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100 Jahre Volkshochschule

Alte Dame in modernem Gewand

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Der Gedanke der Volksbildung, also der Bildung für Alle entstand ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Erste Vorreiter der Volkshochschulen bildeten sich im In- und Ausland. Als Gründungjahr der Volkshochschule in Deutschland gilt das Jahr 1919, also kurz nach dem 1. Weltkrieg.

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Der Leiter der Zweigstelle Beverungen des VHS-Zweckverbandes, Ulrich Wille meint: „In den Angeboten der Volkshochschule kann jeder etwas für sich entdecken“.

© Foto: Siebrecht

In der Weimarer Verfassung wurde der Artikel 148 Absatz 4 formuliert: „Das Volksbildungswesen, einschließlich der Volkshochschulen, soll von Reich, Ländern und Gemeinden gefördert werden“. Damit erhielt die Volksbildung erstmals Verfassungsrang und der Staat eine Pflicht zur Förderung. Der Förderauftrag besteht bis heute und bildet eine der Säulen, aus denen sich die Volkshochschule finanziert. Die Volkshochschule als gemeinnützige Körperschaft hat nicht das Ziel Gewinne zu erwirtschaften sondern ihre Angebote zu wirtschaftlichen, aber möglichst niedrigen Preisen anzubieten. Die Teilnehmergebühren machen etwa ein Drittel des Haushalts aus, der sich zu einem weiteren Drittel aus öffentlichen Zuschüssen von Kommunen und Ländern und aus Drittelmitteln von Bund und EU zusammensetzt. Von den Volkshochschulen werden öffentliche Aufgaben wie Sprachkurse für Migranten und Einbürgerungstests übernommen.
Im Jahr 2017 gab es in Deutschland 895 Volkshochschulen in denen 188.000 Honorarkräfte Veranstaltungen mit 18,25 Millionen Unterrichtsstunden bestritten. Die VHS in Beverungen ist Zweigstelle des Zweckverbandes Diemel-Egge-Weser in dem die Volkshochschulen von Warburg, Beverungen Borgentreich und Willebadessen zusammenarbeiten und je ein kostenloses Programmheft für das Frühjahrs- und das Herbstsemester gemeinsam herausgeben. Am nächsten Semesterprogramm wird schon geplant, das Heft erscheint Anfang Januar 2020. Wer sich noch als Dozent bewerben möchte, sollte sich bis spätestens Anfang November melden.
Die Angebote können von allen Personen ab 16 Jahren aber auch von Eltern mit Kindern wie zum Beispiel bei den Schwimmkursen gebucht werden, „Ich finde es wichtig, schon Kinder an das Angebot der VHS heranzuführen“, erklärte Ulrich Wille und freut sich, dass über diese Angebote auch die Eltern wieder Kontakt zur VHS finden. In Zeiten des lebenslangen Lernens kann die Volkshochschule nicht nur durch neue Kontakte und allgemeine Horizonterweiterung bereichernd und nützen, sondern auch durch berufliche Qualifikation ein Türöffner sein.
Mit ihren Angeboten versucht das Team der VHS Beverungen am Puls der Zeit zu sein und aktuelle Trends aufzugreifen wie die Handhabung und Wartung von Handy und Notebook oder dem Online-Lernen. In „Live-Webinaren“ findet der Kurs von Zuhause aus zu festgelegten Zeiten statt. Weiterbildungen im kaufmännischen Bereich werden von Dozenten per Live-Video gelehrt. Über eine Chatfunktion können vom Teilnehmer Fragen gestellt werden. Um an einem Live-Webinar teilzunehmen, braucht der Teilnehmer ein Notebook oder ein Tablet und eine stabile Internetverbindung. Prüfungen werden in Beverungen offline durchgeführt und Zertifikate ausgegeben. Eine Prüfung kann, muss aber nicht abgelegt werden. Vor der verbindlichen Anmeldung wird durch einen Techniktest sichergestellt, dass das Webinar auch empfangen werden kann. Wer das Lernen übers Internet testen möchte, kann das kostenlose Angebot der VHS Online Sprechstunde ausprobieren. Hier geht es um Fragen zu Software- oder EDV-Problemen. Ausführlichere Informationen zu diesen neuen Arten des Unterrichts sowie zum aktuellen Programm und vielen weiteren Themen findet man unter www.vhs-diemel-egge-weser.de oder über facebook.
Eine der Herausforderungen für die Volkshochschule heute ist die Vielfalt der Angebote durch Vereine und die „Bindungangst“ der potentiellen Teilnehmer. Zunehmend kürzer vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung melden sich die Teilnehmer an. „Wir haben schon einige Veranstaltungen acht Tage vorher absagen müssen, weil sich zu Wenige angemeldet hatten und zum Termin wäre der Kurs doch voll gewesen. Das ist ärgerlich für die Dozenten, die sich vorbereitet und den Termin freigehalten hatten, für die Teilnehmer und für uns aber wir müssen einige Tag vorher entscheiden, weil sonst unnötig Material eingekauft wird oder Reisekosten entstehen“, erläuterte Ulrich Wille.
Ganz herzlich möchte er sich im Jubiläumsjahr bei allen Dozenten bedanken, die die Kurse gestalten, bei den Kooperationspartnern wie dem Korbmachermuseum, dem Seniorennetz, der Lesbar, der Burg Herstelle und anderen und seiner Kollegin Cristina Lippenmeyer.

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