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Sohlgleite statt Wehr

Sohlgleite statt Wehr

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Es ist ein Gewinn für die Tierwelt und die Stadtkasse. Das sanierungsbedürftige Wehr in der Bever wurde zurückgebaut und durch eine Sohlgleite ersetzt, deren Kosten die Stadt nicht aufbringen muss.

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Bürgermeister Hubertus Grimm und Abteilungsleiter Uwe Lippenmeyer konnten die fertige Sohlgleite präsentieren. Zwischen den Männern in Höhe des toten Baumstumpfes befand sich das Wehr.

© Foto: Siebrecht

Die in der Bever lebenden Fische können wieder bachaufwärts wandern und bessere Laichplätze erreichen. Bisher war der Wasserweg durch zwei Wehre versperrt, die Mühlgräben speisten. Die Wehranlage am Mühlgraben oberhalb des Bauernhofs Suermann war beschädigt, vom städtischen Bauhof schon provisorisch repariert worden und hätte saniert werden müssen. Ein weiteres Wehr speiste den Mühlgraben des Simonsmühle. Der Bezirksausschuss hatte schon vor längerer Zeit empfohlen, den Mühlgraben zu erhalten, das Wehr abzureißen und durch eine Sohlgleite zu ersetzten. Die Speisung des Mühlgrabens soll in freiem Gefälle erfolgen.
Die Bauweise der Sohlgleite, die den Höhenunterschied von 2 Metern des ehemaligen Wehres zum Mühlgraben überwindet, wurde von Ingenieurbüro Turk berechnet. Eine Leitströmung windet die sich in Serpentinen durch die terrassenartig hintereinander angelegten Becken und führt durch ihre Wassertiefe und Strömungsgeschwindigkeit die Fische durch die Sohlgleite. Das Bauwerk wurde mit Kalksteinblöcken hergestellt. Vom Radweg an der Dalhauser Straße in Höhe des Sandsteinkreuzes ist das neue Wasserbauwerk gut zu sehen. Der Zutritt führt über Privatgelände und ist nicht gestattet. „Wir sind für das Entgegenkommen der privaten Anlieger dankbar, die eine Baustraße und die Bauarbeiten auf ihren Grundstücken duldeten“, erläuterten Bürgermeister Grimm und Uwe Lippenmeyer.

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Eine Lockströmung führt die Fische hindurch.

© Foto: Siebrecht


Insgesamt umfassten die Bauarbeiten den Bau einer Freigefälleleitung zur Speisung des Mühlgraben mit Absperrmöglichkeit, den Abriss des Mühlgrabenwehres und des Wehres an der Simonsmühle, den Bau von zwei Sohlgleiten, die Verfüllung des Grabens an der Simonsmühle und das Ausbaggern von Schlamm aus dem Mühlgraben auf 600 Metern Länge, damit dieser wieder größere Wassermengen fassen kann. Die Kosten für das Bauwerk von rund 350.000 Euro trug die Betreibergesellschaft des Windparks Twerberg als ökologischen Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft durch Bau und Betrieb der Windräder.

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Die Sohlgleite besteht aus Kalksteinen.

© Foto: Siebrecht


Die Speisung des Mühlgrabens hängt von der vorhandenen Wassermenge ab. Dem natürlichen Gewässer der Bever wird bei Wassermangel, wie er in den letzten Jahren vorlag, vorrangig Wasser zugeteilt.

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