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Was macht ein Bürgermeister?

„Schulkinder“ besuchten das Rathaus

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Wer bald in die Schule geht, der interessiert sich schon für die Welt der Erwachsenen. Mit ihren „Großen“ macht die Kita Sonnenbreite Ausflüge in die Arbeitswelt und gibt ihnen damit die Möglichkeit für einmalige Einblicke. Die Gruppe durfte schon die Bäckerei Potthast und die Entsorgungsfirma Dietrich besuchen und erhielt eine Ersthelfer-Einweisung von den Ehrenamtlichen der Johanniter.

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Hinter dem Schreibtisch des Bürgermeisters: (v. l. ) Die Erzieherinnen Anna Knoll, Karoline Gieseler und Katja Linke und die Kinder Luca, Leni und Johannes links und Mila, Linda, Nico, Anton, Leon, Mike, Lenja, und Gustav rechts des Bürgermeisters.

© Foto: Siebrecht

„Was arbeitest du?“ wollten die Kinder von Bürgermeister Hubertus Grimm bei ihrem Besuch im Rathaus wissen. „Das ist Kindern schwer zu vermitteln, meinte der Bürgermeister zu den Erzieherinnen und erzählte den Kindern, dass er dafür da sei, die Wünsche der Bürger umzusetzen. Er telefoniere viel, lese E-Mails und bespreche sich mit vielen Leuten. „Heute Abend müssen wir entscheiden, ob die Grundschule angebaut wird und dann sitzen die Ratsherren und Ratsfrauen auf den Stühlen, auf denen ihr jetzt sitzt“, erklärte er den Kindern, „mit 50 Mitarbeitern im Rathaus gemeinsam helfen wir, wenn Häuser, Parkplätze oder Kindergärten gebaut werden sollen, und stellen Kinderausweise aus, die ihr bei einer Urlaubsreise braucht.“
Im Heimatkunde-Teil des Besuchs erzählte der Bürgermeister, das Beverungen aus 12 Ortsteilen besteht und betrachtete mit ihnen Bilder von Beverungen und seinen Freizeitangeboten. In der Batze waren die Kinder schon alle gewesen, aber keines kannte das Korbmachermuseum von innen.
Sie lernten, das Haarbrück das höchste Dorf Beverungen ist und das es zwischen Würgassen und Herstelle eine Fähre gibt. Ganz ohne Scheu stellen die Kinder ihre Fragen und nur auf die Frage „Wie schnell läuft ein Tiger“ wusste der 1. Mann der Stadt Beverungen keine Antwort. Spannend war es für die Kinder auch das Büro des Bürgermeisters zu besichtigen. Dann musste Bürgermeister Grimm zum nächsten Termin eilen und Mitarbeiterin Barbara Nolte zeigte ihnen noch die die Funktion eines Diktiergerätes und ließ den Bürgermeister in ihr Ohr sprechen. Gestärkt mit den mitgebrachten Muffins traten die Kinder dann den Rückweg in ihre Kita Sonnenbreite an.

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Die Kinder wurden im Sitzungsaal empfangen und durften den Bürgermeister befragen.

© Foto: Siebrecht

Die Kinder der Besuchergruppe stammten ganz überwiegend aus der Kernstadt und haben sich sicher beim Beverunger Teilstandort der Gemeinschaftsgrundschule für die 1. Klasse angemeldet. Als Schulträger ist hier der Bürgermeister mit Verwaltung und Stadtrat in der Pflicht für gute Lernbedingungen zu sorgen.
Kürzlich wurden im Ausschuss des Stadtrates für Familie und Bildung Konzepte für die Erweiterung der Grundschule in Beverungen vorgestellt, denn nach der Schließung der kleinen Schulen in Amelunxen und Herstelle aus Schülermangel vor einigen Jahren, leidet die Beverunger Grundschule nun unter Platzmangel. Gebraucht werden Fachräume und Platz für moderne Unterrichtsformen und die Inklusion. Die Barrierefreiheit müsse ausgebaut und die Schülertoiletten saniert werden. Auch die Ganztagsbetreuung wird immer stärker nachgefragt und muss sich auf den vorhandenen Räumlichkeiten einschränken. Dem Stadtrat wurden von Schulbauberater Jens Ransiek zwei Erweiterungsversionen vorgestellt, die zwischen 2,4 und 6 Millionen Euro kosten und die Ganztagsbetreuung integrieren könnten. Diese Investitionen müsste die Stadt (weitgehend ohne mögliche Fördermittel von maximal 630.000 Euro) aus dem Haushalt bestreiten. Verwaltung und Stadtrat sind wieder einmal gefordert, für die Bürger der Stadt und deren Kinder eine möglichst weitsichtige Entscheidung zu treffen, die auch die Bedürfnisse der Ortschaften in Betracht zieht.

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