Ehrenamtspreisverleihung 2018 der Stadt Beverungen

Roswitha Koch, Thomas Lüke und Christoph Reichardt geehrt

Von Peter Vössing
Beverungen - Bürgermeister Hubertus Grimm hatte zur Verleihung des Ehrenamtspreises 2018 der Stadt Beverungen ins Rathaus geladen. Im Mittelpunkt der Feierstunde standen die neuen Ehrenamtspreisträger Roswitha Koch, Thomas Lüke und Christoph Reichardt.

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(v.l.) Bürgermeister Hubertus Grimm ehrte die neuen Ehrenamtspreisträger Christoph Reichardt, Roswitha Koch und Thomas Lüke.

© Foto: Vössing

Neben Mitgliedern des Rates der Stadt Beverungen war auch der ehemalige Bürgermeister der Stadt Beverungen, Walter Frischemeyer, der Einladung gefolgt.
Bürgermeister Hubertus Grimm begrüßte es, dass das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr erstmals ein spezielles Förderprogramm zur Stärkung des Heimatgedankens aufgelegt hat. Mit dem Heimatpreis sollen besondere Aktivitäten vor Ort unterstützt werden. Auch die Stadt Beverungen wird diesen Heimatpreis ausloben, das hat der Rat in der letzten Sitzung beschlossen.
Grimm merkte an, dass es den Ehrenamtspreis seit vielen Jahren in Beverungen gibt. „Denn nur, wenn wir auch in Zukunft Menschen finden, die sich dem Gemeinwohl in besonderer Weise verpflichtet fühlen, die Verantwortung übernehmen, die bereit sind, ihre Freizeit zu opfern und dabei nicht auf das Geld schielen, nur dann wird es uns gelingen, viele Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte in die Zukunft zu bringen“, betonte der Bürgermeister.
Als erste neue Ehrenamtspreisträgerin wurde Roswitha Koch aus Blankenau ausgezeichnet. Koch ist seit zwölf Jahren ehrenamtlich beim Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands, kurz VdK, tätig. Im VdK gratuliert sie den Vereinsmitgliedern zu ihren Geburtstagen im Auftrag des Vereins und hat stets ein offenes Ohr und ein großes Herz für alle Mitglieder.
Über viele Jahre hat sie sich für das Gemeinwesen in Ihrer Ortschaft Blankenau eingesetzt und gehört seit fast zwanzig Jahren dem dortigen Bezirksausschuss bzw. Ortsbeirat an. Darüber hinaus war sie von 1989 bis 1994 im Rat der Stadt Beverungen vertreten. Und nicht zuletzt gehört zu ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement auch die langjährige Mitwirkung im Seniorennetz in Beverungen.
Als nächsten Ehrenamtspreisträger rief der Bürgermeister Thomas Lüke auf. „Lieber Thomas,
bei dir könnte man von einem richtigen „Vereinsmeier“ sprechen. Jemand, der sich in vielfältiger Weise engagiert, der nicht lange nachfragt, wo er helfen kann, sondern der die Arbeit sieht und diese dann einfach macht. Seit über 40 Jahren bist du in vielfältiger Weise ehrenamtlich in unserer Stadt aktiv. Vorgeschlagen wurdest du heute in erster Linie für deinen großen Einsatz im Wassersportverein Beverungen“, erklärte Hubertus Grimm.
Seit Jahrzehnten leitet Lüke die Radsportgruppe und die Nordic-Walking-Abteilung des WSV. Er gilt als ein sehr sportbegeisterter Mensch, der auch einfach mal am Sonntagmorgen sein Rad schnappt und zum Brocken fährt. Der Geehrte organisierte auch immer wieder besondere Events. Davon gab es beim WSV in den vergangenen Jahrzehnten reichlich. Egal, bei welcher Veranstaltung, Thomas Lüke war dabei. Im besonderen Fokus der Öffentlichkeit stand in den vergangenen Jahren der Beverunger Benefizlauf anlässlich des Blütenfestes. Diesen hat Thomas Lüke mit ins Leben gerufen und hauptsächlich organisiert. Wenn der Schützenverein ruft, steht Lüke Gewehr bei Fuß. Auch hier gibt es immer wieder Veranstaltungen zu organisieren und zu begleiten. Gleiches gilt für die Kulturgemeinschaft. Auch hier gibt keine Großveranstaltung ohne Thomas Lüke.
