Löschgruppenfahrzeug für Katastrophenschutz übergeben

Für Großschadenslage besser gerüstet

Von Peter Vössing
Beverungen – In Beverungen wurde jetzt ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz in Betrieb genommen, das der Bund bereitgestellt hat. Das Fahrzeug wurde dem in Beverungen stationierten ABC-Erkundungs- und Dekontaminationszug zugeordnet, dem 30 Feuerwehrleute angehören.

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Offizielle Übergabe: (vorne v.l.) Philipp Mantel von der Bezirksregierung Detmold, Kreisbrandmeister Rudolf Lüke, Landrat Friedhelm Spieker, Bundestagsabgeordneter Christian Haase, Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm, Beverungens Stadtbrandmeister Stefan Nostitz.

© Foto: Vössing

„Ich freue mich, dass sich mein Einsatz für die gute Ausstattung der Einsatzkräfte vor Ort gelohnt hat“, erläuterte MdB Christian Haase, der maßgeblich an der Bereitstellung des Fahrzeugs mitgewirkt hat. Dafür erntete er seitens der Stadt Beverungen und des Kreises Höxter herzlichen Dank.
„Damit sind wir für Großschadenslagen und für die überörtliche Hilfeleistung noch besser gerüstet", erklärte Landrat Friedhelm Spieker bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeugs in Beverungen bei der neben Landrat Friedhelm Spieker auch Stadtbrandmeister Stefan Nostitz, Kreisbrandmeister Rudolf Lüke, MdB Christian Haase, der für den Katastrophenschutz zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung Detmold Philipp Mantel und Bürgermeister Hubertus Grimm anwesend waren.
Landrat Friedhelm Spieker dankte Bund und Land für das Engagement und wies darauf hin, dass das neue Spezialfahrzeug zwar in erster Linie zur landesweiten Gefahrenabwehr eingesetzt werden soll. „Darüber hinaus können wir es jederzeit im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr als zusätzliches Löschgruppenfahrzeug einsetzen", so Spieker. Damit stehe im Kreisgebiet ein weiteres umfangreich ausgestattetes Einsatzfahrzeug zur Verfügung.
Landrat Friedhelm Spieker betonte, wie wichtig eine gute Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren ist, und dankte den Feuerwehrmitgliedern für ihren hervorragenden Dienst zum Wohle der Gemeinschaft.
Stadtbrandmeister Stefan Nostitz freute sich sehr daüber, dass das 223.000 Euro teuere neue Löschgruppenfahrzeug (181.000 Euro wurden für das Fahrzeug und 42.000 Euro für die Ausstattung aufgewendet) im Stadtgebiet Beverungen stationiert wird. Das Fahrzeug soll nach einem Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Amelunxen dort stationiert werden.
Bürgermeister Hubertus Grimm machte deutlich: „Das Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz ist keine Ersatzbeschaffung, sondern steht der Freiwilligen Feuerwehr Beverungen zusätzlich zur Verfügung. Auch wenn das Fahrzeug einmal für die überörtliche Gefahrenabwehr abgezogen werden sollte, ist der Brandschutz vor Ort mit den eigenen Fahrzeugen jederzeit sichergestellt". Grimm betonte noch einmal die Wichtigkeit der guten Ausstattung der Wehren, wie die drei Brände in den letzten Wochen zeigten.
Kreisbrandmeister Rudolf Lüke erläuterte die beeindruckende Leistungsfähigkeit des neuen Fahrzeugs. „Mit seinem 1000 Liter fassenden Wassertank eignet sich das Fahrzeug besonders für den Dekontaminationsbereich." Dekontamination ist ein Fachbegriff aus dem Bereich der Gefahrenabwehr. Damit ist das Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen von Personen, Gegenständen oder Räumen gemeint.
Lüke sprach den anwesenden Feuerwehrvertretern aus dem Herzen, als er darauf hinwies, dass die von Land und Bund vorgesehenen weiteren Fahrzeuge für den Katastrophenschutz dringend benötigt würden. „Zurzeit müssen unsere heimischen Wehren bei überörtlichen Einsätzen ihre eigenen Fahrzeuge benutzen. Das bedeutet aber auch, dass diese bei den kleineren Wehren für Einsätze vor Ort fehlen."
Der Katastrophenschutzplan sieht vor, dass insgesamt vier Fahrzeuge im Kreis Höxter stationiert werden. Zwei Fahrzeuge des Bundes wurden dem Kreis Höxter als untere Katastrophenschutzbehörde bereits zur Verfügung gestellt. Eines der Fahrzeuge ist in Höxter, das neue jetzt in Beverungen stationiert. Zwei weitere Fahrzeuge wird das Land zur Verfügung stellen.
Die Segnung des Fahrzeuges übernahm der Notfallseelsorger und Kamerad der Feuerwehr Pater Thomas Wunram aus Bad Driburg
Informationen zum Fahrzeug:
Das Löschgruppenfahrzeug-KatS des Bundes wurde auf einem Mercedes Fahrgestell Atego 1327 AF 4x4 von der Firma Rosenbauer aufgebaut.
Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer eingebauten Fahrzeugpumpe mit einer Förderleistung von 2.000 Litern/Minute, einem Wassertank mit 1.000 Litern Inhalt. Es kann beispielsweise auch eine Löschwasserförderung über lange Wegstrecken sicherstellen. Hierfür sind unter anderem eine Tragkraftspritze mit einer Förderleistung von über 1.500 Litern/Minute und 600 Meter B-Schläuche, die auch schon teilweise während der Fahrt verlegt werden können, vorgesehen. Weiterhin ist das Fahrzeug mit einem Lichtmast und einer Umfeldbeleuchtung, einem Stromerzeuger sowie Atemschutzgeräten ausgestattet.