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Weihnachts-Kinderstück mit Tanz und Gesang

Verrücktes Fest mit dem Sams

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Das Sams im blauen Taucheranzug, mit feuerrotem Haar und blauen Wunsch-Punkten war zu Gast auf der Bühne der Beverunger Stadthalle. „Hat Weihnachten was mit weinen zu tun, oder mit Geweih“, wollte es von Papa Taschenbier wissen und hatte offensichtlich keine Ahnung wie das Fest, auf das die Kinder hin fiebern, gefeiert wird.

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Am Ende feiert Herr Taschenbier mit vielen Gästen einen fröhlichen Heiligabend.

© Foto: Theater auf Tour/Linda Johnke

Das Weihnachtsstück, das das Ensemble des „Theater auf Tour“ auf Einladung der Kulturgemeinschaft spielte, entfaltete seinen Zauber. „Ich bin schon ganz gespannt“, wisperten sich die Kinder in der ersten Reihe aufgeregt zu, bevor das Stück mit dem Titel „Das Sams feiert Weihnachten“ begann. Für die Kinder, die meist mit Bussen aus den Schulen und Kindergärten der Region zu zwei Vorstellungterminen angereist kamen, war es ein tolles Erlebnis zu beobachten, wie das Sams das Weihnachtsfest auf den Kopf stellte. Mit einem großen Abreißkalender ging es im Galopp durch die Adventszeit. Das Sams ging mit Papa Taschenbier einkaufen und lernte den Weihnachtsengel kennen, der die Angebote des Kaufhauses in Versform anpries. Mit einem eigenen Gedicht stellte das Sams klar, dass es hier um Konsum geht. Den Adventskranz, den Taschenbier gekauft hatte, setzt sich das Sams erst mal auf den Kopf und verstand alle Redewendungen wie „Weihnachten steht vor der Tür“ falsch. Die Kinder ab vier Jahren amüsierten sich königlich über das begriffsstutzige Sams, denn sie waren natürlich schon Experten für das Weihnachtsfest. Am Nikolaustag wollte Papa Taschenbier eigentlich für die Tochter eines Kollegen den Nikolaus spielen, aber er hatte Fieber. Da schlüpfte das Sams in den roten Mantel. Die Kinder mussten dem Sams sagen, wie es den weißen Bart tragen muss und auch beim Besuch des Nikolauses ging so einiges schief. Erst glaubte das Sams die Geschenke im Sack wären für den Nikolaus, dann rieft es den Vater, der ständig am Handy war und die Mutter, die den Nikolausbesuch nur schnell erledigen wollte zur Ordnung und fragt Töchterchen Elvira (Oda Bergkemper) „Waren deine Eltern denn immer brav“.

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Das Sams springt für den kranken Papa Taschenbier als Nikolaus bei Familie Lilienthal ein.

© Foto: Theater auf Tour/Linda Johnke


Die Eltern Lilienthal war entsetzt von der Vertretung für Taschenbier und sagte ihr Kommen für den Heiligen Abend ab. Darüber war Papa Taschenbier sehr traurig, da er sich sehnlichst ein schönes Fest mit vielen Gästen wünscht. Auch sein Freund Mon und Vermieterin Frau Rotkohl, die angeblich Weihnachten hasst, sagten ab. Das Sams wollte Papa Taschenbier glücklich sehen und reist in die Samswelt um weitere Samse als Gäste zum Weihnachtsfest einzuladen. Das führt natürlich zu weiteren Verwirrungen. Es wurden Wunschpunkte richtig und falsch verwünscht aber am Ende wurde doch alles gut. Papa Taschenbier hatte viele Gäste um seinen Weihnachtsbaum und Frau Rothkohl bekam ihren sehnlichsten Kindheitswunsch erfüllt.
Das Theaterstück nach der Vorlage von Paul Maar wurde in der Bearbeitung von Marco Böß umgesetzt. Grandios verkörperte Lina Nausedat das freche Sams mit Schweinsnase und einem goldenen Herzen. Papa Taschenbier, gespielt von Michael Durckstein-Neumann war herrlich hilflos ohne das Sams und in weiteren Rollen begeisterten Lara Gesell (u. a. Frau Rothkohl), Georg Raisch (u. a. Onkel Mon). Mit Gesang und Tanz wurde die Handlung noch bereichert und die Kinder sangen erstaunlich textsicher die klassischen Weihnachtslieder mit, die die Geschichte zum Beispiel als Kaufhausmusik begleiteten.

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