit des Glaubens und für die Trennung von Religion und Staat ein. Nach ihrer Ansicht ist der Muslim zur Loyalität gegenüber seiner Landesregierung verpflichtet. Die AMJ verneint, das Nicht-Muslime nicht ins Paradies (spiritueller Ort) kommen können und erkennt die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und.
Mit ihrer Islam-Ausstellung möchte die Gemeinde mit Muslimen und Nicht-Muslimen ins Gespräch kommen und nach eigenen Aussagen „den zeitgenössischen Islam von Aberglauben und Irrtümern zu reinigen und den Menschen jenen ausschließlich friedliebenden und toleranten Islam näherzubringen, der zu Zeiten des Religionsstifters Muhammad gelehrt und praktiziert wurde.

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