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Orange Blossom Special startet nach zweijähriger Pause durch

Emotionales Festival im Glitterhouse-Garten

Von Peter Vössing
Beverungen – Den Fans des Orange Blossom Special (OBS) war die Erleichterung sichtbar anzumerken. Nach zweijähriger Abstinenz durften sie endlich wieder in den geliebten Garten der Beverunger Villa Glitterhouse.

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Epische Performance des kanadischen Künstlers „Alex Henry Foster (Mitte) and the long shadows“.

© Foto: Peter Vössing

Auch die Künstler waren erleichtert, dass sie wieder vor Publikum auftreten durften. So entwickelte sich ein Festival, bei dem Künstler und Fans ihren Emotionen freien Lauf ließen. Musikalisch war das Festival facettenreich wie eh und je. Laute Musik mit „brachialer Gewalt“ wie beispielsweise „neander“ wechselten sich mit leisen Klängen voller Gefühl (Philine Sonny) ab. Epische Klänge, die an Intensität kaum zu überbieten sind, präsentierte der kanadische Musiker, Singer-Songwriter, Autor, Produzent und Komponist Alex Henry Foster mit seiner Band „The Long Shadows“.

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Bei der schrillen texanischen Band „Golden Dawn Arkestra“ sind die Gesichter der Männer verhüllt.

© Foto: Peter Vössing


Besonderes Augenmerk gilt immer der Überraschungsband am Sonntagmorgen. Viele Festivalbesucher quälen sich extra dafür aus ihren Zelten, um dabei zu sein. Schon im Vorfeld wird viel spekuliert, welche Künstler denn wohl kommen. In diesem Jahr war es die dänische Soul-Band „D/troit“, die zu überzeugen wusste.
Die Kämpfer während der Pandemie, die Pflegekräfte auf den Intensivstationen, bekamen einen Extraauftritt. So wurden stellvertretend zwei von ihnen durch Festivalleiter Rembert Stiewe geehrt, der lautstark eine bessere Bezahlung dieser Berufsgruppe forderte. Mit Cornelia Weigand, der ehemaligen Bürgermeisterin von Ahrweiler und jetzigen Landrätin des Kreises Ahrweiler kam eine prominente Vertreterin der vom Hochwasser gebeutelten Region auf die Bühne. Die langjährige OBS-Freundin bekam von Stiewe ebenfalls eine Anerkennung für ihren aufopferungsvollen Kriseneinsatz. Sie bedankte sich für die Hilfe aus Beverungen in den schweren Stunden in ihrer Heimat.

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Endlich war der Glitterhouse-Garten wieder voll von Menschen.

© Foto: Peter Vössing


Im Gegensatz zum männerlastigen „Rock am Ring“ waren beim OBS viele Frauen auf der Bühne. Für Furore sorgte dabei sicherlich das Berliner Trio Shirley Holmes, das für die Gruppe „Husten“ eingesprungen war. Sie wurden sogleich in die Herzen der Festival-Besucher geschlossen. Es war zudem eine Frau, nämlich Eliza Shaddad, die das Festival beendete.

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Die Kölner Indie-Pop-Band „Fortuna Ehrenfeld“.

© Foto: Peter Vössing


Wehmut machte sich bei den Besuchern am Ende dreier Tage voller Intensität und dem Wiedersehen zahlreicher Menschen, mit denen man bei den Festivals der letzten Jahre Freundschaften geschlossen hatte, breit. Dankbar war man für herausragende Bands und eine Organisation, die ihresgleichen sucht. Alles war bis ins Detail, von der Organisation des Zeltlagers bis zur Betreuung des Publikums und der Künstler, durchgeplant gewesen. Auch das Wetter spielte in diesem Jahr einigermaßen mit. Lediglich am Sonntag mussten sich die Musikfreunde vor einigen Schauern in Sicherheit bringen. Aber OBS-Fans sind wetterresistent. Sie leben drei Tage lang in ihrer eigenen Festivalwelt. Immer wieder fragt sich die OBS-Community, kann man das Line-Up des Festivals noch toppen und jedes Mal hat Rembert Stiewe eine passende Antwort parat: „Ja, man kann“. Schon auf dem Nachhauseweg beginnt die Vorfreude auf das nächste Pfingstfest, wenn es wieder heißt: „Welt aus, OBS an!“

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