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22. Orange Blossom Special mit Headliner Casper

„Es müsste immer Musik da sein“

Von Peter Vössing
Beverungen – Mit einem großartigen Line-Up, das sicherlich in der obersten Liga der Musikfestivals einzuordnen ist, fand jetzt im Garten des Beverunger Plattenlabels „Glitterhouse Records“ das 22. Orange Blossom Special Festival statt. Headliner des dreitägigen Musikmarathons war der Rapper Casper.

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Casper war der Headliner des 22. OBS. 

© Foto: Vössing

„Es müsste immer Musik da sein“, mit diesem Satz beschreiben die Besucher des Orange Blossom Festivals“ ihre Gefühlswelt, wenn sie einmal im Jahr die einmalige Atmosphäre im Glitterhouse-Garten genießen.
Das Orange Blossom Special, kurz OBS genannt, lockt jährlich 2800 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus in die Weserstadt. Es ist ein Festival der besonderen Art, das in seiner 22-jährigen Geschichte seine Identität gewahrt hat. Viele Musikfans kommen schon seit Jahren in den Garten am Grünen Weg. Mittlerweile ist daraus ein riesiges Familientreffen geworden. Man trifft sich auf der riesigen Zeltwiese an der Weser oder direkt auf dem Festivalgelände und freut sich gemeinsam auf drei ereignisreiche Tage.


Die Tage bis zum Festival werden heruntergezählt und der wichtigste Termin, der Tag im November, an dem die Tickets für das nächste Festival verkauft werden, darf auf gar keinen Fall verpasst werden. Innerhalb von zwei Stunden vermeldeten zuletzt die Veranstalter, dass das Festival komplett ausverkauft sei und das, obwohl noch gar nicht alle Musikgruppen gebucht waren und somit das Line-Up nicht feststand. Da vertraut man ganz auf den Veranstalter Rembert Stiewe, der schon immer ein sicheres Händchen bewiesen hat, was den Musikgeschmack seiner Festivalbesucher angeht.

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Ganz zur Freude der Fans waren Kettcar die Surprise-Band am Sonntagmorgen. 

© Foto: Vössing


Stiewe hat sich wieder einmal selbst übertroffen und konnte mit einem Line-Up aufwarten, das seinesgleichen sucht. Allen voran der Rapper Casper, der normalerweise vor mehr als 10.000 Fans auftritt. Der aus Bösingfeld bei Extertal stammende Musiker legte auf der für seine Verhältnisse sehr kleinen OBS-Bühne eine fulminante Show hin. Der Kontakt zu Casper war hergestellt worden, weil einer der Gitarristen Angestellter bei Glitterhouse Records war. Casper fühlte sich beim OBS sehr wohl. Er schlenderte tagsüber über das Festivalgelände und genoss die Atmosphäre ohne an jeder Ecke mit Autogramm- und Selfiewünschen belästigt zu werden. Auch sonst war für Casper beim OBS alles anders. Wo sonst vor der Bühne hunderte Handys leuchten, war Dunkelheit. Beim OBS konzentriert man sich auf das Wesentliche, die Musik.
Damit nicht genug. Als Surprise Act standen am Sonntagmorgen keine Geringeren als die Musiker der Kultband Kettcar auf der Bühne. Eine deutschsprachige Indie-Rock und Indie-Pop-Band aus Hamburg, die mit ihrem aktuellen Album „Ich vs. wir“ 6 Wochen lang auf Platz vier der Charts standen.
Mit Giant Rooks war eine junge Band aus Hamm dabei, die im Moment als heißester Newcomer der deutschen Indie-Szene gehandelt wird. Ihre Europatour im Februar und März war restlos ausverkauft. Im Festivalsommer 2018 werden sie noch bei Rock am Ring, dem Deichbrand-Festival und dem Tramlines Festival in Sheffield (UK) auftreten. Die Jungs, die schon mit ihren Eltern regelmäßig als Festival-Gäste zum OBS kamen, hatten im Jahr zuvor noch die kleine Bühne gerockt. Stolz verkündeten sie bei ihrem Auftritt auf der großen Bühne: „Wir wollten schon immer hier oben stehen, für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“

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Die Fans lieben die melancholischen Lieder von Scott Matthews.

© Foto: Vössing


Mit Olli Schulz war wiederum ein alter Bekannter gekommen. Der Schauspieler und Musiker, bekannt aus der Fernsehsendung „Böhmermann und Schulz“, sang Songs aus seinem Album „Scheiß Leben, gut erzählt“, und zeigte einmal mehr, welch Rampensau er eigentlich ist. Mit lustigen Dialogen mit dem Publikum und Geschichten und Anekdoten wusste er zu unterhalten. Seine Songs, der Stilrichtung Indie-Pop, sind mit Texten der Marke „aus dem Leben gegriffen“ versehen.
Weitere großartige Bands waren der Sänger Scott Matthew mit seinen einfühlsamen Balladen, das Bandprojekt Sophia mit seinen eindrucksvollen Gitarrenarrangements, Birth of Joy mit ihren orgellastigen psychedelischen Rockstücken oder gar die mit Blasinstrumenten ausgestattete Soulband D/troit.
Mit einem stimmungsvollen Auftritt der norwegischen Gruppe „Midnight Choir“ endete das 22. Orange Blossom Special. Die Band hatte sich vor Jahren nach ihrem letzten Auftritt im „Garten“ getrennt und trat auch erstmalig nach ihrer Reunion dort wieder auf.

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Die Newcomer-Band Giant Rooks rockte den Glitterhouse-Garten. 

© Foto: Vössing

 
Moderiert wurde die Veranstaltung übrigens von OBS-Boss Rembert Stiewe und Simon Baranowski. Mit lockeren Sprüchen und interessanten Backgroundinfos zu den Bands stimmten sie auf die jeweils folgende Performance ein.

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Der Glitterhouse Garten mit den Festivalbesuchern. 

© Foto: Vössing


Beseelt vom Musikgenuss traten die Besucher ihre Rückreise an. Viele von ihnen hatten sich an den Ständen mit reichlich Musik-CDs der gehörten Gruppen eingedeckt, damit die Heimreise so entspannt wie möglich verlief.
Übrigens, das OBS hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsaspekt des Beverunger Einzelhandels und der Gastronomie entwickelt, schließlich müssen die 2800 Menschen ja auch irgendwie in Beverungen ein Wochenende lang versorgt werden. Und auch sonst sind die drei Tage an der Weser eine tolle Werbung für die Region. Denn deutschlandweit rückt das Weserstädtchen durch überregionale Berichterstattungen in den Fokus.

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