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Sparkasse wiegt Prinzessin in Kamelle auf

Bürgermeister entmachtet

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Mit Verspätung erreichte der Zug des CVWB, begleitet vom Musikverein-Spielmannszug Würgassen, in diesem Jahr die Sparkassen-Schalterhalle und traf dort auf schon ausgelassenes Narren-Volk, das zu Karnevals-Hits schunkelte. Ziel war es für den Rosenmontagszug die leckeren Kamelle der Sparkasse abzuholen. Dazu setzte sich Prinzessin Yvonne auf den schmalen Sitz der großen Balkenwaage, auf deren anderer Seite Sparkassendirektor Michael Knipping und seine Helfer nach und nach das süße Gegengewicht stapelten.

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Diskret verstärkt von drei starken Narren (rechts), wog Prinzessin Yvonne die Carnevalistische über 550 Kamelle-Kilo.

© Foto: Siebrecht

Vizepräsident Daniel Zarnitz und Prinz Marcel der Schützende beschwerten die Seite der Prinzessin diskret mit Knie und Arm, sodass die schlanke Dame erst bei unglaublichen 550 Kamelle-Kilo in die Höhe gehoben wurde. Sparkassen-Direktor Knipping war es recht. Hatte er doch in seiner Begrüßungsrede angeboten, selbst der Prinzessin beim Beschweren zu helfen, sollte sie zu leicht sein.


Die Sparkassen-Banker sind Fans des Karnevals und freuen sich, mit ihren Bonbons den Gästen am Zug den Rosenmontag zu versüßen. CVWB- Sitzungspräsident Philipp Driehorst bedankte sich herzlich für den tollen Empfang in den Räumen des Geldinstituts und für die Großzügigkeit der Sparkasse an Geldspende und „Hüftgold“. Nach einigen Schunkelrunden formierte sich der Zug des Karnevalsvereins neu und zog weiter zum Rathaus um sich dort den Schlüssel zur Macht zu erstreiten.

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Rammbock und Enterhaken brachten die Festung der Landsknechte zu Fall.

© Foto: Siebrecht


Schon lange vor dem Eintreffen des Zuges hatten sich die Kanoniere der Blau-Weißen mit der Konfetti-Kanone in Stellung gebracht und einen Warnschuss auf die Festung des Bürgermeisters abgegeben. Von den Landsknechten der Stadt nahm das aber keiner Ernst, denn vor Papierstreifen hatten sie natürlich keine Angst.

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Zu Beginn lacht Bürgermeister Hubertus Grimm noch zuversichtlich und hielt den Schlüssel fest in der Hand.

© Foto: Siebrecht


Nachdem sich der Zug der Narren vor der Festung in Stellung gebracht hatte, forderte der Sitzungspräsident den Bürgermeister zu Verhandlungen auf, um eine erneute, peinliche Niederlage zu vermeiden. Zunächst erklärte der Bürgermeister, dass er sich ursprünglich in der Beverunger Burg hatte verschanzen wollen, der Stadtrat diese Festung mit den dicken Sandsteinmauern aber leider verkauft habe. Das wäre für die Narren sicher mit einer tragischen Niederlage geendet.

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Die Kanoniere waren zum Angriff wild entschlossen.

© Foto: Siebrecht


In schwacher Position in seiner improvisierten Festung aus Spanplatte unterbreitet Grimm in wohlklingen Reimen sein Angebot. Er forderte die fette Beute an Kamelle, die die Narren gerade in der Sparkasse erhalten hatten. „Rückt den Zaster raus, dann übergebe ich das Haus“, sagte Grimm und wollte damit die immer noch leere Stadtkasse auffüllen.

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Michael Knipping verlieh Präsident Friedhelm Dierkes den Sparkassen-Orden.

© Foto: Siebrecht


Darauf ließ sich Verhandlungsführer Driehorst nicht ein, behauptete, die Kämpfer der Garde hätten sich mit Straußeneiern zum Frühstück gestärkt und forderte Oberst Redecker zum Angriff auf. Die fast zärtlichen Stöße des Widders zeigten zunächst kaum Wirkung aber mit dem Enterhaken konnte das Tor schließlich doch eingerissen werden. Grimm zeigte sich wieder einmal als guter Verlierer und übergab Macht und Rathausschlüssel.
Das war ihm vielleicht auch nicht unrecht, denn so konnte er bis zum Aschermittwoch unbeschwert von der drückenden Verantwortung für Beverungen mitfeiern.

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