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900 Besucher sahen Fitzeks „Passagier 23“

Hochspannung bis zum Schluss

Von Peter Vössing
Beverungen (brv) - Sebastian Fitzek gilt momentan als erfolgreichster deutscher Kriminalautor. Seine Bücher landen zumeist auf den vorderen Bestsellerplätzen. Vor allem sein Buch „Passagier 23“ war bundesweit mit Erfolg gekrönt worden.

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Ermittler Martin Schwartz (Silvio Hildebrandt) und Gerlinde Dobkowitz.

© Foto: Vössing

Da liegt es natürlich nahe, den 450 Seiten umfassenden Roman auf die Bühne zu bringen.   Ein schwieriges Unterfangen, zumal der Roman verschiedene Erzählebenen hat, die nach und nach zu einer Einheit zusammengeführt werden. Für den Zuschauer, der also das Buch nicht kannte, eine Herausforderung, der Handlung zu folgen und nicht die Übersicht zu verlieren. Wie in Fitzeks Buch waren bei der Inszenierung des Berliner Kriminaltheaters die Handlungsstränge verworren. Aber letztlich fügte sich alles zu einer Einheit zusammen. 
Natürlich musste die Handlung gestrafft werden, um den Roman auf eine erträgliche Theaterstücklänge zu bekommen. Das ist allerdings sehr gut gelungen. Nach gut 2 Stunden war die Geschichte mit zehn Schauspielern, die in verschiedenen Rollen agierten, erzählt.
Ein riesiges Bullauge beherrschte das in grau gehaltene Bühnenbild. Eine eher bedrückende Atmosphäre für ein sonst so heiteres Kreuzfahrtschiff, passte aber zur Grundstimmung des bedrückenden Stückes. Filmsequenzen wurden immer wieder auf das Bullauge projiziert und diente so zur Hilfe sich im Stück zurechtzufinden.

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Alexandra Maria Johannknecht wusste als Naomi Lamar zu überzeugen.

© Foto: Vössing


Die Schauspielerriege meisterte ihr Pensum mit Bravour und versetzte ihr Publikum in Hochspannung, allen voran Ermittler Martin Schwartz, dargestellt von Silvio Hildebrandt, der als geschundener Vater die Serie der mysteriösen Verschwinden von Passagieren am Ende aufklären konnte. An seiner Seite standen der sympathisch wirkende Kapitän Daniel Bonhoeffer (Matti Wien), die schrullige Dauerkreuzfahrerin Gerlinde Dobkowitz (Katrin Martin) und Kathrina Zapatka als fürsorgende Mutter Juli Stiller, die Sorge um ihre Tochter Lisa (Jeannine Gaspár) hatte. Maria Jany konnte als Dr. Elena Beck bis zum Schluss ihr Doppelspiel verstecken. Pauline Stöhr spielte beeindruckend das gestörte Kind Anouk Lamar, das als verschwundener Passagier 23 wieder auftauchte. Die von Shal /Querky (Peter Dulke) gefolterte Mutter Naomi Lamar (Alexandra Maria Johannknecht) wusste durch ihr leidenschaftliches Spiel besonders zu gefallen. Alejandro Ramón Alonso hatte mit Yegor Kalinin, Dr. Klein und als Offizier gleich drei Rollen zu spielen.
Bis zum Schluss war es in den Zuschauerreihen mucksmäuschenstill, man konnte eine Stecknadel fallen hören. Das spricht für die Inszenierung durch Thomas Wingrich. Am Ende gab es eine Menge Beifall für das Ensemble des Kriminaltheaters Berlin. 

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