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Pflanzen leiden unter Wassermangel

Strategien gegen Trockenstress

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Die extreme Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2018 ist überall in der Natur sichtbar. Für einige Pflanzen bedeutet der Trockenstress das Todesurteil, andere haben Strategien zum Verdunstungsschutz entwickelt und leiden deutlich weniger unter der Trockenheit.

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Bäume, wie hier die Mehlbeere werfen ihre ältesten Blätter vorzeitig ab.

© Foto: Siebrecht

Wer sich aufmerksam in der Natur umsieht, hat schon längst festgestellt, dass viele Bäume und Sträucher trockene Blätter abwerfen. Die ältesten Blätter werden vorzeitig abgeworfen. So vermindert der Baum seine Oberfläche. Die Verdunstung und damit der Wasserverbrauch werden geringer. Unter manchen Bäumen sieht es daher schon jetzt nach herbstlichem Laubfall aus. Einige Bäume und Sträucher sind durch Wassermangel so stark geschädigt, dass das gesamte Laub schon trocken geworden ist. Diese Exemplare wachsen auf sehr dünnen, steinigen Böden oder haben beschädigte Wurzeln. Auch Straßenbäume, deren Wurzelbereich meist stark versiegelt ist, müssen mit extrem wenig Wasser auskommen und überleben diesen Sommer zum Teil nicht.

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Die älteren Blätter des Storchschnabel sind vertrocknet.

© Foto: Siebrecht


Das Dickenwachstum der Stämme, also der Holzzuwachs ist im Sommer 2018 ebenfalls stark vermindert, denn zum Wachstum braucht die Pflanze neben Kohlendioxid aus der Luft und Sonnenlicht unbedingt Wasser. Viele Gartenbesitzer beobachten in ihren Gärten bei Pflanzen, die nicht gegossen werden kaum Zuwachs und wundern sich über Unkräuter, die trotz der Trockenheit weiterwachsen. Viele Arten der „Unkräuter“ sind in der Natur Rohbodenbesiedler. Sie sind die ersten Arten, die sich nach natürlichen Katastrophen wie Erdrutschen, Bränden oder Überschwemmungen auf den unbewachsenen Boden ansiedeln. An solchen Standorten herrschen extreme Bedingungen und die Pflanzen müssen ungeschützt der Sonneneistrahlung und dem Wind trotzen und mit einem gestörten, humusarmen Boden auskommen, der leicht austrocknet. Sie haben zum großen Teil Strategien entwickelt, um den schlechten Wachstumsbedingungen zu trotzen. Manche bilden wie die Melde tiefe Pfahlwurzeln aus um Wasser in tieferen Bodenschichten zu nutzen und überziehen ihre Blätter mit einem natürlichen Wachs, das vor Austrocknung schützt. Andere Arten wie die Königskerze haben wollig behaarte Blätter. Das „Haarkleid“ schützt die Blattoberfläche vor darüber streichendem, austrocknendem Wind. Manche Arten, wie viele Gräser können bei Wassermangel ihre Blätter schmal zusammenrollen und damit ihre Verdunstungsoberfläche vermindern. Dies ist in diesem Jahr gut an Mais zu beobachten. Andere Arten haben wie die Wolfsmilch von Natur aus schmale, nadelförmige Blätter oder speichern Wasser in dicken Stängeln und Blättern wie die Fetthenne. In diesem Jahr zeigt sich welche Gartenpflanzen dem trockener werdenden Klima in unseren Gärten gewachsen sind, ohne dass sie mit kostbarem Trinkwasser am Leben gehalten werden müssen.

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