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Erfolge beim Jugend-forscht-Regionalwettbewerb

Teichmuscheln, Parasiten und Tiefseetiere

Von Barbara Siebrecht
Beverungen - Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ konnten die Jungforscher vom Beverunger Gymnasium 2. Plätze und Sonderpreise einheimsen. Die vorgelegten Arbeiten beschäftigten sich mit biologischen Themen und reichten von Erkenntnissen über die Tierwelt der Tiefsee im Pazifik bis zum Vorkommen der heimischen Teichmuschel und zu Parasiten an Fledermäusen.

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Zum ersten Mal als Jungforscher beim Wettbewerb waren (v. l.) Felix Weißenborn, Joost Menke, Elena Kirch und Leon Schikyr (alle 9. Klasse) und hatten Spaß am Forschen und Präsentieren ihrer Ergebnisse.

© Foto: Siebrecht

„Bei ihren Forschungsarbeiten können sich die Schüler- und Schülerinnen - anders als im Schulalltag - einmal mit einer selbst gestellten Aufgabenstellung beschäftigen, die sie interessiert und die sie sich selbst ausgesucht haben“, erläuterte Lehrerin Lara Föst die Faszination, die von Jugend forscht ausgeht. Die Jugendlichen werden an wissenschaftliche Methoden herangeführt und lernen Daten zu erheben, aufzubereiten, auszuwerten und die Ergebnisse darzustellen. Wenn es gelingt, die Arbeit im Gespräch mit der Jury überzeugend darzustellen, ist die Chance auf eine Anerkennung mit einen Preis sehr gut und das Motiviert natürlich, weiter zu forschen.
Amelie Heidenreich hat immer wieder neue Ideen, ist neugierig und engagiert und nahm in diesem Jahr zum sechsten Mal am Wettbewerb teil. Bei einem Praktikum beim GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel kam ihr die Idee für ihr Jugend-forscht-Projekt 2018. Bei einem Störungsexperiment wurde 1989 Meeresboden in der Tiefsee im Pazifik durchpflügt, um zu erforschen, wie der mögliche Abbau von Manganknollen sich auf die Tierwelt auswirken könnte. Amelie Heidenreich wertete während ihres Praktikums Bilder des Meeresbodens aus und stellte fest, dass insbesondere die Artenvielfalt von ortsfesten Tieren, wie Schwämmen nach der Störung gesunken war. Für die Forschungsarbeit der jungen Wissenschaftlerin, deren Berufsziel nach dem anstehenden Abitur „Meeresbiologin“ ist, verteilte die Jury einen 2. Platz.

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Amelie Heidenreich untersuchte Auswirkungen auf die Tierwelt der Tiefsee durch Störungen des Meeresbodens.

© Foto: privat


Zum ersten Mal dabei waren die Freunde Felix Weißenborn, Joost Menke und Leon Schikyr. Sie fanden beim Schwimmen in einem Kiesteich in Meinbrexen eine Teichmuschel und machten diese Tierart zum Thema ihrer Forschungsarbeit. Betreut wurden die Schüler der 9. Klasse dabei von den Lehrern Hans Barth und Lara Föst. Die Schüler untersuchten an drei Standorten des Teiches das Vorkommen der Teichmuschel, vermaßen die gefundenen Tiere und untersuchten Parameter des Lebensraumes wie die Beschaffenheit des Untergrundes und den PH-Wert des Wassers. Sie fanden heraus, dass Faulschlamm, der an einem Standort durch Blätter der Silberweide entstanden war, sich negativ auf die Teichmuschel auswirkt. Ihre Arbeit wurde beim Wettbewerb mit einem 2. Platz und dem Sonderpreis Umwelt belohnt.
Elena Kirch fing gemeinsam mit ihrem Vater Fledermäuse mit feinmaschigen Puppenhaarnetzen und untersuchte 122 Tiere auf einen Befall mit Parasiten. Beim Durchleuchten der Flügel mit einer Taschenlampe fand sie Flughautmilben und im Fell Fledermausfliegen und Zecken. Elena war 13 Mal auf Fang-Tour abends unterwegs im Wald und an Wasserflächen, fing Zwerg- und Wasserfledermäuse und erhielt für ihre Arbeit den Sonderpreis Umwelt. Ihr hat das Projekt Spaß gemacht und sie würde auch wieder eine Forschungsarbeit anfangen.
Mathe und Bio-Lehrerin Lara Föst, die sich gerade gemeinsam mit Lehrer Daniel Nauendorf (Mathe und Physik) in die Betreuung der Jugend-forscht-Arbeiten einarbeitet, freut sich sehr über die Erfolge ihrer Schülerinnen und Schüler. Sie wird auch bei der Fahrt mit Hans Barth ins Kleinwalsertal mit 15 naturwissenschaftlich interessierten Schülern dabei sein. Vor Ort will man Naturbeobachtungen machen und auswerten. Daraus könnten die nächsten Jugend-forscht-Projekte am Beverunger Gymnasium entstehen. Gerne können sich auch Schülerinnen und Schüler mit eigenen Ideen zu Forschungsprojekten an sie wenden.

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