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Kunst- und Kulturverein Burg Herstelle e. V. gegründet

Burg wird öffentlich zugänglich

Von Barbara Siebrecht
Herstelle – Die Eigentümer der Burg Herstelle, Familie Hörning, setzen sich seit dem Kauf des Geländes im Jahr 2007 mit Herzblut, Fördergeldern und erheblichen Eigenmitteln für die Sanierung der Burg ein. Nach knapp zehn Jahren Bauzeit kann nun die anfangs baufällige Burg mit Veranstaltungen und Seminaren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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Der Vorstand des neu gegründeten Kunst- und Kulturverein Burg Herstelle e. V. Schriftführerin Corinna Rothmann-Vößing, Vorsitzende Petra Sporbeck-Hörning, und Kassiererin Kristin Hartmann.

© Foto: Siebrecht

Ein erster Schritt der Öffnung des privaten Geländes der Burg geschah durch die Nutzung des großen Saales als Trauzimmer des Standesamtes der Stadt Beverungen. In 2016 fanden zwei standesamtliche Hochzeiten auf der Burg Herstelle statt, eine weitere ist für 2017 geplant.
Ende November hat die „Akademie der lesenden Künste“ Räume der Burg angemietet und veranstaltete ein dreitägiges Seminar zum Thema: „Grimms Märchen. Schauen Hören, Lesen, Anverwandeln“. Das Seminar, das sich an Studenten der Literatur und interessierten Laien richtete und von einem Schriftsteller, einer Schauspielerin und einer Harfenspielerin geleitet wurde, schloss nahtlos an die Tradition der Burg als kulturelles Zentrum an.

Die Burg war vor 170 Jahren Treffpunkt für Gelehrte, Dichter und Maler, die sich in in der Romantik verbreiteten Künstler-Zirkeln austauschten. So waren die Brüder Grimm und Anette von Droste-Hülshoff zeitweise in der Burg zu Besuch. Eine Porträt-Skizze an der Wand im großen Saal, die bei den Bauarbeiten entdeckt wurde, könnte von Ludwig Emil Grimm stammen.

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Diese Zeichnung an der Wand des großen Saales könnte von Ludwig Emil Grimm stammen, vermuten die Eigentümer.

© Foto: Siebrecht


Die drei Säle im Erdgeschoss der Burg können für Veranstaltungen genutzt werden. Im Kellergeschoss befinden sich Toiletten und Wirtschaftsräume und ein Raum, der für handwerkliche Kunst geeignet ist. Eine Küche wurde eingebaut. Der wohl schönste Raum ist der Wintergarten mit seinen großen Fensterflächen und die wunderbare Aussicht ins Wesertal über Würgassen und Beverungen. Die Räume des Obergeschosses der Burg werden von der Firma Sanitas genutzt. Das Dachgeschoss ist nicht nutzbar.
Die Eigentümer der Burg Herstelle möchten nach und nach ein Veranstaltungsprogramm mit etablierten Künstlern und Meistern ihres Fachs durchführen. Die Themen werden sich aus den Bereichen Kunst Kultur und Gesundheit rekrutieren. In der Planung sind Kurse für natürliche Heilverfahren, Ganzheitsmedizin, kreatives Schreiben, Kaligraphie und „urban sketching" kombiniert mit Fotografie. Petra Sporbeck-Hörning hat schon Kontakte zu Künstlern aus Hannover und Kassel geknüpft. Die Kurse sollen für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet sein. Die Burgbesitzer hoffen, dass sich die Burg zum kulturellen Zentrum entwickeln wird, das auch Menschen aus ganz Deutschland und dem Ausland nach Herstelle führen wird, die in den umliegenden Pensionen und Hotels übernachten könnten. „Wir möchten die Wurzeln der Burg in die Moderne übertragen“, meinen die Eheleute Hörning, die die Seminare und Workshops veranstalten wollen.
Zur weiteren Nutzung der Burg wurde ein Verein gegründet, der auch Veranstaltungen ermöglichen wird, die sich durch Teilnehmerbeiträge oder Eintritte allein nicht finanzieren lassen. Er tritt für seine Veranstaltungen als Mieter der Burgräume auf. Der Verein erhebt einen Mitgliedsbeitrag von 12 Euro jährlich und kann als eingetragener Verein Spenden entgegennehmen. Der im Juli 2016 gegründete Verein trägt den Namen Kunst- und Kulturverein Burg Herstelle. In den Vorstand wurden gewählt: Vorsitzende Petra Sporbeck-Hörning, Schriftführerin Corinna Rothmann-Vößing und Kassiererin Kristin Hartmann. Eine Website des Vereins, die unter anderem über die Veranstaltungen informieren wird, ist im Aufbau.

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