Das biografische Schauspiel als Nische

Rückblick auf „Marie Curie“

Beverungen (brbs) - Da haben sich drei gefunden, die sehr gut miteinander können. Schauspielerin Anja Klawun (46), Regisseur Thomas Luft (54) und Autorin Susanne Felicitas Wolf (57) suchen sich spannende Frauenfiguren der Geschichte aus.

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Schauspielerin Anja Klawun brilliert in der Beverunger Stadthalle als "Marie Curie".

© Foto: Kulturgemeinschaft Beverungen

Wolf schreibt das Stück, Luft inszeniert es und Anja Klawun brilliert in der Hauptrolle. Mit diesem Genre des biografischen Schauspiels hat sich das Trio sehr erfolgreich eine eigenständige Nische im bundesweiten Kulturbetrieb geschaffen. Begonnen hat es 2012 mit einer fiktiven Biografie über die Päpstin nach dem Roman von Donna Cross. Mitte November stand mit „Marie Curie“ die neueste Produktion auf der Bühne der Beverunger Stadthalle. Diesmal verkörperte Anja Klawun die ersten weiblichen Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867 bis 1934). Die Physikerin und Chemikerin wurde sogar zweimal in zwei Disziplinen ausgezeichnet.1903 in Physik und 1911 noch einmal in Chemie. Autorin Susanne Wolf hat sich nicht nur sehr ausführlich mit dem Leben von Marie Curie beschäftigt, sondern es ist auch gelungen, den wissenschaftlichen Kern ihrer Arbeiten und Theorien mitsamt Fehlannahmen und Irrtümern auf der Bühne erlebbar zu machen.
Die in ein reduziertes Bühnenbild gestellte Inszenierung lebte vor allem von der großen Präsenz von Anja Klawun. Die sechs Akteure bewegten sich vor einer in wechselndes Licht getauchten Leinwand über wie Stolpersteine angeordnete Bühnenpodeste durch einen ansonsten leeren Raum. Ein live gespieltes Vibrafon hinter der Leinwand, sorgte für Spannung und einen Grundton wie das Brummen der immer unter elektrischer Spannung stehenden Gerätschaften in ihrem Labor. Sie starb übrigens mit 1934 mit 66 Jahren an den Folgen der radioaktiven Strahlung, der sie sich mit ihrer Arbeit ausgesetzt hatte und um deren Gefahren man damals noch nicht wusste
Im Theaterprogramm der Beverunger Kulturgemeinschaft geht es weiter am Mittwoch, 19. Januar 2022, mit einer besonderen musikalischen Lesung. Schauspielerin Eva Mattes liest aus der neapolitanischen Saga „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante. Dazu gibt es Musik von der Sizilianischen Chansonsängerin Etta Scollo.