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140 Jahre Löschgruppe Amelunxen

Geburtstagsfest mit Hindernissen

Von Peter Vössing
Amelunxen– Mit ihren 140 Jahren gehört die Löschgruppe Amelunxen zu den ältesten Feuerwehren des Kreises Höxter. Drei Tage lang feierten die Nethedörfler ihren Traditionsverein.

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Der Gastgeber, die Löschgruppe Amelunxen, bildete die letzte Gruppe des Festzugs.

© Foto: Vössing

Allerdings war es eine Geburtstagsfeier mit Hindernissen. Brachte doch der Großbrand in einem Abfallentsorgungsunternehmen in Beverungen das Fest ordentlich durcheinander.
Einen Tag zuvor, als die Feierlichkeiten begannen, war noch alles im Lot. Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul fiel der Startschuss für das Fest. Danach gedachte man gemeinsam der Gefallenen der Weltkriege am Ehrenmal. Nach dem großen Zapfenstreich heizte dann die Partyband „Moonlights“ im Festzelt zum 1. Ball ordentlich ein.


Am zweiten Tag sollte dann eine große Geräteschau mit vielen Fahrzeugen interessierte Bürger und vor allem den Nachwuchs für die Feuerwehr heranlocken. Aber man hatte gerade aufgebaut, da erscholl schon die Sirene und die anwesenden Einsatzkräfte mussten zum Feuer nach Beverungen ausrücken.
Der Einsatzleiter am Brandort, Stadtbrandinspektor Stefan Nostitz, hatte dann zu späterer Stunde Mitleid mit den Amelunxer Einsatzkräfte und ließ diese ablösen, damit sie zum großen Festzug mit Festakt wieder Zuhause waren.
In etwas abgespeckter Version ging der Zug, nachdem Wehren aus dem gesamten Kreisgebiet am Festzelt eingetroffen waren, durch den Ort. Auch Stadtbrandinspektor Stefan Nostitz und Kreisbrandmeister Rudolf Lüke, die noch kurze Zeit zuvor am Einsatzort waren, reihten sich in die Aufstellung der Feuerwehrkameraden mit ein.
Neben den Feuerwehren waren auch Abordnungen der Amelunxer Vereine dabei. Am Schloss stoppte der Zug, denn hier fand der Festakt statt. Löschgruppenführer Karl-Josef Rode, freute sich über die starke Beteiligung trotz des laufenden Einsatzes. Er konnte mit dem Bundestagsabgeordneten Christian Haase einen prominenten Festredner begrüßen.

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Kreisbrandmeister Rudolf Lüke (l.) überreichte Löschgruppenführer Karl-Josef Rode eine Urkunde.

© Foto: Vössing


Haase ging auf die Bedeutung der Wehren für die Sicherheit ein. „Sie leisten einen unschätzbaren Dienst für unsere Gemeinschaft. Sie setzen sich weiter ein, Leben und Gesundheit, Hab und Gut ihrer Mitmenschen zu schützen. […] Die Freiwilligen sind aus dem Rettungs- und Sicherheitskonzept unserer Stadt nicht wegzudenken. Sie beweisen großes Verantwortungsgefühl und rennen dorthin, wo andere weglaufen. […] Dieses Engagement nötigt mir allergrößten Respekt ab“, meinte der Bundestagsabgeordnete und betonte dann die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft. „Ich erwarte, dass wir die bürokratischen Hemmnisse für ehrenamtliches Engagement abbauen. Wir brauchen einen einfacheren und klareren Rechtsrahmen. […] Ein guter Vorschlag ist, dass die Kreise und Kommunen hauptamtliche Beschäftigte einstellen, die die Ehrenamtlichen in allen bürokratischen Fragen unterstützen und vor allem brauchen wir mehr Wertschätzung für das Ehrenamt“, erklärte der Bundesvorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands (KPV).
Bürgermeister Hubertus Grimm zeigte sich zunächst über die Nachricht zufrieden, dass der Brand im Griff war. Er zog den Hut vor den Amelunxer Feuerwehrkameraden, die trotz ihres Festes mit im Einsatz waren. Er erwähnte den Brandschutzbedarfsplan der Stadt Beverungen, der ein Kostenvolumen von 3 Mio. Euro beinhaltet. „Wir haben gesagt, es ist uns die Sicherheit der Menschen wert, dieses Geld in die Feuerwehren zu investieren“, bemerkte Grimm und erläuterte, dass man auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Amelunxen sei und man schon in die Planungen für das neue Gebäude eingestiegen sei.
Kreisbrandmeister Rudolf Lüke überbrachte die Glückwünsche des Kreises und würdigte die Arbeit der Löschgruppe mit einer Urkunde, die er dem Löschgruppenführer überreichte. Stadtbrandinspektor Stefan Nostitz bedankte sich bei den Amelunxer Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft. Er begrüßte die Tatsache, dass immer mehr Frauen ihren Dienst in den Feuerwehren des Stadtgebietes und auch in Amelunxen leisten. Er zeigte sich zudem zufrieden, dass mit der Eröffnung von Kinderfeuerwehren – eine soll es demnächst auch in Amelunxen geben - und die Jugendfeuerwehren die Brandbekämpfer der Stadt Beverungen für die Zukunft gut aufgestellt seien.
Im Anschluss an die Festreden setzte sich der Zug wieder in Richtung Festzelt in Bewegung. Am Abend spielte dann die Partyband „Remmi Demmi“ beim Festball auf.
Mit einem ausgedehnten gemütlichen Frühschoppen im Zelt am Anger mit musikalischer Unterstützung durch die Feuerwehrkapelle Pömbsen endeten am Sonntag die Feierlichkeiten zum 140. Geburtstag.

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