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Alte Garde feiert Weiberkarneval

Nachgiebiger Mafioso

Von Barbara Siebrecht und Peter Vössing
Beverungen – Mit Musik zur Gitarre von Gisela Koch stürmten die Frauen um 11.11 Uhr das Beverunger Rathaus. Zuvor hatten sie ihre Runde durch die „City“ gedreht und die Kundinnen und Kunden in den Geschäften in Stimmung gebracht.

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Präsidentin Paula Jochheim und Till Eulenspiegel (Barbara Hartmann) trafen sich mit den „Gangsterbossen“.

© Foto: Siebrecht

Im Sitzungsaal bewirtete der Bürgermeister als Mafia-Boss und sein Vize (Ludger Ernst) als Drogenboss die Alte Garde und die etwa 100 Frauen, die farbenfroh kostümiert und singend einzogen. Unter den Frauen war natürlich auch Prinzessin Linda die geheimnisvolle Kecke im Kreis ihrer Freundinnen.


Die Mitarbeiter der Stadt waren als „Scharfe Cillis“ und Panzerknacker dabei. In seiner gereimten Begrüßungsrede im Wechsel mit Ludger Ernst gestand Grimm seine Verzagtheit vor den Ganoven, Dieben und scharfen Mädchen, die getreu dem Motto des Karnevals sich auf den Gassen herumtreiben. Aufgefallen war dem Verwaltungschef, dass sich einige Männer in Frauenkleidern unter die Weiber gemischt hatten und er überlegte, ob es nötig sei eine 3. Toilette für „Diverse“ im Rathaus zu bauen, für die die beim Erleichtern „weder sitzen noch stehen“. Besser warte man aber noch die kommenden Vorschriften zu diesem Thema ab, die hoffentlich konkretisieren würden, wie so eine Toilette auszusehen habe. Nach Aufforderung rückte er den Rathausschlüssel ganz ohne Widerstand heraus und meinte die Präsidentin solle ihn am Montag gleich an den Karnevalsverein übergeben, dann nähme er sich einen Tag frei.

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Till verschenkte eine schicke Schlafmaske an den Bürgermeister.

© Foto: Siebrecht


Die Präsidentin der Alten Garde, Paula Jochheim nahm den Rathausschlüssel entgegen und dankte artig für die Bewirtung und den fröhlich geschmückten Rathaussaal. Barbara Hartmann als Till Eulenspiegel nahm wieder die Welt und Lokalpolitik aufs Korn. Wie beim Brexit seien die Verhandlungen zum Beitritt der alten Garde zum CVWB langwierig gewesen und eine Unterschrift gäbe es bis heute nicht. An dem Vorhaben „Weserufer“ kritisierte sie den zu klein gedachten Aussichtspunkt in Höhe der Posttwete, die saftigen Gebühren für die Leichenhalle, zu wenig Bänke und Mülleimer auf der langen Straße und den Hindernissparcour durch weitere (gelbe) Mülltonnen vor den Mietshäusern. Aber dies alles ficht die“ Mochen“ nicht an, Trotz Verdi-Stopp beim Sternenmarkt und geschlossenem Stadt Bremen zu den tollen Tagen feiern die Beverunger munter weiter.

Am Abend stand dann die große Party in der Beverunger Stadthalle auf dem Programm. Hunderte Frauen hatten sich phantasievoll in Schale geworfen und verwandelten den großen Saal Weser in ein Meer aus bunten Farben. Die „Weiber“ waren sehr gut aufgelegt und spätestens beim Einmarsch der „Alten Garde“ unter den Klängen des Evergreens „Es war einmal, ein Treuhusar“ war klar: „Hier geht heute mächtig die Post ab.“

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Ausgelassene Stimmung bei der Weiberkarnevalsparty in der Stadthalle am Abend.

© Foto: Vössing


Seit 63 Jahren feiert die „Alte Garde“ nun Karneval und dementsprechend konnten sich die Mitglieder das 63. Bändchen an ihre Fahne heften. Es war die erste Feier nach dem Anschluss der „Alten Garde“ an den CVWB.
Bunt war übrigens auch das Unterhaltungsprogramm auf der Bühne. Es wurde von BarbarabSaggel präsentiert. Karaoke-Vorführungen wechselten sich mit Tanzeinlagen ab und auch die Tollitäten des CVWB konnten mit ihren Garden begrüßt werden.
Erstmals hatte DJ-Toto das Zepter in Bezug auf die musikalische Unterhaltung übernommen. Bei den Tanz- und Schunkelrunden wusste der DJ zu überzeugen, sodass die Betriebstemperatur der feierwütigen närrischen Weiber von Tanz zu Tanz gesteigert wurde.
Die Ladys in der Stadthalle ließen es ordentlich krachen und feierten so, als wenn ihre Kondition unerschöpflich wäre bis in die späte Nacht hinein.

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