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Gastredner informieren beim Neujahrsempfang

Landwirtschaftspolitik und Dorfwerkstatt

Von Barbara Siebrecht
Herstelle - Während des Neujahrsempfangs 2018 der Hersteller Vereinsgemeinschaft lauschten die knapp 100 erschienenen Bürgerinnen und Bürger den Ausführungen des Gastredners Dr. Jürgen Struck zum Thema „Landwirtschaft als unendliches Spielfeld der Politik“.

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Die Redner des Abends: Klaus Thesing, Dr. Jürgen Struck, Ludger Haneke (Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft) und Bernhard Eder

© Foto: Siebrecht

Der Korrespondent der „agrarzeitung“ machte deutsche, europäische und weltweite Aspekte zur Landwirtschaftspolitik zum Thema.

Er legte dar, dass einige Länder zur Ernährung ihrer Bevölkerung auf Importe angewiesen sind und in Zukunft 10 Milliarden Menschen ernährt werden müssten. Er mahnte zum Augenmaß in weiteren Beschränkungen für die Landwirte, um diesen lebensnotwendigen Wirtschaftszweig nicht zu erdrücken und den Betriebsleitern Planungssicherheit für ihre Investitionen zu gewähren.

An die Landwirtschaft würden zum Teil gegensätzliche Wünsche von Verbrauchern, Politik und Handel herangetragen wie billige Produkte, größtmöglicher Tierschutz, Verbraucherschutz, die Erzeugung von Bioenergie und Lebensmitteln bei gleichzeitiger Vermeidung von Monokulturen bei abnehmender Produktionsfläche durch Bebauung, Forderung nach Offenställen bei Seuchengefahr durch Vogelgrippe und Afrikanischer Schweinepest und viele weitere Aspekte.

Er forderte insbesondere die Medien im Hinblick auf „Lebensmittelskandale“ auf, verantwortlich zu handeln und zwischen wahren und eingebildeten Problemen zu unterscheiden. Ansprüche, die weltweit gestellt würden, würde der Markt befriedigen, egal wie die Bedenken in Deutschland dazu wären. Aus seiner Sicht positiv sei die steigende Aufmerksamkeit der Politik für den ländlichen Raum und der Wechsel der Führungspersönlichkeiten bei den Grünen mit dem neuen Bundesvorsitzenden und Realo Robert Habeck.
Im Anschluss an seinen Vortrag kam es zu einen Diskussion, an der sich auch Vertreter der Landwirtschaftskammer beteiligten, die extra zu diesem Thema angereist waren.
Der zweite Gastredner des Abends, der Soziologe und Theologe Bernhard Eder von der Kath. Landvolkhochschule Hardehausen stellte sich als Moderator der „Dorfwerkstatt“ vor, die 2018 in Herstelle mit einer Infoveranstaltung anläuft. Er erläuterte den Ablauf dieses Planungsprozesses, der „Herstelle noch besser machen kann“ und forderte die Anwesenden auf, sich mit ihren Ideen einzubringen. Die Dorfwerkstatt wird mit einer Fragebogenaktion die Einwohner befragen, was sie an Herstelle schätzen und wo sie Handlungsbedarf und Defizite erkennen. Münden soll der Prozess, an dem sich möglichst viele Hersteller beteiligen sollten in konkreten Projekten.

Die Dorfwerkstatt wird aus EU-Mitteln des Leader-Programmes finanziert. Anmeldungen zur Teilnahme an der Dorfwerkstatt nimmt ab sofort Klaus-Dieter Thesing entgegen. Eine Einladung an alle Einwohner Herstelles zur Infoveranstaltung, deren Termin noch nicht feststeht, wird folgen.

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