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Wetterstationen in Beverungen und in Drenke

Sommer 2022 mit neuen Rekorden

Beverungen (brbs) - Der meteorologische Sommer, also die Monate Juni, Juli und August, 2022 stellt in der Nachbetrachtung auch an den Wetterstationen Beverungen (Standort Kläranlage) und Drenke (Standort Wasser-Hochbehälter) in mehrfacher Hinsicht einen Ausnahmesommer dar.

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Sie brauchten im Sommer 2022 nicht häufig entleert werden, die manuellen Regenmesser – durch die Trockenheit sank dafür der Weserwasserspiegel der Weser auf Rekordtief.

© Foto: Matthias

An beiden Stationen werden seit mittlerweile mehr als 20 Jahren Wettermesswerte aufgezeichnet, wobei die Station in Drenke gegenüber der Station in Beverungen weitergehender ausgestattet ist. Die Station Drenke zeichnet zusätzlich zu den Temperaturen und Niederschlägen u. a. die tägliche Sonnenscheindauer und die Windstärke auf. Insgesamt schloss sich an den Rekordfrühling 2022 nahtlos ein Rekordsommer an. So wurde schon im August die Anzahl an Sonnenstunden erreicht, die es im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte im ganzen Jahr gab. Der Sommer 2022 ist dabei mit 872,9 Stunden Sonnenscheindauer mit Abstand der sonnenscheinreichste seit Aufzeichnungsbeginn an der Station in Drenke gewesen. Die hohe Sonnenscheindauer in Verbindung mit anhaltend hohen Temperaturen und Trockenheit sorgte für den begrifflichen Dürresommer 2022. Es gab an der Wetterstation Beverungen auch gleich zwei neue Hitzerekorde. Am 19. Juli 2022 wurde die bisherige Höchsttemperatur vom 38,2 °C zunächst eingestellt, um einen Tag später - am 20. Juli 2022 - mit 39,5 °C gleich um 1,3 °C überschritten zu werden. An diesem Tag stellte die gemessene Temperatur auch den höchsten Wert in NRW dar. So genannte Hitzetage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 30°C gab es über den Sommer verteilt 20 Stück. Ein ebenfalls sehr hoher Wert. Wie bereits das Frühjahr 2022 zeigte sich der Sommer 2022 extrem trocken. So gab es an der Wetterstation Beverungen im Juni nur 28,0; im Juli 37,6 und im August 46,2 l/m² Niederschlag (Monatsdurchschnitt sonst ca. 70 l/m²). Dabei gab es am Freitag, 26. August 2022 in Beverungen - hauptsächlich bedingt durch ein ca. 1-stündiges nächtliches Starkregenereignis - allein 25,9 l/m². In Drenke blieb es dagegen am gleichen Tag komplett trocken. Insgesamt war der Sommer 2022 nach dem Sommer 2018 an beiden Wetterstationen der zweittrockenste seit Aufzeichnungsbeginn. Gänzlich fehlten so genannte Landregen, welche die Natur in diesem Jahr besonders benötigt hätte. Entsprechend zeigte sich der Weserwasserspiegel, welcher nach einer weiteren Reduzierung des Abflusses aus der Edertalsperre auf ein neues Rekord-Niedrigwasserniveau fiel. Dies sah vor genau 20 Jahren anders aus. Im Juli 2002 gab es damals ein eher selten auftretendes starkes Wesersommer-Hochwasser, wobei es insbesondere am 17. Juli 2002 mit einer Tagesniederschlagsmenge von 91 l/m² extrem ergiebig regnete. Dies ist auch der bisher gemessene Tageshöchstwert seit Aufzeichnungsbeginn an der Station Beverungen. Im gesamten Juli 2002 fielen 177 l/m² Niederschlag – die nach dem September 2001 (189,5 l/m²) zweithöchste bisher erfasste Monatsmenge. Im August 2002 schloss sich nach extremen Regenfällen in den östlichen Bundesländern dann die bekannte Jahrhundertflut an der Elbe an.

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