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Ausstellung im Korbmacher Museum

Wechselhafte Dalhauser Schulgeschichte

Von Peter Vössing
Dalhausen – Erinnerungen an die Zeit als man eingeschult wurde, werden jetzt im Dalhauser Korbmacher Museum wach. Dort wurde jetzt die Ausstellung „Start ins Leben, ,Schulbeginn in Dalhausen“ mit vielen Fotos feierlich eröffnet.

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Ausstellungseröffnung: (v.l.) Jürgen Böker, Brigitte Hartmann, Bernhard Villmer und Thilo Menke (vorne).

© Foto: Vössing

Die Dalhauserin Brigitte Hartmann ist dabei das gesamte Heimatarchiv zu digitalisieren. Dabei ist ihr die Idee gekommen, eine Ausstellung über die Dalhauser Schulgeschichte zu organisieren. Mit ungeheurem Zeitaufwand hat sie Einschulungsfotos gesammelt, digitalisiert, aufwändig bearbeitet und ausgewertet. Nicht nur das. Den ca. 1250 Menschen auf den Bildern hat sie zudem die Namen zugeordnet. Dazu musste sie im Korbmacherdorf viel Menschen befragen. Dabei ist es zu interessanten Gesprächen gekommen.
So ist eine eindrucksvolle Ausstellung über die Schulgeschichte Dalhausens bis 1970 entstanden.
In seiner Begrüßungsansprache ging Jürgen Böker vom Dalhauser Heimat- und Verkehrsverein auf den großen Zeitaufwand, den Brigitte Hartmann ehrenamtlich betrieben hat, ein. Er vergaß es zudem nicht, an die vergangenen drei Ausstellungen im Jubiläumsjahr 25 Jahre Korbmacher Museum zu erinnern und allen Ehrenamtlichen zu danken.

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Zahlreiche Besucher bei der Ausstellungseröffnung.

© Foto: Vössing


Das Grußwort und die Einführung hielt der stellv. Bürgermeister Bernhard Villmer. Er erinnerte an die Ausstellung mit den Stammbäumen Dalhäuser Familien, die Brigitte Hartmann schon vor 5 Jahren im Korbmacher Museum zeigte und lobte ebenfalls das herausragende Engagement der gebürtigen Essenerin, die selbst auf keinem der Schulfotos zu sehen ist.
„Die von Dir liebe Gitte für diese Ausstellung zusammengetragenen Fotos und Informationen sind ein wichtiger und überaus interessanter Teil unserer Dorfgeschichte, sie zeigen Zeitgeschichte. Beim Betrachten wird uns so viel wieder ins Gedächtnis gerufen. Es wird sicher interessant sein, wenn die Besucher der Ausstellung vor den Fotos stehen, sich selbst darauf suchen und darüber diskutieren, wie sie als Schulkinder ausgesehen haben, wer auf dem Foto wer ist oder wer der Lehrer oder die Lehrerin ist usw.“, erläuterte Bernhard Villmer und ging sowohl auf die wechselhafte Dalhauser Schulgeschichte als auch auf die heutige Schulsituation ein.
Die Namen von Lehrern, die auch gleichzeitig Küster waren, gibt es in den Kirchenbüchern von Dalhausen schon seit 1735. Der erste Lehrer und Küster war um 1740 Johannes Peters. Er wurde 1735 als Küster bezeichnet, im Jahr 1740 auch als Lehrer. Durch die Arbeit als Küster erhielt er Einnahmen aus Haus, Grund und Boden, als Lehrer durch Geld. Nur so konnte sein Unterhalt gesichert werden.

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Nachwuchspianist Thilo Menke (12).

© Foto: Vössing


In alten Katasterkarten von 1800 ist schon ein Schulgebäude zu sehen, welches um diese Zeit als neue Küsterei erbaut wurde. Dieses Gebäude „Neueding“ genannt, diente als Wohnung des Küsters und als Schulgebäude.
Dieses kleine Fachwerkgebäude befand sich neben der Kirche und hatte ein Schulzimmer. Erst im Jahr 1880 wurde eine zweite Schulklasse an das alte Schulgebäude und Küsterhaus angebaut. Im Jahr 1893 wurde die Lehrerstelle vom Küsteramt getrennt.
Da auch diese Räume zu eng wurden, wurde im Jahr 1904 ein neues Schulgebäude hinter der Kirche errichtet, mit 3 Schulklassen und 2 Lehrerwohnungen. (das heutige Ansgariushaus). Ein Erweiterungsbau entstand in den Jahren 1926, 1927.
1962 wurde ein 8-klassiger Schul-Neubau in Dalhausen auf der „Breite“ seiner Bestimmung übergeben und war jahrzehntelang Grund- und Hauptschule.
Heute gehört die Schule auf der Breite zum Grundschulverbund der Stadt Beverungen.
Für die Unterhaltung während der Ausstellungseröffnung sorgte der begabte 12-jährige Nachwuchspianist Thilo Menke. Er wusste am Piano mit Mozarts Mondscheinsonate und einer eigenen Komposition zu gefallen. „Wunderkind“ Thilo ist zudem ein Zahlengenie. Er kennt über 700 Nachkommastellen der Zahl PI und verblüffte beim Aufsagen einzelner vom Publikum vorgeschlagener Nachkommastellenabschnitte. Thilos Vater Dirk kommt übrigens aus Dalhausen.
Nach dem offiziellen Teil stürzten sich die zahlreichen Besucher auf die Bilder um sich auf eine spezielle Dalhauser Zeitreise zu begeben. Übrigens, das älteste dort ausgestellte Foto stammt aus dem Jahr 1898.
Die Ausstellung dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags, sonntags und an den Feiertagen von 10 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr geöffnet, sowie nach Absprache.

 

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