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Zucchini Sistaz-Terzett swingt zu fünft

Charmantes, musikalisches Gemüse

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Die eleganten Damen aus Münster sahen das Leben von der hoffnungsvollen, grünen Seite und entführten ihr Publikum gleich zu Beginn ihres Konzertes in der Beverunger Stadthalle mit „Nothing but blue skys“ in den blauen Himmel.

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Jule Balandat am Kontrabass und Tina Werzinger an der Gitarre sangen und moderierten amüsant durchs Programm.

© Foto: Siebrecht

In gemusterten, grünen Kleidern und längsgestreiften Netzstrümpfen gewandet und mit „selbst ausgesätem“ Gras-Kopfputz ausgestattet, waren die Münsteranerinnen ein eleganter Augenschmaus und passten schon optisch hervorragend zur Glanzzeit der Swing-Ära in den 20er bis 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie präsentierten an diesem Abend einen Mix aus zum Teil neu betexteten Evergreens und selbst Geschriebenem, wie dem Song über die Zucchini-Schwemme mit Rezepttipps, bei dem Tausendsassa Sinje (Schnittchen) Schittker den Rhythmus mit zwei Kochlöffeln gab. Schnittker hatte gleich ein ganzes Arsenal an Instrumenten mitgebracht wie Akkordeon, Kastanietten, Klarinette, Posaune und Trompete. Alle Zucchinetten entlockten ihren Instrumenten nicht nur eine wunderbare Begleitungenzum dreistimmigen Gesang, sondern überraschten auch mit Geräuschen, wie einer stotternden Autozündung. Mit viel Humor berichteten sie vom gemeinsamen Leben in der Zucchini-Zentrale in Münster und schlugen in Liedform vor, wie man elegant ein Techtelmechtel ablehnt. Die drei Musikerinnen vollbrachten auch das Kunststück als Terzett zu fünft auf der Bühne zu stehen, den zwei der Damen waren gerade schwanger.
Wo die Zucchinis sind, ist Glamour und gute Laune nicht weit. Das merkte auch schnell das Beverunger Publikum, das mit weitem Abstand zueinander Platz genommen hatte. Die Kulturgemeinschaft hatte sich auf die Gefahrenstufe II eingerichtet, die in wenigen Tagen erwartet wurde. „So soll sich jeder der Anwesenden sicher fühlen und eine schöne Veranstaltung erleben“, erklärte Dr. Andrea Knoblauch-Flach, der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft, der das Publikum zu Beginn begrüßte. Mit mindestens drei Plätzen Abstand zu Personen aus einem anderen Haushalt und mit dem Verzicht auf eine Pause, guter Lüftung und geregelten Ein- und Ausgängen, gab es kaum eine Chance sich nahezukommen. Die Stuhlreihen der Stadthalle waren sehr licht besetzt, obwohl das Konzert der Zucchini Sistaz nahezu ausverkauft war. Die Zuschauer freuten sich neben dem tollen Konzert darüber, Bekannte zu sehen und winkten sich von Weitem zu.
Auch die Musikerinnen genossen es sehr wieder auf der Bühne zu stehen und baten das Publikum nach dem begeisterten Schlussapplaus: Wenn es Ihnen gefallen hat, kommen sie wieder, sagen sie es weiter und lassen Sie uns gemeinsam die Kultur durch die schwere Zeit bringen.“

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