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Hitzewelle ließ Getreide schnell abreifen

Ernte weitgehend abgeschlossen

Von Barbara Siebrecht
Beverungen und Ortsteile - Die Getreideernte dauert in unserer Region in der Regel von der letzten Juniwoche bis Ende August und ist stark abhängig vom Witterungsverlauf. In diesem Jahr trug die zweite Hitzewelle in der letzten Juliwoche zum zügigen Abreifen von Raps und Weizen bei. Die Erntearbeiten sind nun schon Anfang August weitgehend abgeschlossen.

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Tonnen der schwarzen Rapskörnchen wurden zum Lagerhaus nach Beverungen transportiert.

© Foto: Siebrecht

Auch die Strohbergung konnte überwiegend zügig erfolgen. Sebastian Lindner, Standortleiter des Lagerhauses der VR-Bank in Beverungen berichtete von der Besonderheit, dass viele Landwirte in diesem Jahr erst den Weizen und danach Raps gedroschen haben. Normalerweise ist der Raps früher erntereif. In diesem Jahr reiften beide Feldfrüchte fast gleichzeitig ab und erreichten lagerfähige Trockenwerte von maximal 14,5 Prozent Feuchtigkeit beim Weizen und max. 9 Prozent Feuchtigkeit beim Raps. Da die gewünschten Qualitäten, wie Brau- und Backeigenschaften beim Weizen durch wechselhafteres Wetter schneller verfallen können, entschieden sich einige Landwirte zunächst den Weizen zu bergen.

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Auch die Bergung der Strohs konnte meist zügig abgeschlossen werden.

© Foto: Siebrecht


„Bisher wurden 9.000 Tonnen Raps bei uns eingelagert, deutlich weniger als in den Vorjahren“, erklärte Sebastian Lindner und sah damit einen deutschlandweiten Trend auch in Beverungen bestätigt. Die Rapsanbaufläche ist gesunken unter anderem, da schlechtere Marktpreise zu erzielen sind. In diesem Jahr wird je nach Standort von teilweise schlechten Rapserträgen gesprochen. Von möglichen fünf Tonnen pro Hektar wird von Erträgen um die drei Tonnen, also etwa 50 Prozent des Ertrages berichtet. Neben anderen Ursachen ist dies ist wohl auch auf den trockenen Herbst 2018 zurückzuführen. Zur Saatzeitpunkt fehlte Niederschlag und die Böden waren wegen des Hitzesommers ausgetrocknet. So vertrockneten auf schlechten Standorten die Rapspflanzen beim Keimprozess und es entwickelten sich lückige Bestände. Einige Landwirte entschlossen sich wegen der zu geringen Pflanzenzahl pro Quadratmeter zum Umbruch und zur Neubestellung noch im Herbst oder im Frühjahr mit Sommergerste oder Sommerweizen.

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Aus den Rapskörnern wird Öl gepresst.

© Foto: Siebrecht


Der in Beverungen angelieferte Raps wird an Ölmühlen wie die Ölmühle in Hamm weiterverkauft. Weitere Ölmühlen gibt es noch in Neus und in Büren. Aus den schwarzen Körnchen wird ein hochwertiges Speiseöl hergestellt, das die meisten ungesättigten und die wenigsten gesättigten Fettsäuren enthält. Das Rapsöl wird als Speiseöl oder als Futtermittel genutzt. Nach einer chemischen Aufbereitung kann es als Treibstoff verwendet werden. Weitere Verwendung findet Rapsöl in der Kosmetik, bei der Herstellung von Bio-Kunststoffen oder Farben, Weichmachern oder Schmierstoffen.

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