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125 Jahre Kolpingsfamilie Beverungen

Aus dem St. Josephs-Verein wurde die Kolpingsfamilie

Von Peter Vössing
Beverungen – Am kommenden Samstag, 07. Dezember 2019 will die Beverunger Kolpingsfamilie ganz groß im Rahmen des Bezirkstages ihr 125-jähriges Jubiläum feiern. Das Jubiläum beginnt zunächst mit einer Hl. Messe um 17.30 Uhr in der Kath. Pfarrkirche mit dem Bezirkspräses Frank Grunze aus Höxter. Im Anschluss findet der Festakt in der Stadthalle statt.

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Der Vorstand der Kolpingsfamilie mit (v.l.) Marie Theres Dierkes, Maria Anna Gehrmann (Schriftführerin), Michaela Robrecht (Jugendarbeit), Maik Gehrmann (2. Vorsitzender), Wilhelm Nolte (Vorsitzender) und Anna Gehrmann (Jugendvertreterin) laden zur Jubiläumsfeier ein. Es fehlen: Pfarrer Frank Schäffer (Präses), Simone Menger (Jugendarbeit), Manuel Benkel (Jugendvertreter) und Sylvia Rochell (Beisitzerin).

© Foto: Vössing

Die Kolpingsfamilie kann dabei auf eine wechselhafte Geschichte, geprägt durch zwei Weltkriege, zurückblicken:
Am 16. Dezember 1894 wurde der „St. Josephs-Verein zu Beverungen“ unter Leitung des Hochwürdigen Präses, Pfarrer Dettmar, sowie dem Zigarrenmacher Karl Zarnitz und 13 neuen Mitgliedern gegründet. Schon 1895 traten 31 junge Männer dem Verein bei. Unter dem Motto „Religion und Tugend“, Arbeitsamkeit und Fleiß, Eintracht und Liebe, Frohsinn und Scherz“. war der St. Josephs-Verein viele Jahre aktiv. Im Jahr 1919 wurde der St. Josephs-Verein zu Beverungen in den „Kath. Gesellenverein zu Beverungen“ umbenannt.

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Kartoffelbraten am Eisberg 1956.

© Foto: Kolpingsfamilie


Ein Protokollbuch über die Zeit vom Tag der Gründung bis zum Jahr 1925 ist nicht mehr vorhanden. Es ist anzunehmen, dass die Unterlagen in den Kriegswirren verloren gegangen sind. In den Jahren 1939 bis 1946 kam die Vereinsarbeit des Kath. Gesellenvereins, wegen des 2. Weltkrieges zum Erliegen.
Unter der Leitung von Präses Vikar Pütter und Senior Adolf Wagenknecht wurde die Vereinsarbeit zum 01. Juni 1947 unter dem Namen „Kolpingsfamilie Beverungen“ wieder neu aufgenommen.
1923 wurde unter besonderen Einsatz von Präses Vikar Hövelmann der Neubau des Vereinshauses angegangen. Gesellen und Handwerker erbauten in Eigenleistung das Vereinshaus in der Kolpingstraße. Dieses wurde im Dezember 1926 feierlich eingeweiht.
Von 1912 bis 1965 wurde mit Unterbrechungen und an verschiedenen Orten, erfolgreich Theater gespielt. Das Kolpinghaus wurde 1968 an die Stadt Beverungen verkauft und die Theateraufführungen kamen zum Erliegen. Eine willkommene Veranstaltung war, von 1956 bis 1963 das Gänseköppen mit Gänsekönig und Gänsekönigin.

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Theaterstück im Kolpinghaus 1962 “Die Frau des Pilatus”.

