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Mahnwache gegen geplantes Bereitstellungslager

Stummer Protest mit Abstand

Von Peter Vössing
Würgassen – Ein Kampfjet der Luftwaffe nahm im Tiefflug Kurs auf das ehemalige Kernkraftwerk, drehte kurz vor dem ehemaligen Reaktorgebäude ab und steuerte in Richtung Süden, der Weser entlang. Vor dem Kraftwerksareal hatten sich zuvor ca. 50 Demonstranten positioniert, um eine Mahnwache gegen das geplante Zentrale Bereitstellungslager abzuhalten.

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Das Leitungsteam der BI: (v.l.) Hubertus Hartmann, Heinrich Wenisch, Edith Götz, Prof. Dr. Dr. Martin Hörning und Dirk Wilhelm. Es fehlt Thomas Fußgänger-Mey. 

© Foto: Vössing

Eindrucksvoller konnte die Szene nicht beschreiben, welche Befürchtungen die Gegner des vom BGZ geplanten Logistikzentrums bewegen, um aktiv zu demonstrieren.
Anlass der Mahnwache war jedoch ein anderer: Das BGZ hatte auf dem Gelände des Kernkraftwerks mit Bodenuntersuchungen per Sondierungsbohrungen gestartet. Die „Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck“ rief kurzfristig zu einer Mahnwache auf. „Wir haben darum gebeten, mit der weiteren Planung aus Fairnessgründen zu warten, bis die Corona-Corona-Situation, es erlaube, ein normales, gesellschaftliches und politisches Leben wieder aufzunehmen. Mit diesen Arbeiten haben die Verantwortlichen der BGZ Fakten geschaffen und sind über unsere Forderung nach Fairness hinweggetrampelt“, erklärte Dirk Wilhelm, Sprecher der Bürgerinitiative und Organisator der Mahnwache.

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Die Deomonstranten hielten sich an die Corona-Abstandsregeln und das Verbot von Sprechchören. 

© Foto: Vössing


Über 50 Demonstranten waren zu einer ungewöhnlichen durch die Corona-Krise beeinflussten Mahnwache gekommen. Neben den Abstandsregeln (1,50 Meter) und Anwesenheitslisten wurde seitens der Polizei auch darum gebeten, auf Sprechchöre zu verzichten. Der Leiter der Polizeiwache Höxter, erster Polizeihauptkommissar Hubertus Albers, war zur Demonstration gekommen, um sich persönlich ein Bild zu verschaffen. Alles lief zu seiner vollsten Zufriedenheit. Friedlich und diszipliniert an die ungewohnten Corona-Regeln angepasst war der Protest, auch wenn die geschätzte Demonstrantenzahl um den Faktor 100 Prozent überschritten wurde.
Die Demonstranten hatten sich entlang des Radweges am ehemaligen Kraftwerksgelände positioniert. Mit großem Abstand zum Nachbarn bezogen sie ausgestattet mit Schutzanzügen, ABC-Schutzmasken, Transparenten und Plakaten Stellung, um auf die befürchteten Gefahren durch das Lager hinzuweisen. Vorbeifahrende Fahrzeuge zeigten sich durch Hupen solidarisch. Auch der Lauenförder Bürgermeister Werner Tyrasa ließ es sich nicht nehmen seine Solidarität mit den ZBL-Gegnern zu zeigen und war bei der Mahnwache in Würgassen dabei.

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Ca. 50 Demonstranten hatten sich entlang des Radwegs postiert.

© Foto: Vössing


Der Protest im Dreiländereck hat über die Region hinweg mittlerweile Wellen geschlagen, sodass eigens 4 Kamerateams über die Aktion berichteten. Dirk Wilhelm zeigte sich am Ende mehr als zufrieden und ließ es sich nicht nehmen, noch einmal darauf aufmerksam zu machen, dass die BI eine Einstellung der Arbeiten sowie eine komplette Neubewertung des Zentralen Bereitstellungslagers fordere. Er hält das ZBL komplett (auch anderswo) für unnötig. Wilhelm wies noch einmal auf die erwarteten ca. 400 Lkw und 200 Güterzüge mit radioaktivem Müll im Monat hin. „Ortschaften mit besonders beengter Verkehrsführung wie beispielsweise Dalhausen sind dann besonders gefährdet“, machte Dirk Wilhelm deutlich.
Am Rande der Demonstration stellte sich das Leitungsteam der BI mit Dirk Wilhelm (Drenke), Prof. Dr. Dr. Martin Hörning (Herstelle), Edith Götz und Heinrich Wenisch (Lauenförde) und Thomas Fußgänger-May aus Bad Karlshafen (verhindert) vor.

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