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Russlandaustausch 2019 des Gymnasiums Beverungen

Acht Tage zwischen „Privjet“ und „Paka“

Beverungen/Weliki Nowgorod (brbs) - Die Schülerin Karin Siebrecht (17 Jahre) berichtet von ihren Erlebnissen beim Schüleraustausch:

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Gruppenfoto der russischen und deutschen SchülerInnen beim Abschiedsabend in der Partnerschule

© Foto: Jana Greve

Es war dunkel und eine Stunde später als in Deutschland. Das Flugzeug setzte auf russischen Boden auf. Fotografieren ist strengstens verboten. Widerwillig steckte ich das Handy zurück in die Tasche. Eine Stunde lang standen wir an der Passkontrolle hinter den Arbeitsmigranten. „Das fängt ja gut an!“, dachten ich und die anderen neun deutschen Austauschschüler vom Gymnasium Beverungen. Zum Glück verliefen die nächsten Tage deutlich besser. Sankt Petersburg mit seinen herrschaftlichen Gebäuden ließ so einige Münder offen stehen. Genauso ließ uns das gute russische Essen in den Gastfamilien in Weliki Nowgorod vergessen, was das Wort „Hunger“ bedeutet.

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Laura Vieth und Jessica Moor shoppen Souvenirs in St. Petersburg.

© Foto: Jana Greve


Die wenigen Worte, die ich sicher konnte, „Privjet“ für „Hallo“ und „Paka“ für „Tschüss“, benutzte ich in Russland intensiv. Wenn ich jetzt an meine Austauschschülerin zurückdenke, stiehlt sich ein Grinsen auf mein Gesicht. Ich erinnere mich daran, wie wir auf Busfahrten deutsche Weihnachtslieder abwechselnd mit russischen Kinderliedern gesungen haben. Die Russen, die wir getroffen haben, sind nicht so spießig wie Deutsche und deutlich herzlicher. Das merke ich ziemlich schnell. Ich sah ungläubig wie die russischen Jugendlichen lostanzten und sangen als Musik lief- und das am helllichten Tag!

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Die stellvertretende Schulleiterin Olga Grebneva führt die deutsche Gruppe durch die neu renovierte Grundschule des Partnerschulkomplexes in Velikij Novgorod.

© Foto: Jana Greve


Mein Herz wurde warm, als, beim Besuch der Grundschule, fremde Kinder auf uns zustürmten und uns umarmten. Die kleinen Mädchen trugen große Schleifen in den Haaren und die Jungen hatten Anzügen an. „Die sind so Zucker!“, rief eine Deutsche entzückt. Was wir aber alle vermissten, da waren die deutschen Toiletten! Wenn Toilettenpapier vorhanden war, dann war das ein Wunder. Es fühlte sich aber mindestens von einer Seite an wie Schleifpapier. Außerdem freuten wir uns darauf, wieder in Trinkwasser zu duschen. Für dieses Abenteuer hat es sich auf jeden Fall gelohnt Russisch zu wählen, finde ich. Obwohl das kyrillische Alphabet eine echte Herausforderung ist. Am letzten Tag flossen Tränen. Die Austauschschüler hatten wir so in unsere Herzen geschlossen, dass wir versprachen nächstes Jahr wiederzukommen- vorausgesetzt wir müssten nicht an der Passkontrolle übernachten.

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