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Buchenwald-Ausstellung der Abschlussklassen

Nachdenken über Gewalt, Leid und Tod

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Ein Besuch der 10. Klassen in der Gedenkstätte Buchenwald gehört schon seit Jahren zum festen Programm der Sekundarschule Beverungen. Aus der dreitägigen, außerschulischen Unterrichtsveranstaltung und ihrer Nachbereitung ist eine Ausstellung entstanden, die in den nächsten Wochen im Gebäude I der Sekundarschule gezeigt wird.

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Die Macher der Ausstellung mit den betreuenden Lehrerinnen Anita Bollmann (Didaktische Leitung, 3. v. l.) und Judith Gockeln (Koordinatorin, ganz rechts)

© Foto: Siebrecht

Es ist immer ein sehr bewegendes Erlebnis die Überreste eine Arbeits- und Vernichtungslagers der Nazi-Diktatur zu sehen und damit selbst zu „Zeugen“ dieser Zeit zu werden. Die Schülerinnen und Schüler haben die Arbeiten ihrer Gruppenarbeiten in Kunstwerken, Plakaten festgehalten, die vor schwarzer Folie an den Wänden und auf Tischen im Raum präsentiert werden. Eine Schülerin hatte die noch erhaltenen Gebäude als Papp-Modelle nachgebaut, ein Haufen Steine mit Schlagworten wie „Tod“ und „Trauer“ war in einer Ecke gestapelt. Im Eingangsbereich begrüßte ein Plakat mit den Worten „Jedem das Seine“ und Erläuterungen zu diesem Satz, der am Eingangstor des Lagers angebracht war, die Ausstellungsbesucher.

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Lara Willeke und Sue Hubbert berichteten über das Krematorium.

© Foto: Siebrecht


Zu den selbst gewählten Themen stellten die Jugendlichen ihre Erkenntnisse und Arbeiten vor und berichtete auch immer von den Beweggründen für die Wahl des Themas. „Weil wir auch Frauen sind, das hätte uns auch passieren können“, Wir wollten wissen wie lange man die Arbeit im Steinbruch überleben konnte“, „Wie sah der Alltag im KZ aus“, „Wie war das Leben der Kinder und Jugendlichen in Buchenwald“, mit diesen und anderen Fragen hatten sich die Schülerinnen und Schüler beschäftigt und man spürte, dass sie einen emotionalen Zugang zu den Geschehnissen in der Vergangenheit gefunden hatten.

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Natalie Klemmer stellte die Befreiung aus dem KZ mit dem Durchtrennen der Fäden einer Marionette dar.

© Foto: Siebrecht


Das Arbeitslager Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde im Juli 1937 errichtet und diente dazu, politische Gegner, Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Vorbestrafte, Wohnungslose und Homosexuelle dauerhaft aus dem deutschen Volk auszusondern. In Buchenwald wurden ca. 238.000 Menschen inhaftiert, davon starben 56.000. 8.000 sowjetische Kriegsgefangenen wurden dort erschossen.
„Ich bin davon überzeugt, dass die Arbeit am Projekt „Nationalsozialismus“ und diese Ausstellung als Ergebnis dieser Arbeit einen großen Beitrag für mehr Verständnis, Toleranz und Respekt in unserer heutigen Zeit leisten können“, resümierte der Schulleiter in seiner Rede bei der Ausstellungseröffnung.

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