Staatssekretäre des Bundesumweltministeriums in Beverungen

Gespräche auf Augenhöhe

Von Peter Vössing
Beverungen – Eine ergebnisoffene Prüfung des Entscheidungsprozesses zum Logistikzentrum Würgassen versprachen die Staatssekretäre Christian Kühn und Stefan Tidow vom Bundesumweltministerium bei ihrem Besuch in Beverungen.

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(v.l.) Bürgermeister Hubertus Grimm mit den beiden Staatssekretären  Christian Kühn und Stefan Tidow.

© Foto: Peter Vössing

Mit Staatssekretär Stefan Tidow und dem parlamentarischen Staatssekretär Christian Kühn (Bündnis 90/Die Grünen) waren zwei hochrangige Mitglieder des Bundesumweltministeriums an die Weser gekommen.
Einziger Tagesordnungspunkt waren Gespräche mit dem Standortarbeitskreis zum Logistikzentrum Würgassen, bestehend aus Bürgermeistern der Region diversen MdB und MdL, Lokalpolitikern und Vertretern der Bürgerinitiativen.
In der nichtöffentlichen Sitzung wurde sachlich von der Verwaltung, den heimischen Politikern und den Bürgerinitiativen die „Mängel“ der Standortfindung des geplanten atomaren Großprojektes dargelegt.
Nachdem man vom vorherigen Umweltministerium vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, zeigte sich die neue Ministeriumsmitarbeiter offen für Gesprächen auf Augenhöhe. Für Bürgermeister Hubertus Grimm ein hoffnungsvoller Tag. Endlich scheint man sich mit den Belangen der Region auseinandersetzen zu wollen. Staatssekretär Stefan Tidow gab zu, dass viele Fragen der Bürgerinitiativen, der Verwaltung und der Lokalpolitiker ihre Berechtigung haben. Erst einmal wolle man allerdings das von den Landesregierungen NRWs und Niedersachsens in Auftrag gegebene Logistikgutachten abwarten und alles dann in einen neuen Entscheidungsprozess zum Bereitstellungslager einfließen lassen. „Ein Logistikzentrums ist allerdings notwendig“, ist sich der parlamentarische Staatssekretär Christian Kühn sicher und lobte die sachorientierten Argumentationen der Bürgerinitiativen. „Wir nehmen die Sachen mit nach Berlin. Dort wollen wir uns den Prozess ansehen und ergebnisoffen prüfen“, erläuterte Staatssekretär Stefan Tidow.
Für Dirk Wilhelm von der BI „Atomfreies 3-Ländereck“ und Josef Jacobi von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Börderland & Diemeltal“ ist das Gespräch ein hoffnungsvoller Auftakt gewesen.
Bürgermeister Hubertus Grimm hegt allerdings immer noch Zweifel an der Notwendigkeit eines solchen Logistikzentrums und ist gespannt auf die Ergebnisse des Logistikgutachtens.
Im Anschluss der Gespräche lud Grimm noch zu einem Ortstermin ein, damit sich die Staatsekretäre ein Bild von der Situation vor Ort machen konnten. Jetzt muss bis zum Herbst abgewartet werden. Der Status Quo des Großprojektes soll bis dahin nicht verändert werden. Das schließt einen Bauantrag seitens der BGZ aus.