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Kinder erkunden die Kläranlage

Wohin geht das Schmutzwasser?

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Einblicke in die Klärung der Abwässer erhielten 16 Kinder mit ihren Betreuern Roger Berger und Rosi Frischemeyer auf dem Gelände der Kläranlage Beverungen. Abwassermeister Christoph Even führte die Kinder herum und beantwortete ihre Fragen. Ver- und Entsorger Marcel Pelizäus unterstütze ihn bei dem Rundgang übers weitläufige Gelände und dem Blick durchs Mikroskop im Labor.

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Im Labor wird regelmäßig die Qualität des Wassers getestet.

© Foto: Siebrecht
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Hier wird das saubere Wasser in die Weser geleitet“, erläuterte Christoph Even den Kindern und Betreuern.

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Zunächst zeigte Even auf dem Schemaplan den Weg der Abwässer über die verschieden Becken. Im Labor bestaunten die Kinder „Dreckwasser“ in verschiedenen Stufen der Klärung und waren von der Laboreinrichtung beeindruckt. Der Abwassermeister der Abwasserwerke der Stadt Beverungen (Eigenbetrieb) erläuterte, dass das Abwasser zunächst über den Rechen von groben Teilen befreit wird und dann durch einen Sandfang geleitet wird. Hier werden mineralische Stoffe ausgefiltert. In drei Vorklärbecken setzt sich der Schlamm ab und das klarere Wasser wird in drei Belebtschlamm-Becken in der nächsten Stufe mit Bakterien aufbereitet. „In diesen vier Meter tiefen Becken fressen die Bakterien den Schmutz und brauchen dazu Sauerstoff auf der Luft“, erläuterte Even den Kindern. Der Schlamm, der sich am Beckenboden absetzt, wird gepresst und in den Faulturm gefördert, in dem anaerobe Bakterien leben und den Schlamm weiter verarbeiten. Der Faulturm muss für ein gutes Wachstum der Bakterien auf 38 Grad Celsius beheizt werden. Die Energie dazu wird aus der Verbrennung von Methangas in einem Blockheizkraftwerk gewonnen. Das Methangas entsteht bei der Zersetzung im Faulturm. Die Qualität des Wassers wird zum Teil automatisch überwacht und es wird als Klarwasser letztlich der Weser zugeleitet. Der geklärte Schlamm aus dem Faulturm wird nach eingehender Prüfung als Dünger in der Landwirtschaft verwendet. So werden täglich in der Beverunger Kläranlage bei trockenem Wetter mindestens zwei Millionen Liter (100 Tanklastwagen) Schmutzwasser aufbereitet.
Die Kinder waren von den riesigen Becken, den Pumpen und Rohren und der Besteigung des 12 Meter hohen Faulturm mit einer Wendeltreppe sehr beeindruckt und werden ihren Nachmittag im Klärwerk sicher so schnell nicht vergessen.

 

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