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„Gut Holz von 1909“

Kegelclub feiert 110. Geburtstag

Beverungen (brv) - Der Kegelclub „Gut Holz von 1909“ wurde noch vor dem 1. Weltkrieg im Jahr 1909 von Beverunger Bürgern gegründet. Es waren zumeist solide Handwerksmeister und Geschäftsleute.

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Der Kegelclub im Jubiläumsjahr 1959 im alten Kolpinghaus.

© Foto: Kegelclub „Gut Holz von 1909“

Sie trafen sich regelmäßig im Gasthaus „Kuhn“ an der Weser, dort wo heute das „Forum“ steht.
Gekegelt wurde auf einer Außenanlage noch mit Holzkugeln. Einige Jahre später zog man in das ehemalige Kolpinghaus um, das von Alfons Böker geführt wurde. (Heute steht dort die Beverunger Stadthalle). Als dieser Anfang der 60iger Jahre das Bahnhofshotel erwarb, folgte der Kegelclub und konnte fortan dem Kegelsport auf einer modernen vollautomatischen Kegelbahn nachgehen. 2010 endete die Ära Böker und Klaudia Preis führte das Hotel unter dem neuen Namen „Caprice“ weiter.

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Die Mitglieder des Kegelclubs heute.

© Foto: Kegelclub „Gut Holz von 1909“


Der Kegelclub hat im Lauf seines 110-jährigen Bestehens wechselvolle Zeiten erlebt und überlebt. Die glücklichen Jahre vor dem 1. Weltkrieg, die entbehrungsreichen Kriegsjahre mit ihren Folgen, den unrühmlichen Waffenstillstand 1918 mit der Ab-dankung des Kaisers und dem Ausrufen der Republik. Es herrschte damals große Not. Erst ab 1924 ging es wieder langsam aufwärts. Es folgten die sogenannten „goldenen 20iger“, die jedoch jäh durch die Weltwirtschaftskrise 1929 endeten. 1934 erfolgte die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mit den bekannt schlimmen Folgen für Europa und die Welt. Nach dem verlorenen 2. Weltkrieg lag Deutschland wiederum am Boden. Es galt nun die Nachkriegszeit zu meistern. Westdeutschland hatte das große Glück, sich in Freiheit entfalten zu können und mit dem wirtschaftlichen Aufschwung gab es für große Teile unserer Gesellschaft, wenn man so will, wieder „goldene Zeiten“.{elment}
An diesem kurzen geschichtlichen Rückblick sieht man, welche wechselvollen Zeiten der Kegelclub seit seiner Gründung erlebt und trotz allem überlebt hat. Die Clubmitglieder treffen sich nach wie vor jeden Donnerstag, um ihrem sportlichen Hobby nachzugehen.
Aber auch die Geselligkeit kam niemals zu kurz. Im Mittelpunkt standen dabei die Feiern aus Anlass runder Clubjubiläen. Herausragend war sicherlich das 70jährige Bestehen des Klubs 1979, das mit rund 300 Gästen in der Stadthalle gefeiert wurde. Die vielen Kegelausflüge im Laufe der Jahre haben ebenfalls bleibende Eindrücke hinterlassen. Erwähnenswert sind auch die kleineren Jubiläums- und Geburtstags-feiern, die beim Kegelbruder Ottmar Schwalm gefeiert wurden.
Leider muss mit dem Jubiläum auch das Kegeln eingestellt werden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen stellt das Hotel, das dem Club über viele Jahrzehnte Gastrecht gewährt hat, seinen Betrieb ein. Das Hotel wurde von seiner Besitzerin verkauft und wird künftig einer anderen Nutzung zugeführt, so dass eine neue Kegelbahn gesucht werden müsste. In Anbetracht des fortgeschrittenen Alters der Kegelbrüder und der damit verbundenen nicht zu übersehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurde auf die Suche nach einer neuen Bahn verzichtet. Zum anderen ist der Kegelsport aus der Mode gekommen, so dass es auch nicht möglich war, jüngere Mitglieder zu finden, um den Klub zu verjüngen und weiterführen zu können. Wenn auch die sportliche Betätigung eingestellt wurde, so soll die über Jahre gewachsene Kegelfreundschaft weiterleben und man wird sich weiterhin in regelmäßigen Abständen zu einem Klönabend treffen.
Dem Kegelklub gehören heute noch 9 Mitglieder an: Fritz Hake, Horst Weltrowski, Lutz Schmidt, Ottmar Schwalm, Konrad Rüther, Franz Groppe, Norbert Günther, Günter Behler und Patrick Turner.

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