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Martin Rütter verteidigt die Hunde

Fünf Mal Freispruch

Von Barbara Siebrecht
Beverungen –Als Anwalt der Hunde ist Hundeprofi Martin Rütter mit den Vorpremieren zu seinem neuen Programm „Freispruch“ unterwegs und gastierte auf Einladung der Kulturgemeinschaft in der Beverunger Stadthalle. Diese war mit gut 1000 Zuschauern dicht gefüllt mit Hundefreunden, die sich gute Tipps für den Umgang mit ihrem Liebling erhofften oder einfach mal über so manche skurrile Mensch-Hund-Geschichte lachen wollten.

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Martin Rütter plädierte für Freispruch

© Foto: Siebrecht

Rütter machte das Publikum kurzerhand zu Geschworenen, die nach seinen Fallbeschreibungen und Plädoyers „Freispruch“ oder „Tierheim“ urteilen sollten. Bei den vorgetragenen Fällen handelte es sich zum Beispiel um Widerstand gegen die Staatsgewalt (Hund hört nicht auf Frauchen), Versuchte Körperverletzung (Postbote in Gefahr), Befehlsverweigerung (Hund reagiert nicht auf Kommandos), Wilderei (Hund rennt Wild hinterher), und Betteln und Hausieren (Hunde bei Tisch). Rütter stellte wieder gnadenlos dar, dass unerwünschtes Verhalten beim Hund in der Regel dadurch entsteht, dass der Hund nicht seiner Natur gemäß behandelt wird. Rütter meint, dass die Schuld also eindeutig beim Menschen liegt und das Publikum gab ihm durch Freispruch-Rufe eindeutig Recht.

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Das Programm „Freispruch“ war ausverkauft.

© Foto: Siebrecht


Der Abend war aber wesentlich amüsanter als eine Gerichtsverhandlung, denn Martin Rütter lief mit schauspielerischem und komödiantischem Talent zur Hochform auf. Das Publikum hatte große Freude daran, wenn Rütter die Eigenarten verschiedener Hunderassen körpersprachlich darstellte oder den Hunden in verschiedenen Situationen Worten in den Mund legte, um deren Sicht der Situation darzustellen. Martin Rütter plädierte wieder einmal für einen tiergerechten Umgang und gegen Vermenschlichung der Hunde, auch wenn er zur Verdeutlichung Vergleiche zu menschlichem Verhalten heranzog. Als treuer und aufmerksamer Gefährte des Menschen verdient der Hund Respekt und Liebe, die Steuerung der Aktionen sollte aber wenigstens überwiegend beim Menschen liegen, denn Hunde sind Meister der Manipulation. „Je besser ein Hund erzogen ist, desto freier ist er in unserer Gesellschaft“, meinte der Hundeprofi. Begriffe wie Unterwerfung und die wenig alltagstauglichen und zum Teil für das Tier sogar ungesunden Anforderungen der Hundeprüfung sollten seiner Meinung nach dringend angepasst werden.

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