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Flüchtlingssituation in Beverungen

Schübeler spendet Kissen

Beverungen (bs) – Mit seiner Spende von 100 Daunen-Kopfkissen möchte Carl-August Schübeler ein Zeichen gegen Krieg und Vertreibung setzten und die Willkommenskultur in Beverungen fortsetzten. Er kann sich noch gut an die verzweifelt Situation erinnern, als er nach dem Brand seines Hauses im Dezember 1984 mit seiner Frau und drei keinen Kindern selbst für eine Nacht obdachlos war. „Wer so etwas erlebt hat, fühlt mit den Flüchtlingen, diese Hilflosigkeit war schrecklich“, erzählte Schübeler bewegt.

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Carl-August Schübeler übergab Kopfkissen an die Flüchtlingsbeauftragte Carina Vössing, Bürgermeister Hubertus Grimm, „Asyl-Hausmeister“ Amador-Guillermo Guiterrez und Abteilungsleiter Frank Filmer.

© Foto: Siebrecht

Der Experte für gesunden Schlaf übergab die 100 Daunen-Kopfkissen im Wert von 5.000 Euro an die Vertreter der Stadt Beverungen und trägt dazu bei, den neuen Mitbürgern ein Stück Geborgenheit und einen gesunden Schlaf zu schenke, den sie nach den Erlebnissen auf der Flucht nötig haben.
Für die Verteilung nach Bedarf wird Amandor- Guillermo Guiterrez zuständig sein, der als Mitarbeiter der Stadt Beverungen als „Hausmeister Asyl“ für die Einrichtung von Wohnungen und Unterkünften und die Verteilung der von den Bürgern gespendeten Möbel und Einrichtungsgegenstände zuständig ist. „ Herr Guiterrez ist der richtige Mann am richtigen Platz, denn er kam selbst als politischer Flüchtling vor der Militärdiktatur aus Chile nach Deutschland“, berichtete Hubertus Grimm bei der Übergabe der Kissen. Guiterrez hat selbst erlebt, wie es sich anfühlt ohne Sprachkenntnisse in ein fremdes Land zu kommen und auf Hilfe angewiesen zu sein und wirkt heute, als deutscher Staatsbürger über 40 Jahre nach seiner Flucht als erster Integrationshelfer für die Flüchtlinge in Beverungen. In Abständen besucht er alle von der Stadt gemieteten Wohnungen, zeigt Präsenz, hilft und weist die Bewohner unter anderem auf sparsamen Umgang mit Energie hin. Seit März hat die Stadt einen zweiten Hausmeister für diesen Aufgabenbereich zunächst befristet auf zwei Jahre eingestellt. Lothar Rose wir eng mit Guiterrez zusammenarbeiten. Die Stadt Beverungen hat gegenwärtig 42 private Wohnungen angemietet. Für die Wohnungen zahlt die Stadt eine am örtlichen Mietspiegel orientierte Miete und nicht, wie hartnäckige Gerüchte behaupten, eine Pauschale pro Bewohner. „Diese Art der Unterbringung möchten wir weiterverfolgen, weil sich die Flüchtlinge schneller dazugehörig fühlen. Sie kaufen in den Geschäften vor Ort ein und können selbst Entscheidungen bei ihrer Versorgung treffen“, berichtete Frank Filmar. „Derzeit leben 330 Flüchtlinge in Beverungen, für April rechnen wir mit neuen Zuweisungen“, informierte die Asylbeauftragte Carina Vössing. Bürgermeister Hubertus Grimm unterstrich die hervorragende Arbeit, die von seinen Mitarbeiter, und den vielen engagierten Ehrenamtlichen geleistet wird. Er bedankte sich für die großzügige Spende von Carl-August Schübeler und bei den Bürgern, die gebrauchte Möbel und Haushaltegegenstände zur Verfügung stellen. „Bei uns sind die Flüchtlinge in guten Händen, wir in Beverungen schaffen das“, sagte der Bürgermeister zusammenfassend.

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