Der dritte Preisträger des Jahres 2018 ist der Stadtheimatpfleger Christoph Reichardt, der seit über 25 Jahren in besonderer Weise für die Stadt Beverungen aktiv ist. „Sehr geehrter Herr Reichardt, seit über 25 Jahren sind Sie mittlerweile in besonderer Weise für unsere Stadt aktiv. Wir haben uns kennengelernt, als 1993 die Stadtgeschichte von Beverungen in diesem besonderen Projekt von Schützenverein, Volksbank, Stadt und Herrn Gocke aufgelegt wurde. Gemeinsam haben wir im Beirat gesessen und Sie haben mit zwei Artikeln nicht unerheblich zur Erstellung des Buches beigetragen“, eröffnete Grimm seine Laudatio. Aufgrund seiner besonderen Qualifikation als Geschichtslehrer wurde Reichardt Nachfolger von Richard Dohmann als Ortsheimatpfleger für die Kernstadt von Beverungen 1996 vom Kreisheimatpfleger bzw. vom Westfälischen Heimatbund ernannt. Die Ortsheimatpfleger des gesamten Stadtgebietes haben ihn dann ebenfalls 1996 zum Stadtheimatpfleger gewählt.
In den vergangenen 22 Jahren ist es dem Geehrten gelungen, in besondere Weise neue eigene Akzente zu setzen und die Stadtgeschichte weiter zu erforschen. Er war vor allen Dingen an der Neuausrichtung des Stadtarchives in den Räumen der ehemaligen Hauptschule maßgeblich beteiligt. Nach den jahrzehntelangen Provisorien ist es auf seinen Vorschlag hin gelungen, dort im Jahr 2000 eine adäquate Unterbringung des Stadtarchives mit der Möglichkeit der Erweiterung entstehen zu lassen. Sein besonderes Engagement galt dem Judenfriedhof. In Zusammenarbeit mit Helmut Benz entstanden das jüdische Ehrenmal im Rathaus und die Sagensteine zum Jubiläumsjahr 2017 am Weserufer. „Ich möchte aber auch erinnern an die Info-Stände am Schloss Wehrden oder an der Kirche in Jakobsberg, die auf Ihre Initiative hin entstanden sind, sowie an zahlreiche Publikationen, die ganz wichtig für unsere Stadtgeschichte sind. Beispielhaft darf ich hier die Fortsetzung der Hefte der Volksbank nennen, die Sie zusammen mit dem Heimat- und Verkehrsverein in unregelmäßigen Abständen auf den Weg gebracht haben. Mit „Weser-Bever-Berg-und-Tal“ haben Sie diesen Heften einen neuen Namen gegeben. Und auch die Einbeziehung der Ortschaften in diese Schriftenreihe ist Ihr besonderer Verdienst und ein gelungener Beitrag zum Zusammenwachsen unserer Stadt“, erklärte Grimm.
Hinzu kommen weitere Beiträge im Kreisjahrbuch von Höxter und verschiedene Fachpublikationen. Ein ganz besonderes Echo hervorgerufen hat das Buch „Nationalsozialismus im Weserbergland“, das Reichardt 2016 mit Wolfgang Schäfer herausgegeben hat. Aber auch die Archivbilder von Beverungen im Jahr 2000 oder Beiträge zum Handbuch „Jüdischer Gemeinden“ sind sicherlich erwähnenswert. Als Stadtheimatpfleger fühlt der neue Ehrenamtspreisträger sich für den Erhalt der Natur verantwortlich. Um diese besser erlebbar zu machen, stand Reichardt Pate beim Weser-Bever-Höhenweg. Christoph Reichardt ist zudem aktives Vorstandsmitglied im Heimat- und Verkehrsverein Beverungen.
Als Dank für das herausragende Engagement erhielten die Geehrten von Bürgermeister Hubertus Grimm eine Urkunde, eine Ehrennadel der Stadt und einen Geschenkumschlag überreicht.