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Bilder in historischen Kleinoden

Doppelausstellung mit abstrakter Kunst

Borgholz/Dalhausen - Das Korbmachermuseum in Dalhausen und die Synagoge in Borgholz haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Durch die Doppelausstellung der Mindener Künstlerin Rosita Oremek sind sie als Orte für Kunst und Kultur sowie als Bewahrer geschichtlicher Zeugnisse verbunden.

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Die Künstlerin Rosita Oremek (2. v. l.), der Beverunger Bürgermeister Hubertus Grimm, Marion Grimm, der Borgholzer Bürgermeister Rainer Rauch und Jürgen Böker (Heimat- und Partnerschaftsverein) lauschen den Liedern der Sängerinnen bei der Ausstellungseröffnung in Dalhausen.

© Foto: Siebrecht

Die Bürgermeister Reiner Rauch und Hubertus Grimm sind als Hausherren stolz auf die interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Kultur, die durch die rührigen Ehrenamtlichen des Heimat- und Partnerschaftsvereins Dalhausen in die Realität umgesetzt werden konnte.
Zur Ausstellungseröffnung in Dalhausen waren so viele Gäste gekommen, dass die Sitzplätze im Korbmachermuseum nicht ausreichten. An den Wänden waren die meist großformatigen Acrylbilder der Künstlerin aufgehängt, die als Einzelbild oder in Reihungen Landschaften andeuten, mit geometrischen Urformen wie Kreis und Quadrat spielen und durch ihre vielschichtigen, matten Oberflächen beeindrucken. Die Künstlerin stellt in Dalhausen Werke aus, bei denen sie Sand der Acrylfarbe beimischt, verschiedene, dicke Farb-Sand-Schichten übereinander arbeitet und mit Spatel und Pinsel Furchen, Verletzungen und Verbindungen schafft. Oft ist die Leinwand auch durchbrochen und die Bildoberfläche in zwei Ebenen gearbeitet.

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Konzentriert betrachteten die Gäste die oft mehrteiligen Werke.

© Foto: Siebrecht


In seiner Vorstellung der Künstlerin und ihrer Werke sprach Jürgen Böker von der expressiven Intensität der Bilder, die ein Abbild der Lebensfreude, des Lebensmutes und Optimismuses von Rosita Oremek sei. Die Künstlerin, die mit ihrem Partner bei der Ausstellungseröffnung anwesend war, stellt schon zum 3. Mal ihre bewegenden Kunstwerke im Korbmachermuseum aus. Neben den Bildern genossen die Gäste der Ausstellungseröffnung die Musik von Marion (Wichterich) und Marita (Klinke). Die Musikerinnen trugen ihre starken Balladen aus dem Pop und Gospel-Bereich oft zweistimmig gesungen und von der Gitarre begleitet, vor und ernteten begeisterten Applaus. Die Ausstellung im Korbmachermuseum trägt den Titel „Querschnitt“. Und ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 12.30 und nach Absprache (Tel: 05645/1823) geöffnet.

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Marion und Marita sangen für die Gäste der Ausstellungseröffnung.

© Foto: Siebrecht


Am Nachmittag fand die Eröffnung der Ausstellung „Zwischen Erinnerung und Assoziation“ in der ehemaligen Synagoge in Borgholz statt. „Die Ausstellung in Borgholz ist so unglaublich schön, sie sollten sich überlegen, wann sie dort sein können“, sagte Jürgen Böker vom Heimat- und Partnerschaftsverein. „Kunst lebt auch von den Orten“, stellte der Hausherr, Bürgermeister Rainer Rauch bei seiner Eröffnungsrede in der ehemaligen Synagoge fest. Die Atmosphäre des kleinen Raumes erinnert durch die vielen sichtbaren Verletzungen des Gebäudes und seine Geschichte an die Verfolgung der Juden unter dem Nazi-Regime in Deutschland. Der Titel der Ausstellung von Rosita Oremeks Bildern „Zwischen Erinnerung und Assoziation“ rahmt gleichsam auch die Gedanken der Betrachter des Gebäudes wie der Bilder. Mahnend wie das Haus als Zeitzeuge sind auch die Werke der Künstlerin mit Titeln wie „Totgeschwiegen“, „Verstümmeln“ oder „Verfolgen“. Oremek beschreibt in ihren abstrakten Bildern die Grausamkeiten dieser Zeit und die äußeren und inneren Verletzungen, die niemals ganz verheilen. Die Ausstellungseröffnung wurde von der ergreifenden Musik der Klarinettistin Matan David aus Israel bereichert und ist sonntags von 14.30 bis 16.30 oder nach Absprache mit Elvira Tewes (Tel: 05643/80940) zu sehen. Die Besichtigung kann mit einer kleinen Führung zur Geschichte der Synagoge verbunden werden.
Beide Ausstellungen werden bis zum Sonntag, dem 6. Mai 2018 gezeigt.

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