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Neue Straßenbäume in der Kernstadt

Nachhaltige Baumauswahl

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Straßenbäume prägen entscheidend das Erscheinungsbild einer Stadt und wirken sich positiv auf das Kleinklima zwischen den Häusern aus. Die Blätter beschatten und kühlen den Straßenraum. Sie befeuchten die Luft, filtern Stäube aus und sorgen so für gute Lebensbedingungen für die Menschen. Ihre Kronen sind Lebensraum für Wirbeltiere und Insekten. Beverungen hat sich entschlossen, neue Bäume für die Kernstadt anzupflanzen und die vorhandenen Platanen auszutauschen.

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In der Weserstraße wurden die Platanen und Robinien gerodet.

© Foto: Siebrecht

Eine ungeschnitten wachsende Platane wird ein mächtiger Baum von 30 Metern Höhe und 20 Metern Kronendurchmesser und damit zu groß für jeden Straßenraum. Ihr weit streichendes Wurzelsystem hat von Natur aus Flachwurzeln, die Wegebeläge anheben und Stolperfallen erzeugen können. Das hohe Ausschlagsvermögen der Platanen haben sich Gärtner schon Jahrhunderte nutzbar gemacht und die Platane in Form- und Kastenschnitt gezwungen. Auch in Beverungen wurden die Platanen, die in den 70er Jahren gepflanzt wurden, jährlich bis auf den Stamm eingekürzt und in barocker Manier als geformter Straßenbaum gepflegt. Die Schnittmaßnahmen beschäftigten vier Mitarbeiter des Bauhofes jedes Frühjahr über mindestens zwei volle Arbeitstage. Die Erziehungsform hatte den Vorteil, dass die Größenentwicklung der Bäume im Zaum gehalten wurde. Jedoch musste der Baum in jedem Frühjahr erst wieder ein neues Astgerüst aufbauen, war erst Ende Juli wieder voll belaubt. Die späte Belaubung und die hohen Pflegekosten bewogen die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung dazu, ein neues, nachhaltiges Konzept für die Straßenbegrünung in Beverungen auszuarbeiten.

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Der Amberbaum färbt sich im Herbst prachtvoll in Gelb- und Rottönen.

© Foto: Siebrecht


Der erste Bauabschnitt in der Burgstraße mit 23 Bäumen ist abgeschlossen. In der Weserstraße wurden kürzlich weitere 23 Bäume gerodet und die Wurzelstöcke ausgefräst. Die neuen Straßenbäume sollen am 7. November angeliefert werden und werden vom Bauhof der Stadt Beverungen in die Erde gebracht. Die Baumstandorte wurden mit Pflanzsubstrat der Klasse II verbessert, das verdichtet und überpflastert werden kann. Ab dem 12. November sind die Pflasterarbeiten durch Firma Nolte geplant. Uwe Lippenmeyer (Abteilungsleiter Bauabteilung IV) bittet die Bürger um Verständnis für die Beeinträchtigungen durch die Baumaßnahme und ist bemühte die Behinderungen so kurz wie möglich zu halten. Für die Maßnahme in der Weserstraße wurden 50.000 Euro an Haushaltsmitteln gebunden. Die Arbeiten des Bauhofs sind darin nicht berücksichtigt.
Für die Auswahl der Baumarten hat Uwe Lippenmeyer die GALK-Liste des Arbeitskreises „Straßenbaum“ zu Rate gezogen in der Erkenntnisse zur Eignung der Baumarten als Straßenbaum evaluiert sind und hat eine Vorauswahl getroffen. Der Stadtrat entschied sich für den Amberbaum als zukünftig prägende Baumart in der Burg und Weserstraße. Der Amberbaum, (Liquidambar styraciflua) stammt aus Nordamerika und wird 20 Meter hoch und 10 Meter breit. Er hat sommergrüne, ahornähnliche Blätter. Seine ausgesprochen prachtvolle Herbstfärbung und die interessanten, kugelige Früchte und die auffällige Kork-Rinde an älteren Ästen im Winter, machen den Amberbaum zu einem hervorragenden Ziergehölz.
Im Kreuzungsbereich der Weser- mit der Burgstraße am Kellerplatz bereichern sechs Baummagnolien mit ihren feinen, weißen, sternförmigen Blüten vor dem Laubaustrieb das Straßenbild im April. Die relativ kleinen Blätter der Baummagnolie (Magnolia kobus) fallen im Herbst ab. An den zapfenförmigen Fruchtständen mit den rot leuchtenden Früchten im Herbst ist erkennbar, dass es sich bei den Magnolien um eine uralte Pflanzenfamilie handelt, die schon vor 100 Millionen Jahren gleichzeitig mit den Dinosauriern existierte. Die Baummagnolie bleibt ein kleiner Baum mit bis zu 10 Metern Höhe und 8 Metern Durchmesser.

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In der Burgstraße haben sich die Bäume schon gut entwickelt.

© Foto: Siebrecht


Uwe Lippenmeyer hat die Bäume, die bestellt wurden einzeln in der Baumschule Lappen am Niederrhein ausgesucht und auf einen durchgehenden Stamm und einen gleichmäßigen Kronenaufbau geachtet, damit die Bäume von Anfang an in der richtigen Form wachsen.
Für die Straßenbäume in den drei weiteren Bauabschnitte Mühlenstraße, Lange Straße und Bahnhofstraße liegen noch keine konkreten Konzepte und Beschlüsse vor.

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