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Pläne zum zentrales Atommüll-Lager

Bürgerinitiativen üben Kritik

Von Barbara Siebrecht
Würgassen - Nachdem die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) ihre Pläne zu einem Logistikzentrum für Atommüll aus dem ganzen Bundesgebiet öffentlich gemacht hat, wollten nun Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen ihre Kritik an den Atommüll-Plänen vor Medienvertretern erläutern.

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Jochen Stay (v. l.), Dirk Wilhelm und Ludwig Wasmus erläuterten ihre Kritikpunkte.

© Foto: Siebrecht

Dirk Wilhelm von der Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck im Dreiländereck i. G. aus Beverungen berichtete von der großen Zahl der Unterstützer und der Empörung in der Bevölkerung gegen die Pläne der BGZ, die die Bürgerinitiative verzeichnen kann, die zu diesem Zeitpunkt erst eineinhalb Wochen existierte. „Wir sprechen nicht mehr von der Errichtung eines Logistikzentrums, sondern von einem zentralen Bereitstellungslager für das atomare Endlager Schacht Konrad“, erklärte Wilhelm und unterstrich damit die Ansicht, dass in Würgassen angelieferter Atommüll für die Einlagerung in den Schacht Konrad ertüchtigt werden soll. Ludwig Wasmus vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad erklärte, dass so ein Bereitstellungslager neben dem einzigen, genehmigten Endlager für leicht und mittelstrahlenden Atommüll, dem Schacht Konrad bei Salzgitter, viel sinnvoller platziert wäre, da dann der Atommüll nicht doppelt transportiert werden müsste. Dies sei jedoch nicht geplant, da mit der Planung eines solchen Projektes die Genehmigung für das Endlager mit in Frage gestellt werden würde. „Die geplante Inbetriebnahme von Schacht Konrad wird seit den 80-iger Jahren regelmäßig immer wieder verschoben, zuletzt im Frühjahr von 2022 auf 2027. Bundesumweltministerium und Bundesgesellschaft für Endlagerung wollen sich nicht eingestehen, was kaum noch zu verbergen ist, Schacht Konrad ist als Endlager nicht geeignet“, schreibt die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e. V. in ihrem Positionspapier zum Projekt in Würgassen.

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Die Wohnbebauung in Würgassen schließt direkt an die Bahnstrecke an.

© Foto: Siebrecht


Die Sprecher der Bürgerinitiativen prangerten die inakzeptable Intransparenz durch die BGZ an und kritisierten die Wahl des Standorts Würgassen. Sie erläuterten, dass die Gegebenheiten teilweise den von der BGZ selbst geforderten Punkten nicht entsprächen. So würde zum Beispiel eine zweigleisige Bahnanbindung gefordert. Dies ist mit der Bahnstrecke durch Würgassen nicht gegeben und auch nicht ohne weiteres herstellbar. Die Bahnstrecke führt zum Teil mit nur vier Metern Abstand an Wohnbebauung vorbei und das Kraftwerksgelände hat nur 300 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung. Das Kraftwerksgelände befindet sich in einer militärischen Tiefflugzone und liegt in einer Flussaue und damit im hochwassergefährdeten Gebiet. Die Verkehrsanbindung zu Autobahnen beträgt mindestens 38 km und die Strecken führen durch Ortschaften und sich zum teil kurvig und stark abschüssig und für Schwerlast – und Gefahrentransporte ungeeignet. Es wurde von geplanten 20 LKW und 10 Güterzügen täglich gesprochen. Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation.ausgestrahlt und seine Mitstreiter erläuterten, dass die Strahlenbelastung nicht unterschätzt werden dürfe, da die Atommüll-Behälter zum Teil geöffnet würden. Der schwach- und mittelstrahlende Müll würde komprimiert und damit in der Summe stärker strahlen.
Die Bürgerinitiative besteht auf einen Nachholtermin für die, wegen der Ansteckungsgefahr, abgesagten Bürgerversammlung und auf einer Neubewertung der Entsorgungsfrage nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik.