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"Schmiede Kronenberg" setzt Pläne um

Neue Fährboote werden gebaut

Von Barbara Siebrecht
Herstelle – Seit Anfang Februar arbeitet Christian Frewer mit seinem Team an den neuen Fährbooten, die die in die Jahre gekommenen Gierseilfähren in Wehrden und Herstelle ersetzten sollen. Der Stahl- und Metallbau-Meisterbetrieb hatte die öffentliche Ausschreibung der Stadt Beverungen gewonnen.

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Heinz-Jürgen Schüttemeyer, Marcus Rudolff und Christian Frewer (mit Konstruktionsplan) fertigen die neuen Fährboote für Wehrden und Herstelle.

© Foto: Siebrecht

Fachlich wird das Projekt durch den Fachverband Metall NRW begleitet, denn der Bau eines Fährbootes ist ein sehr selten erteilter Auftrag. Die Pläne wurden von der Meldericher Schiffswerft Duisburg vorgelegt. Eigentlich sollten die Arbeiten schon in Herbst 2020 beginnen, aber die Konstruktionspläne liegen erst seit Ende Januar vor“, erläuterte Metallbau-Meister Christian Frewer, der Inhaber der alteingesessenen „Schmiede Kronenberg“ in Herstelle. Er rechnet mit etwa vier Wochen Bauzeit pro Fähre. Nach Abschluss der Metallarbeiten, werden die Fährboote von einer Fachfirma in Gelsenkirchen als ganzes Werkstück verzinkt und damit gegen Rost geschützt. Ein Farbanstrich in den Farben Schwarz-Rot-Gelb wird aufgebracht.
Der Bootskörper besteht aus 5mm starkem Stahlblech mit Längs- und Querspanten aus Winkelstahl. Das Deck wird aus rutschhemmendem Riffelblech gebaut, in dem Mannlöcher ausgespart werden, die Einblick in den Schiffskörper ermöglichen. Das Fährschiff hat drei getrennte Schotten, die einzeln geflutet werden können und an Heck und Bug je ein Kollisionsschott. Für den sehr unwahrscheinlichen Fall eines Unfalls ist also gut vorgesorgt. In den Abmessungen (11m x 2,80m) wird die neue Hersteller Fähre fast genauso ausfallen wie die alte Fähre. Zwölf Sitzplätze für Personen und Laderaum mit Anlehnbügeln für bis zu zwölf Fahrräder wird die Fähre fassen können. Voll beladen soll sie einen Tiefgang von nur 30 cm haben. Geländer von 1,10 m Höhe, ein Fahnenmast, zwei Rettungsringe und eine abnehmbare Beleuchtung für Nachtfahrten komplettieren die Ausstattung der neuen Gierseilfähren. Vieleicht sind Nachtfahrten auf der Weser demnächst als touristische Angebot buchbar.

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Metallbaumeister Markus Rudolff schweißt am „Skelett“ der Fähre aus Winkeleisen.

© Foto: Siebrecht


Am Bau der neuen Fähre sind einige der Männer beteiligt, die die alte Hersteller Fähre im Frühsommer 2017 mit etwa 250 Stunden ehrenamtlicher Arbeit so weit sanierten, so dass die nun etwa 90 Jahre alte Fähre bis heute weiter betrieben werden konnte.
Die neuen Fährboote können erst nach einer Prüfung vor Ort durch Fachleute des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Dienst gestellt werden. Diese Prüfung wird durch den Eigentümer, die Stadt Beverungen beantragt und ist für den 1. Juni 2021 angesetzt. Wenn alles planmäßig verläuft, können Werden und Herstelle die Jungfernfahrten ihrer neuen Fähren also im Juni feiern. Schon jetzt ist den Schiffen immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel für die nächsten 100 Jahre zu wünschen und damit der Erhalt dieser beliebten Attraktion am Radweg R1 für Einheimische und Gäste.

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