Siegerpreise gehen an Beverunger Schüler*innen

Mit Postkarten und Flaschenpost gewonnen

Von Barbara Siebrecht
Beverungen/ Malacky (Slowakei) – „Wir haben wieder Erfolg gehabt“ berichtete Schulleiter Benedikt Marpert höchst zufrieden und gratulierte den Schülerinnen und Schüler zu ihren Siegerpreisen im Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ 2020, der vom Land NRW ausgelobt wurde.

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Bei der Übergabe der Urkunden und Preisgelder: (v. l.) Marie Wiedemeyer, Christoph Reichardt, Jette Meibom, Alexander Wilhelm, Ena Konze, Schulleiter Benedikt Marpert, und Julia Söder (nicht im Bild Noumidia Zina).

© Foto: Siebrecht

Der jährlich ausgelobte Wettbewerb lädt ein, die eigenen Heimat und die Länder Osteuropas in den Bereichen Kunst, Musik, Tanz, Literatur, Politik/Wirtschaft, Geschichte, Geografie zu erkunden, um so das Wissen über die Lebensweise der Menschen dort und hier zu erweitern und somit neue Wege der Freundschaft und des Miteinander im Herzen Europas zu finden.
Marie Wiedemeyer (Klasse 6b) hat mit einer Einzelarbeit zum Thema "Flaschenpost am Ostseeufer" mit dem Titel "Magische Botschaft“ erfolgreich teilgenommen. Ihre Geschichte erzählt von dem dänischen Mädchen Smilla, das eine moderne Flaschenpost ins Meer wirft. In der Flasche ist aber nicht nur der Brief, sondern sind auch magische Steine, die dem Finder Wünsche erfüllen und Glück bringen können. Ihre Flaschenpost wird am deutschen Ostseeufer angeschwemmt und gefunden.
Marie hat sich die Geschichte ausgedacht, den Brief von Smilla niedergeschrieben und den Fund der Flasche erzählt. Für ihre kreative Leistung erhielt sie einen Siegerpreis. Ihre Arbeit wurde von ihrem Klassenlehrer Christoph Reichardt betreut, der ihr auch die Teilnahme vorschlug. Marie hat jetzt Feuer gefangen und möchte im nächsten Jahr auch wieder am Wettbewerb teilnehmen.

Mit Stolz präsentierten die zweiten Preisträger der Beverunger Gymnasiums aus der Q1 ihre Arbeiten zum Thema "Die "goldenen Zwanziger" oder Postkarten erzählen Geschichte(n)“. Bei dieser länderübergreifenden Arbeit forschten sie Hand in Hand mit Schülerinnen aus der Slowakei.
Mit Klára Havelková + Alexandra Šamulková nahmen sie Kontakt in deutscher Sprache auf und erfuhren viel über Gemeinsamkeiten der beiden ländlichen Heimatregionen.
Anhand von Postkarten aus dem Archiv, die in den zwanziger Jahren von ihrer Stadt aufgenommen wurden und Postkarten, die heute im Handel sind, untersuchten sie, wie sich die Stadt und deren Darstellung in 100 Jahren verändert haben. „Wir fanden zum Beispiel heraus, dass es früher üblich war auf der Weser Schlittschuh zu laufen, das ist heute nicht mehr möglich“, berichteten die jungen Forscher, die die Aufgabe im Rahmen des Geschichtsleistungskurses bearbeiteten. Die Schülerinnen und der Schüler fassten ihre Erkenntnisse in einer fast 90 Seiten langen Arbeit zusammen. Zum Arbeitsumfang gehörten jedoch auch künstlerisch-kreative Arbeiten. Die deutsche Gruppe baute einen Rahmen zur Präsentation von Postkarten und ein Holzkästchen in dem ein fiktiver Briefwechsel zwischen Urgroßeltern und Urgroßenkelin dargestellt wurde. Für die originalgetreue Ansicht des Schriftbildes hatte Alexander Wilhelm sogar die Sütterlin-Schrift gelernt, die in den Zwanzigern verwendet wurde. .

Ich finde, unsere slowakischen Partnerinnen waren noch kreativer als wir“, meinte Jette Meibohm und zeigte einen mit Postkarten beklebten und beleuchteten Schuhkarton, ein Briefkästchen mit Andenken und Ölflaschen, durch die man die eingelegte Postkarte verzerrt betrachten konnte.
Auch diese länderübergreifende Partnerarbeit wurde mit einem Siegerpreis prämiert. Den Kontakt in die Slowakei zur Schule in Malacky wird von Geschichtslehrer Christoph Reichardt gehalten, der dort sieben Jahre unterrichtete. Schon mehrmals haben Schülerinnen und Schüler von Beverungen und Malacky in diesem Wettbewerb zusammengearbeitet und gemeinsam gewonnen. Das Gymnasium nimmt am Wettbewerb schon über 25 Jahre teil.