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Fichtenbestände des Stadtwaldes betroffen

Große Verluste durch „Friederike“

Von Barbara Siebrecht
Stadtgebiet Beverungen – Der Fichtenforst in der Nähe der Elisenhöhe Richtung Wandelsberg bei Drenke liegt wie abgemäht am Boden, zersplitterte Stümpfe ragen noch in die Höhe. Das Sturmtief „Friederike“ hatte in Ostwestfalen noch einmal Fahrt aufgenommen und insbesondere in Fichtenforsten Schäden durch Windwurf angerichtet. Die höchsten Windgeschwindigkeiten der Böen in NRW wurden an der Wetterstation Drenke mit 144 km/h gemessen. „In einer Schneise von Brakel über Erkeln, Titelsen/Drenke und Beverungen bis in den Solling seien große Schäden entstanden, berichtet „Stadtförster“ Mathias Wolff. Auch der Privatwald bei Amelunxen sei stark betroffen, merkte Försterin Friederike Wolff an.

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Wie hier gut erkennbar, wurden viele Fichtenstämme durch die gewaltigen Kräfte einfach durchgebrochen, gesplitterte Stümpfe ragen in die Höhe.

© Foto: Friederike Wolff

„Finanziell ist das ein schwerer Verlust für die Stadt“, sagte Förster Mathias Wolff, „das ist so, als würde ein Bauer erst halb gemästete Schweine schlachten lassen müssen“. Der Sturm „Friederike“ hat Beverungen viel stärker getroffen, als „Kyrill“, der vor genau 11 Jahren schwere Schäden in den Wäldern, insbesondere im Sauerland anrichtete. Der Förster schätzt, dass etwa 40 Hektar Windwurf allein im Stadtwald entstanden sind und mehr als ein Jahreseinschlag Holz umgefallen ist. Im Laubwald sind kaum Schäden zu beobachten. Die betroffenen Fichtenbestände sind zwischen 60 und 80 Jahren alt. Hiebreif und damit im Verkauf deutlich wertvoller wären die Stämme frühestens ab 80 Jahren. Die Stämme sind etwa 30 cm stark im Durchmesser und können noch unter anderem zu Kantholz verarbeitet werden. Wertverluste entstehen auch durch die teilweise gesplitterten Stämme und die langen Stümpfe, die noch stehen. Ziel muss es jetzt sein, die Windwurfbestände zügig abzuräumen und das Holz zu vermarkten. Ein allgemeiner Preisverfall, wie nach dem Sturm „Kyrill“ sei nicht zu befürchten, da andere Landesteile in NRW lange nicht so stark betroffen seien wie Ostwestfallen-Lippe schätzt Förster Wolff.

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Diese Birke an der B83 an der Abfahrt zum Bootshaus wurde einfach abgedreht.

© Foto: Siebrecht

Ein Problem beim Aufarbeiten der Windwurfflächen und allgemein der Holzernte seien gegenwärtig die nassen Böden, die nicht befahren werden können ohne Schäden an Bodengefüge und Wegen zu hinterlassen. Eine Frostperiode, die den Boden stabilisiert, würde den Forstleuten jetzt sehr gelegen kommen.

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Der Radweg an der Bever war durch umgefallene Fichten unbenutzbar.

© Foto: Friederike Wolff


Spaziergänger sollten die Wälder zunächst nicht betreten. Es besteht Lebensgefahr durch herabfallende Äste und schräg stehende Bäume, die auch noch Monate später plötzlich umfallen können. Die Forstleute arbeiten mit Hochdruck daran, die Wege wieder frei zu räumen. In den Hauptschadensgebieten kann dies aber Monate in Anspruch nehmen. Waldsperrungen und den Anweisungen der Forstleute ist unbedingt Folge zu leisten.

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