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100 Tage Schulleitung

Aus G9 neu wird „G9 neu neu“

Von Barbara Siebrecht
Beverungen - Mit dem Schulversuch G9 neu begann das Gymnasium Beverungen mit dem Schuljahr 2011/12 und nahm damit die Verkürzung auf nur acht Schuljahre bis zum Abitur zurück. Für viele Eltern war dies ein Grund, ihr Kind auf dem Städtischen Gymnasium Beverungen anzumelden, denn sie teilten die Ansicht der Schulleitung, den Kindern mehr Zeit für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihrer (auch außerschulischen) Talente geben zu wollen.

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Konrektor Thorsten Kittel und Schulleiter Benedikt Marpert informierten.

© Foto: Siebrecht

Der Schulversuch G9 neu, an dem sich auch andere Gymnasien in NRW beteiligten, wurde unter anderem mit Fragebögen an Eltern und Schüler ausgewertete und wäre planmäßig in zwei Jahren beendet worden. Auf Vorschlag der Schulleitung hat der Stadtrat beschlossen, den Antrag auf Beendigung des Schulversuchs zu stellen. „Uns ist es sehr wichtig deutlich zu machen, dass dieser Antrag auf Beendigung des Schulversuchs keine Kritik daran ist, sondern dessen konsequente Fortsetzung“, stellte Schulleiter Benedikt Marpert klar. Mit dem Machtwechsel bei der Landtagswahl 2017 wird die gymnasiale Laufbahn in neun Jahren wieder die Regel und die Verkürzung zur Ausnahme. „Unsere pädagogische Sichtweise wurde durch die neuen Landesregierung bestätigt“, meinte Marpert. Beim Vergleich der Stundentafeln des Schulversuchs mit den künftig geltenden Anforderungen der neunjährigen Oberstufe kamen Schulleiter Benedikt Marpert und sein Stellvertreter Thorsten Kittel zur Ansicht, dass sich wenig ändern würde, wenn man sich dem dann landesweit geltenden Bestimmungen für G9 anschließen würde, da eine große Deckungsgleichheit zur bisherigen Praxis festgestellt wurde. „Wir sprechen intern von „G9 neu neu“, dass sich stark von G9 vor der Verkürzung zu G8 unterscheidet“, erläuterte Marpert. Die Stadt Beverungen stellt nun einen Antrag an die Ministerin zur Beendigung des Schulversuchs G9 neu, von dessen Bewilligung ausgegangen wird.
Konkret wird sich damit zum neuen Schuljahr im Sommer nur für den jetzigen Jahrgang 5 und für die neu am Gymnasium angemeldeten Kinder etwas ändern. Sie werden die 2. Fremdsprache (Latein oder Französisch) nicht mehr in der 6. sondern in der 7. Klasse beginnen. Alle anderen Jahrgänge sind von der Änderung nicht betroffen. Am Gymnasium Beverungen werden zur Zeit 551 Schüler*innen unterrichtet. In der 5 und 6 sind wir zweizügig, für das Schuljahr 2019/20 erwarten wir Anmeldezahlen die eine Zweizügigkeit erlauben, hoffen aber auf eine Dreizügigkeit“, sagte Benedikt Marpert. Die Anmeldungen für das neue Schuljahr sind ab Februar 2019 möglich.
Im Pressegespräch blickte Benedikt Marpert auch auf seine ersten 100 Tage als Schulleiter und Nachfolger von Karl-Günter Marquardt zurück. Optisch hat sich das Schulleiterbüro verändert. Insbesondere die Musikanlage und die großformatigen Bilder von Auftritten des Schulchores fallen ins Auge. Der Schulleiter unterrichtete weiter einen Grundkurs Musik in der Q I und einen Grund- und einen Leistungskurs in der Q II. „Schule ist keine Firma, obwohl Management wichtig ist, darf es nicht sein, dass die Führungsetage vom Geschehen abgekoppelt ist“, sagte der Schulleiter „Die Zeit verfliegt! Ich hoffe, dass das nichts mit meinem Alter zu tun hat“, schmunzelte Marpert und gestand, dass er die Chorleitung vermisse, die in die Hände von Musiklehrer Michael Schauka gelegt wurde. „Ich hatte großen Respekt vor dieser Aufgabe, fühle mich aber vom Kollegium und den Mitarbeitern getragen und arbeite sehr konstruktiv mit der Stadt zusammen“, erläutert Marpert. Im Team mit Stellvertreter und „Herr der Stundenpläne“ Thorsten Kittel will Marpert das Gymnasium weiter für die Zukunft fit machen. Der Breitbandanschluss wird demnächst kommen. Fast alle Oberstufenräumen sind mit Whiteboards ausgerüstete und werden im kommenden Jahr wird ein Computerraum modernisiert. Mit der Datenkamera kann auch Handgeschriebenes der Schüler für alle am Whiteboard sichtbar gemacht werden. Laptop-Klassen sieht die Schulleitung kritisch und möchten auch das Schreiben mit der Hand (ohne Rechtschreibkorrekturprogramm) beibehalten, denn Motorik und kognitive Fähigkeiten hängen nachweislich eng zusammen.

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