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Abbruch der Stabbogenbrücke mit Spezialkränen

Alte Weserbrücke ist Geschichte

Von Peter Vössing
Beverungen/Lauenförde - Die alte Weserbrücke, die das Nordrhein-Westfälische Beverungen mit dem Niedersächsischen Lauenförde verband ist nun endgültig Geschichte. Jetzt wurde die gesamte Stahlkonstruktion abgebaut.

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Insgesamt vier Kräne waren an der spektakulären Brückenzerlegung beteiligt.

© Foto: Vössing

Für die Aktion hatte man beantragt, den Schiffsverkehr auf der Weser bei Beverungen für zwei Tage komplett zu sperren. Der Dampfer der Flotte Weser fuhr nur bis Beverungen und kehrte dort wieder um. Auch die Paddler mussten anlegen und ihr Gefährt tragen und durften es später hinter der Brücke wieder ins Wasser setzen. Die DLRG-Ortsgruppe Brakel war die ganze Zeit vor Ort und machte die Paddler und Motorbootfahrer auf die Sperrung aufmerksam. Es war einfach zu gefährlich mit Schiffen und Booten die Brücke während des Abbruchs zu unterfahren. Schneidbrenner sorgten für reichlich Funkenflug und auch Metallteile hätten auf die Boote fallen können.

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Arbeiter in Körben zertrennten die Bögen mit einem Schneidbrenner.

© Foto: Vössing


Im Vorfeld wurde bereits die Fahrbahnplatte zwischen den Trägern abgebrochen. Die nackte Stahlkonstruktion der Stabbogenbrücke war schließlich an der Reihe. Bevor man die restlichen Brückenteile entfernen konnte, wurden zunächst die Hänger (senkrechte Zugstäbe) vom Stabbogen zum Längsbalken durchtrennt.
Für die restlichen Abbrucharbeiten, die innerhalb kürzester Zeit erfolgen sollten, mussten Schwerlastkräne her.
An beiden Seiten der Weser wurde jeweils einer dieser Spezialkräne aufgebaut, die unter anderem bei der Errichtung von Windkraftanlagen eingesetzt werden. Sie sorgten dafür, dass die schweren Stahlteile sicher entfernt werden konnten. In Käfigen an anderen Kranen  hängend (insgesamt waren vier Kräne im Einsatz) wurden Arbeiter mit Körben zur Spitze der Bogenkonstruktion befördert. Mit Schneidbrennern durchtrennten diese dort synchron die beiden Bögen, die an den Schwerlastkränen hingen in Querrichtung. Dabei musste höllisch aufgepasst werden, da die Träger natürlich mit einem Ruck auseinander drifteten. Ein Fehler wäre hierbei sicherlich verhängnisvoll für die Männer in den Körben gewesen.

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Sanft legten die Schwerlastkräne die Bögenteile auf das Weserufer.

© Foto: Vössing

 
Danach waren die Auflagerpunkte der Bögen an der Reihe. Einer nach dem anderen Halbbögen mit einem Gewicht von ca. 35 Tonnen wurde mit den Kränen zur Seite gehoben und dort in „handliche“ Teile zum Abtransport zerlegt. Jetzt konnten die 60 Tonnen schweren Längsträger in drei Teile zerschnitten und entfernt werden.
Die alte Stabbogenbrücke, die 69 Jahre lang das Bild der beiden Weserorte prägte, ist somit Geschichte. Aber die neue Brücke ist ja schon vorhanden und steht bereit, im Frühjahr nächsten Jahres im Querverschub in die richtige Lage gebracht zu werden.
Bis dahin sind noch einige Arbeiten zu leisten. Das Abbruchunternehmen Schaperdot aus Beverungen hat bereits begonnen, die noch vorhandenen Unterbauten aus Stahlbeton abzubrechen. Wenn diese entfernt sind, werden die neuen Pfeiler und Widerlager gebaut. Über Querverschubbahnen wird dann die neue Brücke auf die neuen Unterbauten geschoben. Dann folgen noch die Restarbeiten, wie die Aufbringung des Fahrbahnbelages.

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Auf der Beverunger Weserseite hat man bereits mit dem Abbruch der Unterbauten begonnen.

© Foto: Vössing

Im Sommer 2020 soll dann der Verkehr über die 13 Mio. Euro teure neue Brücke fließen.
Die spektakulären Abbrucharbeiten waren in Beverungen und Lauenförde wahre Zuschauermagnete. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten mit Kameras bewaffnet dem Geschehen, dass noch am Abend beendet werden konnte. Sicherlich wird bei der nächsten spaktakulären Aktion - dem Querverschub der neuen Brücke - ein ähnlicher Zuschauerzuspruch herrschen. Innerhalb eines Tages wurden die Arbeiten komplett durchgeführt und der Schiffs- und Bootsverkehr konnte auf der Weser wieder fließen.

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