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Johannes von Nepomuk-Skulptur

Heiliger soll Weserbrücke zieren

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Die Stadt Beverungen könnte um die Statue eines Heiligen bereichert werden, der zwischen der Burg und der neuen Weserbrücke auf einem Sockel platziert werden soll. Ideengeber und Organisator Rudolf Höcker hat das Projekt in allen Gremien vorgestellt und Zustimmung und Genehmigungen eingeholt. Kürzlich wurde das Modell des „Brückenheiligen“ vorgestellt.

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Raimunde Wessler (Vors. Heimat- und Verkehrsverein), Pfarrer Frank Schäffer, Organisator Rudolf Höcker und Carl-August Schübeler (Kyffhäuser-Kameradschaft) mit dem Modell der Statue.

© Foto: Siebrecht

Die Auswahl fiel auf das Modell des Bildhauers und Restaurators Raphael Strauch aus Willebadessen mit seinem Entwurf des Heiligen Johannes von Nepomuk. Von ihm stammt auch die Bronzeskulptur des Korbmachers vor dem Korbmachermuseum. Seine Idee überzeugte die Entscheider durch deutlich erkennbare Attribute, und den Blickbezug zu den Passanten der zukünftig neuen Weserbrücke. Die 2,30 Meter hohe Skulptur aus rotem Sandstein soll auf einem 90 cm hohen Sockel stehen.  Er hält das Kreuz mit Märtyrerpalmzweig in der linken und die Darstellung der Prager Karls-Brücke über die Moldau , von der er in den Tod gestürzt wurde in der rechten Hand.
Johannes von Nepomuk lebte um 1350 bis 1393, also in der Zeit des Baues der Beverunger Burg. Er war unter anderem Priester, Doktor des Kirchenrechts und Generalvikar des Prager Erzbischofs. Zur volkstümlichen Legende des Johannes von Nepomuk wurde ein Streit mit dem König nicht nur wegen machtpolitischer Konflikte zwischen dem König und der Kirche, sondern auch wegen seiner Weigerung, das Beichtgeheimnis zu brechen. Demnach soll der Erzdiakon dem König nicht preisgegeben haben, was dessen von Wenzel IV. der Untreue verdächtigte Königin ihm anvertraut hatte. Aus diesem Grund habe Wenzel ihn foltern und anschließend gefesselt von der Prager Karlsbrücke ins Wasser werfen lassen. Der Märtyrer wurde zum Patron der Priester, der Brücken, der Brückenbauer, der Schiffer, Flöße und Müller. Er kann angerufen werden gegen Verleumdung, gegen Wassergefahren und für Verschwiegenheit. Sein Festtag ist der 16. Mai.

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Diese Blickbeziehung mit der Statue wird der Passant auf der Brücke haben.

© Foto: Siebrecht


Mit dem Material, roter Sandstein wie die Burg), den Lebensdaten des Heiligen zur Zeit des Baues der Beverunger Burg und dessen Heiligsprechung 1729 zur Zeit des Wiederaufbaus von Beverungen nach dem 30-jährigen Krieg sieht er Bezüge zum Standort.
Der Brückenheilige, der durch Spenden finanziert werden soll, wird nach Fertigstellung in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde Heiligste Dreifaltigkeit übergehen, die für dessen Pflege und Instandsetzung zuständig sein wird. Der Kirchenvorstand hat dazu nach kontroverser Diskussion sein Einverständnis gegeben.
Raimunde Wessler, Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins erinnerte an die Verbindungen der Stadt Beverungen zum Heiligen Nepomuk mit unter anderem der Reliquie in der kath. Kirche in Beverungen (1782 vom Prager Bischof erhalten), dem Bildstock in der Lindenstraße und der Nepomuk-Prozession, die es bis in die 60-er Jahre gegeben hätte. Sie stellte fest, dass der Verein laut den Zielen in seiner Satzung das Projekt unterstützt. Auch die Kyffhäuser-Kameradschaft, vertreten durch Carl-August Schübeler, fördert das Projekt und übernahm einen Kostenanteil im Planungsprozess.
Rudolf Höcker will zur Finanzierung des Projektes, das mit ca. 60.000 Euro veranschlagt ist, gezielt Personen ansprechen. Er ist über E-Mail nepomuk-beverungen@t-online.de oder Tel: 05273/36 86 012 zu erreichen. Die Spenden sollen möglichst aus dem Kirchenkreis kommen. Auf Wunsch wird den Spendern strikte Vertraulichkeit zugesagt. Wer sich mit Spenden beteiligen möchte, kann das Spenden-Konto: Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit, Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, IBAN: DE02 4726 0121 0100 7600 05 (Stichwort: Nepomuk) nutzen.

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