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900. Weihejubiläum der Georgskirche gefeiert

„Ein Stück vom Himmel - Ein Platz von Gott“

Von Peter Vössing
Amelunxen – Das Dorf an der Nethe stand ein Wochenende lang ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 900. Weihejubiläum der Georgskirche. Mit zahlreichen Veranstaltungen, einem Festzug und einem Festgottesdienst wurde an die Geschichte des romanischen Gebäudes erinnert.

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Angeführt wurde der Festzug von dem Drachen aus der "Georgs-Legende".

© Foto: Vössing

Angefangen hat alles mit einem glanzvollen Eröffnungskonzert unter dem Motto „900 Jahre Musikgeschichte von der Romanik bis zur Morderne“, präsentiert von Solisten und Musikgruppen der Region. Die Gregorianik-Schola Marienmünster, der Flötenkreis Gaudete Amelunxen, der Posaunenchor Bruchhausen, die Chorgemeinschaft Amelunxen, Kantor Hanzo Kim aus Holzminden (Orgel) und Eva Tebbe aus Bruchhausen (Gesang und Klavier). Es war ein Hörgenuss der besonderen Art, der noch lange nachhallen wird, den die Gruppen zum Vortrag brachten. Das Konzert stand unter der musikalischen Gesamtleitung von Peter Dyckhoff, der auch den Musikabend moderierte und die einzelnen Vorträge in das zeitliche Umfeld einbettete.


Einen Tag später fand wiederum in der Georgskirche eine Leseperformance zur Geschichte des erwürdigen Gemäuers statt. Vorbereitet und durchgeführt wurde diese von einem kirchengeschichtlichen Seminar der Universität Paderborn unter der Leitung von Dr. Richard Janus.
Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete am Samstag der Festumzug mit dem anschließenden ökumenischen Festgottesdienst in der Georgskirche. Die Vereine der Nethegemeinde nahmen teils in historischen Kostümen an dem Umzug teil. Als Zeichen des Namenspatrons St. Georg, des legendären Drachentöters, wurde ein großes Drachenmodell vor dem Umzug hergeschoben. In den Festzug hatten sich neben Pfarrer Gunnar Wirth, Bürgermeister Hubertus Grimm, der Bezirkssausschuss Amelunxen auch evang. Pfarrerinnen und Pfarrer der Region eingereiht. In einer Kutsche fuhren der katholische Pfarrer Frank Schäffer und Volker Neuhoff, der Superintendent des evang. Kirchenkreises Paderborn, mit.
Vor dem Gotteshaus machte der Festzug halt und Pfarrer Dieter Maletz, Karin Graefe und Sonja Franzen erinnerten auf spezielle Art an die Drachenlegende, die um den Heiligen Georg rankt. Unter den Klängen des Marsches „Pomp und Circumstance“ von Edward Elgar, gespielt vom Posaunenchor Bruchhausen und vom Spielmannszug Ottbergen, zog die Festgemeinde feierlich in die Kirche zum ökumenischen Festgottesdienst ein.

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Ein Festzug mit prachtvollen Kostümen. Foto: Vössing

© Foto: Vössing


Pfarrer Gunnar Wirth begrüßte die Gottesdienstgäste und beschrieb das Jubiläumsgebäude mit den massigen Wänden als starkes Gebäude, das sich schützend über die Gemeinde wölbt, sozusagen eine Stein gewordene Predigt, die unbeeindruckt über der Zeit der Auseinandersetzungen zwischen evangelischen und katholischen Christen gethront, aber auch viele gute Zeiten gesehen hat. „Die Georgskirche ist ein Symbol Gottes Gegenwart und Gottes Geduld mit uns. Sie sieht uns heute als Schwestern und Brüder in einem Gottesdienst. Das ist mir eine große Freude“, stellte der evangelische Geistliche fest.
Superintendent Volker Neuhoff machte sich in der Festpredigt Gedanken zum Bauwerk und bemerkte: „Inmitten einer Welt, in der die Seele einzugehen droht, öffnet sich ein Raum, wo die Seele aufgeht.“ Er betonte, wie wichtig in der Zeit, in der die Welt zugrunde zu gehen scheint, die Erlebnisräume der Liebe Gottes für die Menschen sind. Sinnbildlich dafür zitierte er den bekannten Grönemeyer-Hit „Ein Stück vom Himmel – Ein Platz von Gott“. In dem Lied wird aber auch darauf hingewiesen, dass man in der Pflicht steht, die Welt zu verbessern - Stellung zu nehmen.

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Superintendent Volker Neuhoff und Pfarrer Frank Schäffer fuhren gemeinsam in einer Kutsche beim Festzug mit.

© Foto: Vössing


Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Kantate, dem Flötenkreis Gaudete, dem Posaunenchor und Organist Hans Theile auf der Orgelbank.
Unter den Klängen der schottischen Hymne „Highland Cathedral“ zog die Gemeinde aus der Kirche aus. Derweilen war schon ein buntes Mitmachprogramm für Jung und Alt mit Kirchenquiz, XXL-Spielen im Lebensgarten, Bastelstationen, Kaffeehausmusik , Rudelsingen organisiert worden, das mit dem Steigenlassen von Luftballons endete. Danach spielte im Festzelt auf der „Hühnerwiese“ die Partyband „Remmi-Demmi“ auf. Eine spektakuläre Feuershow gab es bei einbrechender Dunkelheit zu sehen.
Am Sonntag endeten die Feierlichkeiten mit einer Andacht und anschließendem Frühstück im Festzelt, bei dem die Kirchenband „Christi Road“ aufspielte.

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