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Sekundarschüler erinnern an Holocaust

„DenkTag“ mit Theaterstück

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Die Gedenkveranstaltung, für die Opfer des Nationalsozialismus, die die Sekundarschule jedes Jahr ausrichtet, fand in diesem Jahr im Musikraum der Schule statt. Mit einem Theaterstück zeigten Schüler*innen der Klasse 10 a und die Schülervertreter ihren Schulkameraden und der Öffentlichkeit auf, welche Maßnahmen das Nazi-Regime zur Unterdrückung und Vernichtung der Juden ergriff.

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Eine eindrucksvolle Szene spielten (v. l.) Henrik Riebsam, Leon Batnarjuk, Silas Kaipsch (verdeckt), Jakob Marx, Angelina Rodugin, Jan Scheller Melissa Tasköprü und Lea Böninghausen.

© Foto: Siebrecht

Ein Abendessen im Familienkreis, der jüdische Verlobte der Tochter und dessen Vater, sind zu Gast bei einer „arischen“ Familie. Da wummert es an der Tür. Zwei SS-Männer stürmen die Wohnung und nehmen die beiden jüdischen Männer fest, denn eine Verlobung widerspricht den Nürnberger Rassegesetzten, die seit dem 15. September 1935 gelten. Den Darstellern der 10. Klasse gelang es mit liebevoll gestalteter Kulisse, passenden Kostümen und engagiertem Spiel ihr Publikum in die Geschehnisse hineinzuziehen. Sie zeigten eindrucksvoll und berührend, welche Konsequenzen die diskriminierende Gesetzgebung für die jüdische Bevölkerung, aber auch für ihre Nachbarn und Freunde hatte.

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Schüler und Lehrer erinnerten an die Gräueltaten der Nazis.

© Foto: Siebrecht


Anschließend verlasen Hendrik Riebsam, Lina Marunde und Nele Köhler einen geschichtlichen Überblick über Gesetzte, die zwischen April 1933 und 1942 erlassen wurden und das Leben der jüdischen Bevölkerung stark beschnitten. Die Gesetze hatten sie dabei auf ein großes Tuch notiert, das vor der Bühne hochgezogen wurde. Jüdische Arbeiter und Beamte wurden entlassen, jüdischen Kinder durften keine deutsche Schule besuchen, die Rassengesetzte verboten „Mischehen“, Juden wurden von Kulturveranstaltungen ausgeschlossen, durften keine Autos und Radios besitzen, mussten ihre Wertsachen abgeben, eine Judenstern tragen und erhielten kein Fleisch, keine Eier oder Milch mehr. Die Ausgrenzung und Unterdrückung gipfelte in der Deportation und Ermordung der jüdischen Mitbürger. Die Schüler verlasen einen Bericht von Tadeus Zalewski über sein (Über)Leben im Lager Auschwitz und eine Bericht von Lagerkommandant Rudolf Höss über die Vorgehensweise bei der Tötung durch Giftgas. Auch Menschen jüdischen Glaubens aus Beverungen waren von der Verfolgung durch das Naziregime betroffen. Einundvierzig Beverunger Juden wurden in den deutschen Vernichtungslagern ermordet. Die Schülerinnen und Schüler verlasen die Namen der 14 Familien, die Angehörige verloren oder alle ermordet wurden. Mit einem Liedvortrag („Never again“ von Stephen Melzack) endete die Gedenkveranstaltung, die die unfassbaren Gräueltaten diese Zeit ins Gedächtnis rief und für die Zukunft mahnt. Der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken und Bürgermeister Hubertus Grimm waren unter den Gästen. Grimm dankte den Schülerinnen und Schülern der Schulleitung und der verantwortlichen Lehrerin Annette Hennemann, die schon seit vielen Jahren die Gendenkveranstaltung in Beverungen konzipiert und leitet.

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Hendrick Riebsam, Lina Marunde und Noel Köhler verlasen die Gesetze zur Ausgrenzung von Juden, die ab den 7. April 1933 mit der Entlassung jüdischer Beamter nach und nach gültig wurden und mit der Deportation aller Juden zum Vernichtungslager Ausschwitz ihren Höhepunkt erreichten

© Foto: Siebrecht

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