© Foto: Kolpingsfamilie


Von 1961 bis zum Verkauf des Kolpinghauses im Jahr 1968 war die Kolpingsfamilie im Karneval sehr aktiv. Im immer vollbesetzten Saal und in den umliegenden Ortschaften wurden teilweise mehrere Veranstaltungen während einer Session gefeiert.
1962 ´bis1970 wurde die eigene Vereinszeitung „Der Pfeil“ von den Redakteuren Gerhard Siebrecht und Werner Kern für die Mitglieder erfolgreich gestaltet und von allen immer gern gelesen.
Ausflüge standen schon immer auf dem Programm der Kolpingsfamilie. Gerhard Benkel bot seit dem Jahr 1970 Tages - und Mehrtagesfahrten an, welche immer gut angenommen werden. Seit 1990 hat Wilhelm Nolte dieses Amt übernommen und führt es erfolgreich weiter.
Im Jubiläumsjahr 2019 kann die Kolpingsfamilie mit Stolz und Dankbarkeit auf 125 Jahre, erfolgreiche und kreative Zeit zurück blicken. Aus bescheidenen Anfängen wuchs eine Gemeinschaft heran, die in der Vergangenheit und heute, Verantwortung in den verschiedenen Bereichen der Pfarrgemeinde und in der Gesellschaft übernommen hat.
Durch das Verständnis der heutigen Kolpingsfamilie erleben sich die Generationen nicht als Gegensätze, sondern als familienhafte Gemeinschaft. Die Kolpingsfamilie besteht im Jubiläumsjahr aus 149 Mitgliedern, mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren.
Im Jahr 1990 wurde unter der Leitung von Erwin und Ursula Anders eine Seniorengruppe gegründet, welche von Friedrich und Maria Gertzen bis zur Auflösung im Jahr 2015 weitergeführt wurde. Sie haben seniorengerechte Fahrten, Vorträge und Theaterbesuche organisiert und durchgeführt. Beiden Ehepaaren ist die Kolpingsfamilie zu großem Dank verpflichtet.
Das Kolpingprogramm reicht von A wie Arztvortrag bis Z wie Zeitvertreib. Großen Zuspruch finden immer die Mehrtagesfahrten und Betriebsbesichtigungen. Übrigens, im nächsten Jahr geht es nach Oberammergau zu den Passionsspielen. Die ca. 30 Veranstaltungen im Jahr, werden im Durchschnitt von etwa 36 Teilnehmern besucht.
Die Kolpingsfamilie Beverungen wallfahrtet seit über 60 Jahren, traditionell am Dienstag vor dem 8. Dezember zu Fuß nach Dalhausen. Hier findet nach der Wallfahrt eine Andacht oder eine Hl. Messe statt.
Seit etwa 35 Jahren wird in der Kolpingsfamilie wieder mit großem Erfolg Karneval gefeiert. Im Jahr 2013 wurde die „Tanzgarde der Kolpingsfamilie Beverungen“ gegründet. Sie vertreten die Kolpingsfamilie mit ihren charmanten und fetzigen Auftritten bei vielen Karnevalsveranstaltungen in Beverungen und Umgebung. Für Nachwuchs sorgen die „Tanzzwerge“, mit Mädchen und Jungen im Alter von 5 -12 Jahren. Sie werden von Anna Gehrmann und Helene Böker trainiert.
Zurzeit wird die Kolpingsfamilie von dem Vorsitzenden Wilhelm Nolte geleitet. Er ist über 45 Jahre im Vorstand tätig. 10 Jahre war er davon als 2. Vorsitzender aktiv. Er ist mittlerweile 29 Jahre Vorsitzender mit Unterbrechung, als Josef Lenneke den Verein anführte. Seit 1998 ist Wilhelm Nolte bis heute der Vorsitzende der Kolpingsfamilie.
Der jetzige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Pfarrer Frank Schäffer Präses. Wilhelm Nolte (Vorsitzender), Maik Gehrmann (2. Vorsitzender), Marie Theres Dierkes (Kassiererin), Maria Anna Gehrmann (Schriftführerin), Simone Menger / Michaela Robrecht (Jugendarbeit), Anna Gehrmann / Manuel Benkel (Jugendvertreter), Sylvia Rochell (Beisitzerin)
Am Samstag, den 07. Dezember 2019 feiert die Kolpingsfamilie Beverungen im Rahmen des Bezirkstages ihr 125 jähriges Jubiläum und möchte mit allen Mitgliedern und Freunden diesen Tag begehen. Anschließend findet der Festakt in der Stadthalle im Saal Bever statt. Nach der Begrüßung und einem Imbiss spricht der Bundestagsabgeordnete Christian Haase über „Die Bedeutung des Ehrenamtes in der heutigen Gesellschaft“. Im Anschluss findet die Aufnahme der neuen Mitglieder und Ehrung der Jubilare statt.

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