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Futter- und Energiepflanze Mais

Maisernte weitgehend abgeschlossen

Von Barbara Siebrecht
Beverungen/Feldmark - Die Getreideernte ist schon seit Wochen beendet. Viele Felder sind mit Raps und Wintergerste schon wieder neu bestellt, aber die Ernte der Herbstfrüchte wie Zuckerrüben, Kohl und Mais ist noch in vollem Gange.

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Der Maishäcksler arbeitet sich stetig voran durch den knapp 3m hohen Bestand.

© Fotos: Siebrecht
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Im reifen Kolben sind die Körner dunkelgelb und hart.

© Fotos: Siebrecht

Mais, der für die Fütterung von Rindern und Kühen oder als Substrat für Biogasanlagen verwendet werden soll, darf nicht zu trocken geerntet werden, damit sich die gehäckselte Masse im Silo richtig verdichten lässt und keine Schimmelbildung eintritt. Optimal wären 33% Feuchtegehalt für die Silage. Pflanzen, die durch zu frühe Saat oder einen zu trockenen Spätsommer abgestorben und vertrocknet sind, sind daher schwer zu silieren und werden, wo möglich, mit noch grünen Maispflanzen vermischt. Im Herbst 2019 waren an einem Teil der Bestände Trockenschäden festzustellen. In Maissilo läuft eine Milchsäuregärung ähnlich wie bei der Herstellung von Sauerkraut ab, die die Maishäcksel mehrere Jahre haltbar macht.
Die gesamte Pflanze, also Stängel, Blätter und Kolben werden vom Maishäcksler zerkleinert und zeitgleich auf den nebenherfahrenden Erntewagen gefördert. In der Regel wird ein Maishäcksler von mehreren Treckern mit Wagen begleitet, die das Häckselgut zur Hofstelle fahren und im Idealfall eine Kette bilden, so dass der Maishäcksler ununterbrochen arbeiten kann. Die großen Erntewagen können bis zu 20 Tonnen Ladung transportieren. Die Landwirte vergeben diese Erntearbeiten in der Regel an Lohnunternehmen die in einer Erntesaison ca. 500 Hektar pro Maishäckselmaschine abernten. Ein relativ trockener Herbst bedeutet für die Landwirte gute Erntebedingungen, da die schweren Maschinen keine Verdichtungsschäden auf dem Ackerboden zurücklassen. Obwohl die Wagen mit Breitreifen ausgerüstete sind, die den Druck pro Fläche minimieren, kann in feuchten Jahren der Boden stark zusammengedrückt werden und tiefe Fahrrinnen entstehen. Wieder einmal ist der Landwirt stark von der Witterung abhängig und so ist es oft nötig, dass bei geeigneter Witterung Tag und Nacht die Maishäcksler auf den Feldern an der Arbeit sind.
Ein Teil der Maispflanzen, die auf den Feldern in der Umgebung von Beverungen geerntet werden, trägt im Winter zur angenehmen Raumtemperaturen im Schulzentrum bei. Die Landwirte Herrmann und André Potthast betreiben eine Biogasanlage im Bevertal, deren Abwärme beim Umsetzungsprozess per Fernwärmeleitung im Schulzentrum ankommt. In der Biogasanage wird ein Gemisch aus Rindergülle und Maissilage von Mikroorganismen bei einer Optimaltemperatur von 38,5 Grad zersetzt. Das Gasgemisch, das durch die Arbeit der Bakterien und Pilze im Fermenter entsteht, wird einem 12 Zylinder-Gasmotor zugeführt und verbrannt. Es besteht zu 50 Prozent aus Methangas. Der Gasmotor treibt einen Generator an, der Strom (500 Kilowatt in der Stunde) erzeugt. Der Strom wird ins Stromnetz eingespeist. Die Gärreste, die nach dem Umsetzungsprozess anfallen, werden von Landwirten der Umgebung gerne als wertvoller Dünger abgenommen und auf den Feldern ausgebracht und stinken, anders als Mist und Gülle, kaum.

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