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Alexander Klaus und Sebastian Mann beaufsichtigen Badebetrieb in der „Batze“

Schwimmmeister mit Leib und Seele

Von Peter Vössing
Beverungen - Mit Lifeguards, die locker mit einer Rettungsboje in ihrer roten Badebekleidung an den Stützen des Aussichtsturmes lehnen, wie sie in der amerikanischen Fernsehserie „Baywatch“ mit David Hasselhoff zu sehen waren, hat der Beruf Schwimmmeister oder wie dessen korrekte Bezeichnung „Meister für Bäderbetriebe“ ist, nur wenig zu tun.

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Sebastian Mann (l.) und Alexander Klaus sind für die Schwimmaufsicht im Beverunger Freibad zuständig.

© Foto: Vössing

Zwar ist die vordringliche Aufgabe des Schwimmmeister Alexander Klaus und seines Kollegen Sebastian Mann (Fachangestellter für Bäderbetriebe) im Beverunger Freibad die Aufsicht des Badebetriebes, aber es gibt noch viele andere Tätigkeiten, die zum Aufgabenfeld der beiden gehört.
Die beiden mussten eine dreijährige Ausbildung absolvieren. Sebastian Mann hat dies in Medebach und Alexander Klaus in Höxter getan. Neben der betrieblichen Ausbildung in der jeweiligen Kommune mussten beide noch die Schulbank drücken. Die Erringung des DLRG-Scheins in Silber sowie die Ersthelfer-Ausbildung waren selbstverständlich und auch eine technische Ausbildung mit Gerätekunde (Pumpen etc.) gehörte dazu. Kurzum, sie mussten sich mit all dem befassen, was zu einem Schwimmbad dazugehört.

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Mit einem speziellen Geräte werden von Sebastian Mann (l.) und Alexander Klaus die Becken gereinigt.

© Foto: Vössing


Sie sind die „Herren“ der Beverunger „Batze“ und passen darauf auf, dass alle Badegäste wohlbehalten aus dem Wasser heraus kommen. Und das ist gar nicht mal so einfach. Zu Spitzenzeiten tummeln sich bis zu 2000 Besucher im Bad. Da muss man die Übersicht über die vier Becken (inkl. Kinderplanschbecken) behalten. „Bei 1.800 Badegästen, wie wir sie im Juni hatten, ist das schwer. Da holen wir uns Hilfe. Man muss dann auch schon mal ran, wenn man eigentlich einen freien Tag hat. Wir werden zusätzlich von externen Rettungsschwimmern unterstützt. Allein ist das nicht zu bewältigen und wäre auch verantwortungslos“, erklärt Alexander Klaus.

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Sebastian Mann kontrolliert den Chlorgehalt und den ph-Wert (Säuregahalt) des Wassers.

© Foto: Vössing


Im Laufe der Jahre haben die beiden ein geschultes Auge für den Badebetrieb entwickelt. Sie wissen genau, wenn etwas ungewöhnlich ist und handeln dann schnell. „Gottseidank ist bis jetzt alles gut gegangen. Natürlich gibt es im Laufe einer Saison Blessuren wie Schnittverletzungen, Insektenstiche, Kreislaufkollapse, Knochenbrüche etc. zu verzeichnen, aber das bleibt bei der Anzahl der Freibadbesucher im Laufe einer Saison nicht aus“, erläutert Sebastian Mann.
Im letzten Jahr musste insgesamt 4 Mal der Rettungswagen angefordert werden, in diesem Jahr war der Rettungsdienst schon 7 Mal im Freibad.

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Alexander Klaus reinigt die Filter. Die darin befindlichen Haare, Blätter etc. werden entfernt.

© Foto: Vössing


Der Tagesablauf des Schwimmmeisters und des Fachangestellten für Bäderbetriebe ist ausgefüllt. Schon morgens um 6 Uhr geht es los. Zunächst wird an jedem Morgen die Verkehrssicherheit des Bades überprüft. Dabei wird gecheckt, ob die Sandflächen frei von Scherben und ob die Rettungswege zugänglich sind. „Wir laufen unter anderem auch die lange Rutsche hoch und prüfen diese auf Beschädigungen“, erläutert Alexander Klaus. Alle Becken und Beckenumgänge werden überprüft und die Technik kontrolliert. Des Weiteren muss neben den Füllständen der Becken und der Chemiebehälter das Wasser auf Chlor- und Säuregehalt überprüft werden. Zu den weiteren Aufgaben gehört die Befüllung der Durchschreitebecken und des Kinderplanschbeckens und bei Bedarf werden alle Sonnenschirme aufgespannt. Am Ende wird die Kasse vorbereitet, bevor um 7 Uhr die ersten Gäste zum Frühschwimmen kommen.
Zu den wöchentlichen Aufgaben der Beiden gehört auch die Reinigung der Filter. Die darin befindlichen Haare, Blätter etc. werden dann entfernt. Natürlich müssen auch die Becken mit dem Spezial-Beckensauger gereinigt werden. Weitere Reinigungsarbeiten oder das Schneiden der Hecken gehören ebenfalls zum Aufgabenfeld der beiden Schwimmmeister.

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Sebastian Mann kontrolliert die Wasserrutsche.

© Foto: Vössing


Nach der Saison (ab Mitte September) werden alle Gegenstände (Schirme, Liegen etc.) winterfest verstaut und die Filteranlage außer Betrieb gesetzt. Im Winter werden von den beiden Meistern im Bäderbetrieb Geräte und Einrichtungsgegenstände gewartet. Schon im Frühjahr muss das Freibad für die kommende Saison vorbereitet werden. Dann heißt es, sämtliche Becken gründlich zu schrubben und am Ende wieder frisches Wasser einzulassen.
Das Aufgabenfeld der beiden, die im Winter zudem den Beverunger Bauhof unterstützen, ist mannigfaltig und unterscheidet sich so sehr von den Baywatch-Image in der Serie.
In den Großstädten gibt es zuweil immer wieder Probleme mit einigen Besuchern, die im Bad randalieren und sogar die Rettungskräfte tätlich angreifen. „Diese Erfahrung haben wir hier in Beverungen gottseidank noch nicht gemacht, wenngleich auch wir feststellen müssen, dass der Respekt uns gegenüber nachgelassen hat und Anweisungen nicht mehr wie selbstverständlich akzeptiert, sonder eher diskutiert werden. Bis jetzt hat es keine körperlichen Angriffe gegeben. Natürlich wird auch mal der eine oder andere Besucher frech. Wir versuchen, bei Streitigkeiten deeskalierend zu wirken. Im Zweifel holen wir die Polizei. Unsere Hauptaufgabe ist die Badeaufsicht sowie die Einhaltung der Schwimm- und Baderegeln“, erklären Alexander Klaus und Sebastian Mann abschließend, die trotz allem ihren Beruf lieben und mit Leib und Seele die wichtige Arbeit im Beverunger Freibad leisten.

 

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