Modernisierung der Klosterkirche abgeschlossen

Erzbischof Becker weihte den Altar

Herstelle (brbs) - Der 3. Adventssonntag „Gaudete“ („Freut euch!“) war nicht allein für die Benediktinerinnen der Abtei vom Heiligen Kreuz in Herstelle ein besonderer Tag, vielmehr auch für Erzbischof Hans-Josef Becker. In einem feierlichen Gottesdienst weihte der Paderborner Oberhirte den Altar in der umgestalteten Klosterkirche der Ordensfrauen.

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Bildhauer Thomas Torkler hatte den Altar geschaffen und verschließt ihn hier, nachdem Erzbischof Becker Reliquien des heiligen Benedikt hineingelegt hat. 

© Foto: pdp / Thomas Throenle

Eine Sanierung der Klosterkirche war schon seit längerer Zeit geplant, da Teile der Technik veraltet waren und nicht mehr den geltenden Vorschriften entsprachen. Zudem waren die Wände stark verschmutzt und teilweise fiel Putz herab. Die bisherige Über-Eck-Anordnung von Nonnenchor wurde hinterfragt. Die Schwestern suchten nach einer Lösung, die die Gemeinschaft von Schwestern und Gästen stärker erfahrbar werden lässt. Sie verwirklichten nun einen Entwurf von Architekt Klodwig aus Münster. Die Bänke der Schwestern und der Besucher wurden in konzentrischen Kreisen rings um den Altar im Hauptschiff der Kirche angeordnet.
Erzbischof Hans-Josef Becker zelebrierte den feierlichen Gottesdienst, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (Paderborn) und Pater Dr. Augustinus Sander OSB von der Benediktinerabtei Maria Laach – er war früher Spiritual der Benediktinerinnen der Abtei vom Heiligen Kreuz – konzelebrierten. Auch Generalvikar Alfons Hardt nahm gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen und Gläubigen am Gottesdienst teil. Die musikalische Gestaltung übernahm eine Schola der Benediktinerinnenabtei vom Heiligen Kreuz in Herstelle.
Das besondere Ereignis einer Altarweihe habe viel von einer Taufe oder einer Priesterweihe, führte Erzbischof Becker aus und erläuterte: „Wir ‚taufen‘ den Altar und entziehen ihn damit dem Bereich der alltäglichen Durchschnittlichkeit und Banalität, der angestrengten Hektik und der Betriebsamkeit unserer Welt“. Durch seine Weihe werde ein Altar zu einem „Ort der Gegenwart Gottes mitten unter uns“. Der Altar sei Christus selbst, so Erzbischof Becker weiter und er ergänzte: „In diesem Sinne ist der Altar der Mittelpunkt auch dieser so behutsam und besonders gestalteten Kirche.“
Nach der Predigt und dem Credo begann die eigentliche Altarweihe: Im Altar wurde zunächst eine Reliquie des heiligen Benedikt beigesetzt, anschließend wurde das Altar-Grab verschlossen. Danach besprengte Erzbischof Becker den Altar mit geweihtem Wasser und salbte den Altar mit Chrisam. „Gott möge durch seine Kraft und seinen Geist diesen Altar heiligen. Er sei uns ein sichtbares Zeichen für das Geheimnis Christi und seiner Kirche“, sprach Erzbischof Becker dabei. Nach der Salbung des Altares wurden in der Mitte und auf den vier Ecken Wachsdochte auf den Altar gelegt und darüber Weihrauchkörner geschüttet. Mit der Flamme der Osterkerze entzündete dann Erzbischof Becker die Wachsdochte und sprach „Wie dieses Haus mit wohlriechendem Duft sich füllt, so erfülle Christi Geist deine Kirche“.
Am Ende des Gottesdienstes sprach Äbtissin Sophia Schwede OSB von der Abtei vom Heiligen Kreuz Worte des Dankes zu allen, die „in unsere Abteikirche gekommen sind, um dieses große Fest mitzufeiern und mit uns Gott zu loben“. Sie dankte dem Erzbistum Paderborn und den zahlreichen Spendern, die durch die großzügigen Gaben bei der Finanzierung der Maßnahme unterstützt haben. „Sie haben mit ihrem Entwurf einen zukunftsweisenden Weg aufgezeigt“, würdigte die Äbtissin die Architekten Tobias Klodwig und Anne Elshof aus Münster. „Ihnen ist es gelungen, in überzeugender Weise die Klostergemeinde wie die mitfeiernden Gäste in einem gemeinsamen Raum zu verorten und so Kirche-sein heute und morgen möglich zu machen.“ Zum Abschluss sagte sie: „Mit der heutigen Altarweihe und dem Einzug in unsere neu gestaltete Kirche beginnt für uns Schwestern ein neuer Abschnitt in der Geschichte unserer Abtei.“