Drucken Versenden
Corona verhindert närrisches Treiben

Carnevalisten sagen alle Veranstaltungen ab

Von Peter Vössing
Beverungen/Lauenförde – Was die meisten geahnt hatten, wurde nun bestätigt. Im Winter 2020/2021 wird es wegen der Corona-Pandemie wohl keinen Karneval geben. Die Auftaktveranstaltungen im November entfallen komplett und auch eine heiße Sessionsphase mit Sitzungen und Rosenmontagszügen scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

Bild anzeigen

Pressegespräche mit trauriger Nachricht: (v.l.) Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm, CVWB-Präsident Friedhelm Dierkes, Lauenfördes Bürgermeister Werner Tyrasa und der stellv. CXVWB-Präsident Daniel Zarnitz.

© Foto: Vössing

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Beverunger Rathaus, an dem CVWB-Präsident Friedhelm Dierkes und sein Vize Daniel Zarnitz sowie die beiden Bürgermeister Hubertus Grimm (Beverungen) und Werner Tyrasa (Lauenförde) teilnahmen, wurde jetzt die traurige Nachricht verkündet. „Bis vor einigen Wochen haben wir voller guter Hoffnungen noch die Sessionseröffnung 2020/2021 geplant. Das alles ist nun Makulatur. In der Verantwortung für unsere aktiven Mitglieder, aber auch für unsere Freunde und Förderer des „Brauchtums Carneval" haben wir uns schweren Herzen aber mit der notwendigen Vernunft entschieden, dass die für 2020 geplanten Veranstaltungen ersatzlos wegfallen“, erklärte Friedhelm Dierkes.

Bild anzeigen

Die Tollitäten der letzten Session, Prinz Marcus der expertelle Nette (Dietrich), Prinzessin Serena die schnittige Brünette (Dierkes), Kinderprinz Jonas der Rasante (Schaperdot) und Kinderprinzessin Jana die Elegante (Koch) haben sich bereit erklärt, in der Session 2020/2021 im Amt zu blieben.

© Foto: Vössing


Damit sind auf jeden Fall die Veranstaltungen „Rathauserstürmung in Lauenförde“, „Proklamation der Prinzenpaare“ und die „Eröffnungssitzung“ abgesagt worden. „Das bedeutet auch, dass wir kein neues Prinzenpaar proklamieren werden. Die neuen Tollitäten standen schon in den Startlöchern. Sie haben sich bereits eingekleidet und die Regierungserklärung vorbereitet. Unter diesen Umständen wollen wir das neue Prinzenpaar nicht proklamieren. Zum einen müsste ihre Vorstellung quasi ohne Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden, und zum anderen können wir nicht garantieren, ob es überhaupt weitere Auftritte geben wird. Deswegen bleiben unsere jetzigen Prinzenpaare auch in der Session 20/21 im Amt, wofür wir ihnen sehr dankbar sind“, machte der CVWB-Präsident deutlich.
Die Planungen für den Sessionsendspurt einschließlich Kinder- und Rosenmontagsumzug werden mit angezogener Handbremse geführt. „Denn bei aller Feierlaune muss man doch feststellen, Carneval feiern heißt Freunde treffen, singen, schunkeln, tanzen und auch das ein oder andere Bier und Schnäpschen trinken. Das kann mit A-H-A (Abstand – Hygiene – Alltagsmaske) nicht funktionieren. Und wenn man es realistisch sieht, dann wird es bis Aschermittwoch kein närrisches Treiben geben. Sollte sich aber doch noch ein Türchen öffnen, dann werden wir im Vorstand überlegen, ob es Sinn macht, noch Veranstaltungen durchzuführen“, erklärte Dierkes traurig.

Bild anzeigen

Die Tanzgarden sind traurig, dass ihre Kostüme in diesem Winter im Schrank bleiben müssen.

© Foto: Vössing


Bürgermeister Hubertus Grimm lobte das Verantwortungsbewusstsein der Carnevalisten. „Der Carneval ist bei uns ein hohes Kulturgut, deshalb ist es schade, dass die Session ausfallen muss. Ich habe Respekt vor der Entscheidung des CVWB-Vorstandes. Solange wir keinen Impfstoff haben, kann nicht gefeiert werden und ein ausgelassener Carneval ist mit A-H-A nicht möglich“, erklärte Grimm. Werner Tyrasa, der Amtskollege aus Lauenförde – er war selber in der Session 2008/2009 Prinz Carneval - pflichtete seinem Vorredner bei. „Es ist bedauerlich, dass uns diese Pandemie so im Griff hat. Der CVWB, der sehr verantwortungsvoll reagiert, hat die richtige Entscheidung getroffen. Ich hätte genauso reagiert“, machte Tyrasa deutlich.
Ganz will man allerdings nicht auf den Carneval verzichten. „Wir versuchen, dort wo es möglich ist, Präsenz zu zeigen. Vielleicht kann es unter bestimmten Bedingungen einzelne Auftritte unserer Tollitäten beispielsweise vor Kindergärten oder Schulen geben.“, erklärte der stellv. CVWB-Präsident Daniel Zarnitz.
Finanziell sieht Friedhelm Dierkes keine große Bedrohung auf den Verein zukommen, denn man sei wirtschaftlich gut aufgestellt. Schade wäre es allerdings für die einzelnen Gruppen, die sich schon auf die Session vorbereitet hatten. Hier sei es wichtig, dass der Kontakt untereinander nicht zu sehr abebbt.
Auch die Bürgermeister vermissen den engeren Kontakt mit den Bürgern, denn gerade bei Festlichkeiten haben diese sich mit den Bürgern getroffen und ausgetauscht. Das findet alles im Moment nicht statt. Beide finden das sehr schade.

Bilder & Videos

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder