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Aufrüttelnde Gedenk-Veranstaltung

Sekundarschüler erinnern und mahnen

Von Barbara Siebrecht
Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde auch in diesem Jahr wieder von Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule unter der Leitung von Elke Stieghorst gestaltet. Er fand im Gewölbe unter dem Rathaus, dem Ehrenmal der Stadt Beverungen, statt. Dort wird auch auf Schautafeln an das Schicksal der jüdischen Bevölkerung Beverungens unter der Naziherrschaft erinnert. 

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Abwechselnd lasen die Schülerinnen und Schüler Textabschnitte vor und sangen gemeinsam.

© Foto: Siebrecht

Fast einhundert Bürgerinnen und Bürger waren dabei, als die Schülerinnen und Schüler an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die russischen Truppen vor 75 Jahren erinnerten und einen Bogen zur Jetztzeit schlugen. Die Vorbereitung der Veranstaltung wurde in den vier Kursen im Rahmen des Fachs „Praktischen Philosophie“ durchgeführt und Schülerinnen und 46 Schülerinne und Schüler aus den Klassen 6 bis 10 meldeten sich für die Durchführung ihres Konzepts in der Öffentlichkeit. Unterstützt von Bildern auf der Leinwand schilderten sie die Verfolgung und Deportation von Menschen jüdischen Glauben, Kommunisten, Gewerkschaftlern, Behinderten… zum KZ Auschwitz. Eindrucksvoll informierten sie über die Abläufe in der „Todesmaschine“ der in der letzten Nacht vor der Befreiung am 27. Januar 1945 noch 10.000 Gefangene zum Opfer fielen. Zehntausende wurde auf Todesmärsche in den Westen geschickt und etwa 7.000 Häftlinge wurden in Auschwitz befreit, von denen aber viele kurz darauf verstarben, weil sie zu geschwächt waren. Zum Gedenken sangen die Schülerinnen und Schüler das Lied „Die Moorsoldaten“, das Häftlinge im KZ Börgermoor geschrieben hatten und das das Leid ihrer Gefangenschaft beschreibt. Gemeinsam hielten man danach eine Gedenkminute für die Opfer der NS-Herrschaft.

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Auf der Leinwand wurden Daten und Fotos angestrahlt, die die Texte ergänzten.

© Foto: Siebrecht


Im zweiten Teil mahnten die Schülerinnen und Schüler an Ausgrenzung und Verfolgung, die heute stattfindet. Die Schülerin Sham Ghazi aus der 9. Klasse musst aus Syrien fliehen und teilte ihrer Erinnerungen an Bomben, Tod Angst und Ruinen mit den Anwesenden in einem berührenden, selbst geschriebenen Gedicht. Kimberly Mill (9. Klasse) schlug in ihrem Gedicht „Es ist Vergangenheit…“ den Bogen ins Heute und prangerte Ausgrenzung und Gewalt gegen Menschen mit anderer Herkunft, Hautfarbe, anderem Geschlecht oder sexueller Orientierung an. Zur Frage, was jeder Einzelne dagegen tun kann, antworteten sie mit einem Lied mit dem Refrain: „Es ist nicht egal…… ob du wegschaust“. Der Schülersprecher Harry Warraich dankte den Anwesenden für ihre Teilnahme und mahnte mit den Worten den Holocaust- Überlebenden Max Mannheimer: „Du bist nicht verantwortlich für das, was geschah, aber das es nicht wieder geschieht, dafür schon.
Bürgermeiste Hubertus Grimm dankte den Aktiven herzlich für ihre aufrüttelnden Worten und die sehr gelungene Gedenk-Veranstaltung und zitierte ein Plakat das ein 11. Gebot formulierte: „Du sollst nicht gleichgültig sein!“

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