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Julia Engelmann bezauberte ihr Publikum

Musik, Gedichte und Konfetti

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Sie war wahnsinnig aufgeregt, das konnte das Publikum spüren, aber spätestens nach dem 3. Vortrag hatte die sympathische, junge Frau mit ihren klugen und warmherzigen Texten die Herzen des nahezu ausverkauften Hauses in der Beverunger Stadthalle gewonnen.

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Julia Engelmann im Konfetti-Regen.

© Foto: Siebrecht

Julia plauderte, sang und ließ Konfetti regnen als Ersatz für Sternschnuppen und damit sich jeder etwas wünschen konnte.
Sie begann den Abend und ihre Tour-Premiere in Beverungen auf Einladung der Kulturgemeinschaft mit „Herzlich willkommen, willkommen (Beverungen) im jetzt“ und sang: „vergiss mal die Zeit, vergiss mal den Stress.“ Rasant trug sie ihr Gedicht über „Anglizismen“ vor, die wir ständig benutzen und bei ihrem Sprachtempo fiel es dem Publikum schwer, mitzudenken. Sie berichtete authentisch aus ihrem Leben, wie sie auf ihre Themen kommt und was sie bewegt. Bei dem Gedicht „Für meine Mutter“ hatte das Publikum, das zu etwa 70 Prozent aus Müttern und Töchtern bestand einen Kloß im Hals vor Rührung. Julia Engelmanns Eltern begleiten als Teil des Organisations-Teams ihre Tour und natürlich gab es auch ein Gedicht „Für meinen Vater“ mit der Zeile: „ Ich hab immer geglaubt, das Glück fliegt mir zu aber rückwärts geschaut warst mein Glück immer du“. Die junge Frau, die ein Philosophie-Studium erfolgreich abbrach und den Poetry-Slam als ihre berufliche Chance erkannte, verpackte viel Lebensweisheit ich ihre Texte. In einem Gedicht ging es um das, was sie hat, was sie nicht hat und das was sie sie hat aber nicht möchte; konsequenter Weise in drei Teilen. Das Lied „Kein Modelmädchen“ rief dazu auf sich nicht zu verstellen, und im „Grapefruit“ ging es darum, für was man alles dankbar sein kann. „Dankbarkeit ist eine Glücksstrategie“, meinte die Dichterin und Sängerin. Musikalisch wurde sie von Martin Ziaja und Lukas Berch unterstützt sang und tanzte in einer „selbstgezeichneten“ Kulisse eines nächtlichen Dachgartens mit Lampions und Blick auf Hochhäuser. Julias Mutter assistierte bei ihrer Fragerunde ans Publikum beim Anreichen des Saalmikrophones. Das führte zu einem der größten Lacher des Abends, den eine Zuschauerin sagte ins Micro: „Ich hab gar keine Frage, ich wollte nur mal deine Mutter kennen lernen“. Am Ende des rasanten Abend mit dem Titel „Poesiealbum“ war Julia Engelmann ganz entspannt und glückliche und wurde vom begeisterten Publikum mit „Standing ovation“ belohnt.
Auf ihrer Homepage schrieb sie am nächsten Morgen: „Beverungen! 1000 Dank! Was für eine schöne Tourpremiere! Das hätte schöner nicht sein können, dank euch!!! So viel Liebe!

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