Blühstreifen für Insekten und Wildtiere

Bunte Ackerränder

Von Barbara Siebrecht
Beverungen und Ortsteile - Die Stiftung „Westfälische Kulturlandschaft“ hat 16 Tonnen kostenloses Saatgut an Landwirte in ganz Westfalen-Lippe verteilt. Im Rahmen des Projekts „Blühendes Band durch Bauerhand“ diente das Saatgut zur Anlage von Blühstreifen am Ackerrand, die ein Blütenangebot für Insekten auch nach der Obst- und Rapsblüte sichern sollen.

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Die Blüten werden, wie hier in Herstelle, gut von den Insekten angenommen.

© Foto: Siebrecht

Einige Landwirte aus Beverungen nutzten das Angebot des kostenlosen Saatgutes, dass sie über die Kreisgeschäftsstellen des WLV in Brakel beziehen konnten, und legten auf ihren Nutzflächen Blühstreifen an. „Saatgut für eine Fläche von etwa fünf Fußballfeldern wurde an Landwirte aus dem Stadtgebiet Beverungen ausgehändigt, ich war selbst überrascht von der großen Nachfrage durch die Landwirte“, berichtete der Geschäftsführer des WLV in Brakel, Stefan Legge, „Bestimmt geht die Aktion auch im nächsten Jahr weiter“.
Ab April, also nach der Frostperiode konnte das Saatgut ausgebracht werden. Die Saatgutmischung enthielt 14 Kulturarten und stand für Biobetriebe auch als Bio-Saatgut zur Verfügung. Die Mischung mit einjährigen Pflanzen setzte sich zusammen aus Buchweizen, Rauhhafer, Öllein, Inkarnatklee, Phacelia (Bienenfreund), Sonnenblume, Wicke, Koriander, Fenchel, Dill, Rotklee, Futtermalve, Borretsch und Ringelblume. Im August leuchten die großen, gelben Blüten der Sonnenblumen weit über das Land. Einige Blumenarten sind nun schon verblüht und setzen Samen an. Auch samenfressende Vögel nutzten das Angebot der Blühstreifen und pickten zum Beispiel die Samen des Rauhafers auf. Der Blühstreifen bleibt mindestens bis zur Ernte der Hauptfrucht bzw. bis zur Neubestellung spätestens im Frühjahr auf dem Acker. Für das Folgejahr kann auf der Fläche neu mit Feldfrüchten bestellt werden. Im Idealfall sollte der Blühstreifen breiter als 6 Meter sein und abseits von Straßen liegen. 
Im Jahr 2018 war die Aktion zunächst nur im Münsterland erprobt worden und wurde dort gut angenommen. Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, die die Kosten für das Saatgut übernahm, wurde im November 2005 vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW gegründet um die nachhaltige Nutzungsfähigkeit, Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft in Westfalen-Lippe als Lebensraum zu erhalten und zu fördern.
Die teilnehmenden Landwirte erhalten für die Blühstreifen keine zusätzliche Prämie und verzichten auf den Ertrag, den sie auf der Fläche hätten erwirtschaften können. Als Zwischenfrucht im Rahmen der vorgeschriebenen Greening-Maßnahmen kann der Blühstreifen angerechnet werden.